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| 09:31 Uhr

Bundeswehrstandort Holzdorf
Vernetzt bis in die höchste Ebene

Auch wenn es noch viel zu tun gilt, fühlt sich Oberstleutnant Andreas Springer in Holzdorf angekommen.
Auch wenn es noch viel zu tun gilt, fühlt sich Oberstleutnant Andreas Springer in Holzdorf angekommen. FOTO: Sven Gückel
Holzdorf . Oberstleutnant Andreas Springer ist neuer Kommandeur des Einsatzführungs­bereiches 3 in Holzdorf. Von Sven Gückel

Es ist ein vertrautes Umfeld, und dennoch wirkt alles irgendwie neu. Andreas Springer, Oberstleutnant der Bundeswehr, ist seit dem 1. Oktober 2018 Kommandeur des Einsatzführungsbereiches 3 und Standortältester am Bundeswehrstandort Schönewalde-Holzdorf. Nach fast zehnjähriger Abwesenheit für ihn eine Wiederkehr auf höchster Ebene.

Das Arbeitszimmer wirkt noch etwas schmucklos, Bilder oder andere Blickfänge fehlen gänzlich an der Wand. Bevor Oberstleutnant Andreas Springer seinen Dienst als Kommandeur übernahm, waren noch einmal die Maler am Werk. Spuren der Tätigkeit seiner Vorgänger, der Oberste Mario Herzer, Franz Sauerborn, Michael Dederichs oder Eckard Wiegand, sind damit zwar optisch übermalt, ihre „Fußabdrücke“ aber bleiben. Es sind große Stapfen, die sie in der Truppe, aber auch im zivilen Umland hinterließen. Doch Andreas Springer ist ein gestandener, hoch qualifizierter Soldat und wird keine Probleme haben, mit ihnen auf Augenhöhe zu agieren.

Gleichwohl Andreas Springer von 2004 bis 2009 bereits als Kompaniechef und Führungsoffizier im DCRC, der verlegefähigen Variante der Luftraumüberwachung, schon in Holzdorf diente und somit die Strukturen und Abläufe vor Ort gut kennt, will er sich für die Einarbeitung entsprechend Zeit nehmen. „In den kommenden Tagen möchte ich zunächst aktuelle Infos aufnehmen und mir so ein geschlossenes Bild von der Truppe machen“, sagt er. Zudem gelte es für jeden neuen Kommandeur, sich erst einmal ein genaues Bild zu verschaffen, bevor man selber Vorgaben setzt.

Das Jahr des Berliner Mauerfalls war zugleich das Auftaktjahr für Springers militärische Karriere. Als Unteroffiziersanwärter eines Flugabwehrraketengeschwaders spürte der gebürtige Münchner schnell, dass die Bundeswehr seine berufliche Heimat ist. Der Gang zur Offiziersschule samt Studium der Politikwissenschaft war daher ein folgerichtiger Schritt. Nicht geahnt haben dürfte Springer aber, wohin ihn dieser Weg führt. Sein Wechsel in den Radarführungsdienst lenkte ihn vorerst nicht nur wie schon erwähnt nach Schönewalde-Holzdorf, sondern später auch nach Erndtebrück, wo Springer von 2012 bis 2015 erstmalig eine Kommandeursstelle besetzte. Tiefgründigen Einblick in die Führungsebene der Bundeswehr gestattete ihm hingegen seine Verwendung als Referent im Büro des Generalinspekteurs der Bundeswehr, die er von 2016 bis 2018 innehatte. Springer, der im Gespräch politisch und militärpolitisch tiefgründig debattiert und dabei den Blick über den Tellerrand nicht scheut, konnte hierbei ein Netzwerk aufbauen, das ihm Kontakte in die höchsten Führungsebenen der Truppe garantiert. Zweifelsfrei ein gehöriger Pluspunkt für den Standort Schönewalde-Holzdorf.

„Führungsverwendungen sind aus meiner Sicht immer das Höchste. Es ist daher nicht gelogen, wenn ich in meinem Fall von einer Traumverwendung spreche, auf die ich mich bereits im Vorfeld sehr gefreut habe“, bekennt er. Zudem gibt Andreas Springer zu, die Region, in welcher der Standort angesiedelt ist, ehrlich zu mögen. Seit Jahren schon pendelt er noch immer nach München, wo er noch seinen Lebensmittelpunkt hat. Doch in absehbarer Zeit soll ein Umzug in den Berliner Raum anstehen. Das Fernpendlerleben kostet bislang viel Zeit. Bis dahin dürften aber noch viele Überstunden zu bewältigen sein, um sich in die neue Verwendung einzuarbeiten. „Mein Fokus ist eindeutig und klar umrissen: Es gilt, die Einsatzbereitschaft der Truppe herzustellen und zu halten“, betont er mit aller Deutlichkeit. Dafür müsse man sich wieder mehr auf den Kernauftrag der Truppe fokussieren. „Wir werden dafür bezahlt, dass wir das, was man von uns erwartet, auch wirklich können“, so sein Credo.

Von seinem Vorgänger, Oberst Mario Herzer, wurde Springer umfassend und nach eigener Aussage sehr gut informiert. Das schließt auch die Hintergrundinformationen zum Städtebund ein, in dem er künftig den Bundeswehrstandort vertreten wird. Bei nächster Gelegenheit möchte sich Oberstleutnant Springer daher den Bürgermeistern der Region vorstellen und ihnen seine Zusammenarbeit anbieten.

Viel Freizeit bleibt Andreas Springer vorerst wohl nicht. Die wenigen Stunden in der Woche, in denen der Dienst nicht dominiert, wird man den ambitionierten Ausdauersportler hin und wieder im Sportdress antreffen. Bis zu 70 Kilometer absolviert er laufend pro Woche. „In solchen Momenten bekommt man den Kopf frei und kann zugleich neue Gedanken fassen“, sagt er. Er wird sie brauchen, der neue Kommandeur am Standort Schönewalde-Holzdorf.