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Verkehrsgarten für mehr Fenster

Die Firma dth Fenstersysteme möchte investieren und bräuchte dazu die Verkehrsgartenfläche etwa bis zu der Querstraße links im Bild.
Die Firma dth Fenstersysteme möchte investieren und bräuchte dazu die Verkehrsgartenfläche etwa bis zu der Querstraße links im Bild. FOTO: ru
Herzberg. Die Firma dth Tiemann Fenstersysteme in Herz- berg möchte weiter ex- pandieren. Das Problem: Sie bräuchte dazu einen Teil des Verkehrsgartens. Birgit Rudow

Das Verkehrsgartengrundstück in der Frankfurter Straße, an das das Firmengelände jetzt grenzt, gehört der Stadt. Voraussetzung für die eventuelle Erweiterung der Fensterfirma in Herzberg wäre also die grundsätzliche Bereitschaft der Stadt, einen Teil des Verkehrsgartens an das Unternehmen zu verkaufen. Darum ging es in der jüngsten Herzberger Bauausschusssitzung.

Der Geschäftsführer des Herzberger Betriebes Joachim Seidler hat den Ausschussmitgliedern sein Anliegen erläutert. Seit 1990 ist der Betrieb mit Hauptsitz in Hille (Nordrhein-Westfalen) in Herzberg ansässig. Bisher wurden 7,5 Millionen Euro in den Standort investiert. 2011 kamen eine Produktionshalle, eine Versandhalle und eine Profilhalle hinzu. Heute hat dth in Herzberg etwa 100 Mitarbeiter, die wöchentlich 1500 bis 2000 Fenster für die ganze Republik produzieren, so Joachim Seidler.

Jetzt macht sich eine erneute Erweiterung erforderlich, die auch neue Arbeitsplätze schaffen würde. Zur Diskussion steht eine Erweiterung in Herzberg, in Hille oder an einem ganz anderen Standort. Diese Entscheidung, so Seidler, sei in der Firma noch nicht gefallen. Doch wenn ein dritter Standort hinzukäme, könnte das mit einer Reduzierung der Arbeitskräfte in Herzberg einhergehen.

Den Bauausschussmitgliedern war klar, dass Herzberg aus dem Rennen ist, wenn sie dth nicht grundsätzlich grünes Licht geben würden. Eine Baugrunduntersuchung mit positivem Ergebnis ist bereits erfolgt und die Firma würde laut Geschäftsführer die mit dem B-Planverfahren verbundenen Kosten tragen. Einmütig stimmte der Ausschuss der Grundsatzentscheidung zu. Sollte dth wirklich in Herzberg bauen, müssten weitere Einzelheiten in der Stadtverordnetenversammlung beraten werden.

Dann steht auch die Frage, was mit dem Verkehrsgarten wird, den die Herzberger Verkehrswacht intensiv nutzt. Der Fensterbaubetrieb bräuchte etwa zwei Drittel der Fläche. Die Stadt soll sich schnell mit der Verkehrswacht in Verbindung setzen und Möglichkeiten für einen neuen Standort oder auch für die Nutzung des restlichen Standortes prüfen, forderten die Abgeordneten. Deshalb sei ihnen auch eine zeitnahe Entscheidung der Fensterbaufirma wichtig, ob in Herzberg gebaut wird oder nicht.

Eberhard Kühnberg, Leiter der Herzberger Verkehrswacht, hält sich noch zurück. "Wir wollen erst das Gespräch mit der Stadt abwarten. Der Bürgermeister hatte das Thema auf unserer Jahreshauptversammlung ja schon mal angeschnitten", sagte er auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Die Verkehrswacht ist nicht Eigentümer der Fläche. Hat aber einen langjährigen Nutzungsvertrag. Sie hat in den Jahren etwa 40 000 Euro in das Areal investiert. Da seien auch etwa 20 000 Euro Fördermittel dabei gewesen, so Kühnberg. Er weist aber schon darauf hin, dass Sicherheitstrainings zum Beispiel nur noch in Finsterwalde durchgeführt werden könnten, sollte sich in Herzberg keine geeignete Ausweichfläche für den Verkehrsgarten finden.