| 02:40 Uhr

Verbindungen wecken Vertrauen

Mein Vater hätte am 10. Februar den 84. Geburtstag feiern können. Schon im Jahr 2000 hat er aber seine Augen für immer schließen müssen. Trotzdem fühle ich mich bis heute mit ihm verbunden. In Gedanken bin ich immer wieder bei ihm, besonders an solchen besonderen Tagen.

Natürlich, man ist "ein Fleisch und Blut". Ich rede wie mein Vater, da wären die gleichen Bewegungen, so bekomme ich es zu hören. Wahrscheinlich liegt es auch an dem gleichen Beruf. Da spürt man eine Verbindung: eine Verbindung, die sehr hilfreich sein kann. Solche Verbindung hält doch auch so manche Erinnerungen wach. Erinnerungen an Ereignisse und Situationen, in denen mir mein Vater mit gutem Rat und deutlichem Wort zur Seite gestanden hat. Ich war nicht allein. Bis heute tut es gut, sich daran zu erinnern. Es ist gut, wenn man solche Verbindung hat.

Sicher, in der heutigen Zeit sind noch viele andere Verbindungen wichtig. Ohne Handy scheint es nicht mehr zu gehen. Eine meiner Töchter ist gegenwärtig in Neuseeland und wir sind dankbar, dass man mit Hilfe der neuen Medien regelmäßig Kontakt mit ihr haben kann. Die andere Tochter ist Studentin an der Hochschule in Görlitz. Sie jammert immer wieder, dass aus ihrer WG-Wohnung die Verbindung in das Internet so schwierig ist. Gerade als Studentin, aber auch im Privaten ist man in der heutigen Zeit unbedingt auf das Internet angewiesen. Auch das gehört in das alltägliche Leben, ist Daseinsvorsorge.

In meinem Glauben darf ich darauf vertrauen, dass da aber auch diese Verbindung zu Gott ist. Auch Gott lässt mich nicht allein, er möchte Beistand sein. In diesen Tagen gehen wir auf den Todestag von Martin Luther zu. Am 18. Februar 1546 hat er in Eisleben seine Augen für immer schließen müssen. Sein Leben war geprägt von der intensiven Beschäftigung mit Gott. Es war ein langes Ringen mit sich und seiner Zeit bis für Martin Luther feststand: mein Gegenüber ist Gott, und zwar ein gnädiger Gott, der es nur gut mit mir meint. In dieser Erkenntnis, in diesem Vertrauen konnte er auf seinem Sterbebett Worte aus Psalm 31 beten: In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott. Ist es nicht gut, wenn auch wir solche Verbindung haben!?

Übrigens, um solche Verbindung, um "meinen direkten Draht" soll es beim Kreiskirchentag am 15. Juli in Herzberg gehen. Merken Sie sich den Termin schon mal vor. Verbindungen zu halten: Das ist nicht verkehrt!