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Verabschiedung auf dem Falkenberger Bahnhof

Heutige und auch ehemalige Eisenbahner hatten sich zur Verabschiedung auf dem Bahnsteig eingefunden. So ist es in Falkenberg nach wie vor Tradition.
Heutige und auch ehemalige Eisenbahner hatten sich zur Verabschiedung auf dem Bahnsteig eingefunden. So ist es in Falkenberg nach wie vor Tradition. FOTO: sk
Falkenberg. Viele herzliche Grüße ihrer Kollegen haben Hannelore Kuntze, die 48 Jahre als Schaffnerin gearbeitet hat, in den Ruhestand begleitet. Sie wurde nach ihrer letzten Fahrt mit großem Bahnhof auf dem Bahnhof empfangen. Sylvia Kunze /

48 Jahre ist Hannelore Kuntze tagein, tagaus mit dem Zug gefahren. Als Schaffnerin. Nun hat sie eine ganz besondere Fahrt angetreten: ihre letzte vor dem Ruhestand. Die ging von Cottbus nach Falkenberg und hielt gleich mehrere Überraschungen für die langgediente Zugbegleiterin, wie es richtiger heißt, bereit.

Es fing schon damit an, dass ausgerechnet diese Strecke nach ausreichend Schneefall am Wochenende nun von einem Oberleitungsschaden betroffen war. Würde sie pünktlich von Cottbus wegkommen? Nein. Ihre letzte Zugfahrt im Dienst sollte mit Verspätung enden. 30 Minuten waren es, als der Regionalexpress dann kurz nach Mittag in Falkenberg einrollte. Und dort wartete die nächste Überraschung auf Hannelore Kuntze. Der Bahnsteig war gefüllt mit Kollegen, die ihr einen herzlichen Empfang bereiteten. Jetzt noch im Dienst stehende Eisenbahner, neben Zugbegleiter auch Lokführer, hatten sich ebenso eingefunden wie solche, die bereits ihren Ruhestand genießen können.

Jeder von ihnen weiß um die Tradition, die sich in Falkenberger Eisenbahnerkreisen gehalten hat, einem ausscheidenden Kollegen solch einen Empfang zu bereiten. Da brennen Wunderkerzen und werden Leuchtfontänen gezündet. Ein Band verwehrt erst einmal den Zutritt zum Bahnhof. Ein lautes Hupen der Lok. Viele gute Wünsche. Eine leckere Torte. Egal, ob es wie in dieser Woche klirrend kalt oder im Sommer brütend heiß ist.

Der Zug, mit dem Hannelore Kuntze in ihren Ruhestand fuhr und der (passend zum Anlass) in Falkenberg endete, wurde schon vom Bahnsteig geschoben, da klirrten die mit Sekt gefüllten Gläser. Alle gemeinsam stießen auf das Wohlergehen der scheidenden Zugbegleiterin an. Und sie selbst mittendrin, voller Freude über diesen gelungenen Abschied von ihrem Dienstleben.