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| 17:42 Uhr

Ausstellung aus der Partnerstadt
Ungewohnte Ausdrucksformen

Herzberg. Der Kunstverein Kreis Soest zeigt in Herzberg eine Ausstellung junger Künstler. Von Birgit Rudow

Die Herzberger Kunstfreunde erwarten in jedem Jahr mit Spannung den Oktober. Er verspricht ihnen alljährlich eine besondere Ausstellung, die die Mitglieder des Kunstvereins Kreis Soest mit in die Partnerstadt bringen.

In diesem Jahr kommen die Soester mit der Ausstellung „Yes we can“ mit Werken junger Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Im Rahmen der „SoestArt 2018“, dem Kunstsommer in der nordrhein-westfälischen Stadt, der alle zwei Jahre Kultursparten vereint und innovative Veranstaltungen kreiert, hat der Kunstverein Kreis Soest eine solche Ausstellung bereits zum zweiten Mal ausgeschrieben. Zu sehen war sie in Soest vom 20. Juli bis zum 2. September. Und ab dem 25. Oktober werden die Herzberger in den Genuss der Arbeiten kommen.

Die Einleitung zum Ausstellungskatalog hat die Vorsitzende des Kunstvereins Kreis Soest Inga Schubert-Hartmann verfasst. Seit mehr als 15 Jahren steht sie dem Kunstverein vor und ist wie viele Soester Künstler und Vereinsmitglieder in jedem Jahr in der Partnerstadt herzlich willkommen. In ihrem Text beschreibt sie die Lage vieler junger Künstlerinnen und Künstler als einen „Kokon“. „Einerseits wollten die jungen Künstler ihre Kunst noch nicht präsentieren, andererseits wissen sie, dass es notwendig ist, sich dem Betrachter zu stellen, mit ihm in den Dialog zu kommen, auch den Wettbewerb auszuhalten“, schreibt Inga Schubert-Hartmann. Ziel der Ausschreibung sei es, jungen Künstlern die Möglichkeit zu geben, sich für eine Ausstellung in einem anerkannten Kunstraum zu bewerben, um so ihre Werke in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Eine Jury hat Arbeiten von 23 jungen Kulturschaffenden aus Deutschland und darüber hinaus ausgewählt. Einige sind aus anderen europäischen Ländern zum Studium nach Deutschland gekommen. „Der Anteil junger Künstlerinnen und Künstler mit Migrationshintergrund ist erfreulich hoch. Manche jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind noch auf der Zwischenstufe zwischen Schulabschluss und einem Studium oder einer Berufsausbildung. Die Altersspanne reicht von 18 bis 27 Jahre“, so Inga Schubert-Hartmann in ihren einleitenden Worten. Die Jury habe bei ihrer Auswahl der Bilder bewusst ungewohnte Positionen und Ausdrucksformen ausgewählt, um Mut zu machen, eine „eigene Handschrift“ zu entwickeln, schreibt sie.

Auch die Stadt Herzberg möchte mit dieser Ausstellung Akzente setzen. „Wir wollen sie als einen Anfang nutzen, die Wertigkeit von Kunst, Kultur und kreativer Arbeit in unserer Stadt anzuheben“, sagt Bürgermeister Karsten Eule-Prütz. Diesem Ziel entspricht auch ein neuer Ort für die Ausstellung. Sie wird nicht in der Galerie des Bürgerzentrums zu sehen sein, sondern in den Räumlichkeiten des Gründerzentrums in der Lugstraße. „Wir denken, dass die Herzberger diesen Ort besser wahrnehmen und die Ausstellung dort publikumswirksamer aufgestellt ist, als im Bürgerzentrum. Außerdem kann sie dort auch am Wochenende besichtigt werden“, so der Bürgermeister.

Wichtig wäre es der Stadt auch, junge Menschen aus Herzberg und der Region mit den jungen Künstlern in Kontakt zu bringen. „Wir laden alle in der Ausstellung vertretenen Künstlerinnen und Künstler ein, für ein, zwei Tage nach Herzberg zu kommen. Vielleicht nimmt der eine oder andere die Einladung ja an, vor allem von denen aus dem näheren Umfeld wie Leipzig oder Berlin und natürlich auch aus Soest“, sagt Herzbergs stellvertretende Bürgermeisterin Gabi Lang, die selbst künstlerisch tätig ist.

Mit „Yes we can“ setzt der Kunstverein Kreis Soest die Tradition seiner besonderen Ausstellungen in der Partnerstadt fort. Noch gut in Erinnerung sind die gemeinsame Ausstellung von Stadt und Kunstverein „Am Anfang war das Wort“ zum Reformationsjubiläum im vergangenen Jahr, die „Ätzenden Ansichten – Sticheleien in Kupfer“ von Paul Egidius 2016 oder „20 Jahre Retrospektive Kunstbegegnung Soest / Herzberg“ im Jahr 2015. In diesem Jahr dürfen sich die Herzberger nun auf die Werke junger Künstler freuen.