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Ungetrennter Müll auf Friedhöfen ist eine Kostenfalle

Auf dem Friedhof in Uebigau wird Mülltrennen eigentlich leicht gemacht. Dennoch wird immer wieder Abfall einfach auf einen großen Haufen oder ungetrennt in den Kompostbehälter geworfen.
Auf dem Friedhof in Uebigau wird Mülltrennen eigentlich leicht gemacht. Dennoch wird immer wieder Abfall einfach auf einen großen Haufen oder ungetrennt in den Kompostbehälter geworfen. FOTO: sk
Uebigau. Auf dem Uebigauer Friedhof gibt es ein Müllproblem. Um die Entsorgungskosten minimal zu halten, sollen die Abfälle getrennt werden. Aber nur wenige Besucher halten sich daran. Doch das ist eine Situation, die nicht nur in Uebigau vorzufinden ist. Sylvia Kunze

Otto Krüger kann nicht verstehen, warum Menschen so unachtsam sind: "Wir haben den Müllplatz schon so angelegt, dass kein Friedhofsbesucher lange Wege gehen muss, um Abfälle loszuwerden. Und wir haben mit Schildern genau kenntlich gemacht, wo welcher Müll abzuladen ist. Die Erde auf dem einen Haufen, Papier- und Plasteabfälle in die entsprechenden Tonnen, Kompostierbares in den Container und der Rest in die Restmülltonne. Aber dennoch sieht es so schlimm aus", sagt er und zeigt dabei in Richtung des Müllberges, der sich inmitten der Fläche aufbaut. Jetzt, wo die Gräber vom inzwischen nicht mehr schön aussehenden Winterschmuck befreit werden, türmen sich achtlos hingeworfene alte Gestecke und anderes Grünzeug hauptsächlich unsortiert auf.

Zur Mülltrennung habe man sich vor zwei Jahren entschieden, um Kosten zu sparen, erklärt der Mann, der vom Gemeindekirchenrat beauftragt ist, auf dem Friedhof nach dem Rechten zu sehen. Die Jahresschlussrechnung (2014 waren es um die 1000 Euro) konnte immerhin halbiert werden. 12 Euro Müllentsorgungsgebühr muss dennoch aktuell pro Grab und Jahr gezahlt werden. "Aber so unsortiert nimmt uns die Kompostieranlage die Container nicht ab. Entweder müssen wir uns hinstellen und per Hand nachsortieren oder mehr Geld für die Entsorgung bezahlen", zeigt Krüger die Konsequenzen des aktuellen Handelns auf. Und weil sich der Friedhof finanziell selbst tragen muss, würden die Grabkosten weiter steigen.

Ein Problem, das nicht nur die Verantwortlichen des Uebigauer Friedhofs beschäftigt. In kleineren Orten des Schliebener Landes hat man auf den kommunalen Friedhöfen den gleichen Weg eingeschlagen, "aber das klappt nicht so, wie wir uns das wünschen", berichtet Barbara Köhler, in der Amtsverwaltung für das Friedhofswesen zuständig.

Das gleiche Fazit zieht Andy Löppen, Beschäftigter auf dem städtischen Friedhof in Falkenberg. "Viele Besucher, die Gräber in Ordnung bringen und schmücken, geben sich große Mühe, was die Abfallentsorgung betrifft. Aber dennoch müssen wir immer wieder Hand anlegen und nachsortieren", sagt er.

Im Schönewalder Bereich hat man schon vor Jahren unter dieses Thema einen Schlussstrich gezogen. Auf den kommunalen Friedhöfen im Stadtgebiet kann der Abfall nicht vor Ort entsorgt werden, sondern er muss mit nach Hause genommen werden. Manuela Fürst, in der Stadtverwaltung für die kommunalen Friedhöfe verantwortlich, bestätigt, dass man damit nicht schlecht fahre. "Es ist zwar manchmal schwer zu erklären, aber wir leben ganz gut damit."