Von Frank Claus

Diese Frau hat vermutlich gleich mehrere Schutzengel gehabt. Nur Bruchteile von Sekunden später und die Diesellok des Zuges hätte den Pkw mit voller Wucht erwischt. Zum Glück ist ihr Auto nur seitlich im Frontbereich getroffen worden und wurde dadurch nur wenige Meter neben die Fahrbahn in den Straßengraben geschoben.

Der Unfall hat sich am Mittwochmorgen gegen 6.35 Uhr am unbeschrankten Bahnübergang auf der Straße zwischen Burxdorf und Koßdorf ereignet. Nach Polizeiangaben hatte die junge Frau  den  herannahenden Güterzug, der unbeladen auf dem Weg ins Elbekies-Werk Mühlberg war, nicht bemerkt. Zum Unfallzeitpunkt war es nebelig und Schneegriesel behinderte die Sicht. Züge auf dem Anschlussgleis zum Mühlberger Werk befahren diesen Abschnitt zumeist sehr langsam, geben auch Signal vor dem Queren der unbeschrankten Bahnanlage. Ob das auch in diesem Fall so war, ist nicht bekannt.

Es ist nicht der erste Unfall, den es an einem der beiden kurz hintereinander folgenden Bahnübergänge geben hat. Dabei wurden Menschen auch schon tödlich verletzt. Ein weiterer unbeschrankter Bahnübergang auf dem gleichen Gleisabschnitt befindet sich auf dem Weg nach Brottewitz.

Die Frau erlitt einen Schock und kam zur Kontrolle in ein Krankenhaus. Sie habe die Klinik Stunden später nach  ambulanter Behandlung verlassen können. Der Pkw sei Schrott, so der Sprecher der Polizeidirektion Süd.  Er musste durch ein Abschleppunternehmen geborgen werden. Der Zugverkehr war  bis 9.25 Uhr unterbrochen.