Es passieren leider immer wieder auch im Tierreich tragische Unglücksfälle. Wenn es sich dabei jedoch um einen Seeadler handelt, dann wird dies zu einem besonders interessanten Vorfall, auch für die Öffentlichkeit.
Am Sonntag, 9. Oktober 2022, war der Lokführer Klaus Lohan auf der Eisenbahnstrecke zwischen Herzberg und Falkenberg unterwegs. Er bemerkte dabei seitwärts der Schienen zwei Seeadler, die offenbar auf einem am Boden liegenden Aas hockten. Als er mit seiner Lokomotive die Stelle erreichte, wollte einer der Seeadler über den Schienenstrang hinweg fliegen, kollidierte dabei jedoch mit der Lokomotive. Lokführer Lohan bremste sofort und hielt an. Der tote Seeadler hing immer noch an der Vorderfront seiner Lokomotive. Als er den einst so gewaltigen Greifvogel näher betrachtete, bemerkte er, dass dieser an beiden Fußgelenken je einen Ring trug. Die Ringnummern: links 2A5L und rechts AA010693.

Die Vogelwarte Hiddensee kann Auskunft geben

Durch das Beringen kann das Verhalten von einzelnen Vögeln über einen großen Zeitraum verfolgt werden, da wieder eingefangene oder tot aufgefundene Vögel identifiziert werden können. Untersucht werden dann unter anderem Zugverhalten, Lebensdauer, Sterblichkeit, Ernährung und Fortpflanzung der Vögel. Die Daten der beringten Vögel werden in unseren Regionen der Vogelwarte Hiddensee gemeldet.
Von dort kam dann auch die Mitteilung, dass der an der Bahnstrecke zwischen Herzberg und Falkenberg verunglückte Seeadler im Jahr 2013 im Nest beringt wurde. Sein Horst stand in Vieritz, einem Ortsteil im Jerichower Land, im Landkreis Havelland des Landes Brandenburg. Es hatte also ein schon ansehnliches Alter von über neun Jahren erreicht. Seeadler können ein Alter bis zu 20 Jahren erreichen, im Mittel allerdings nur 10,3 Jahre.