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| 16:33 Uhr

Straßenbau Herzberg
Umleitung schmeckt Bürgern nicht

Die Dresdener Straße in Herzberg wird im kommenden Jahr vom Kreisel B 87 / B 101 bis hinter den Abzweig Osterodaer Straße grundhaft ausgebaut.
Die Dresdener Straße in Herzberg wird im kommenden Jahr vom Kreisel B 87 / B 101 bis hinter den Abzweig Osterodaer Straße grundhaft ausgebaut. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. Der Landesbetrieb Straßenwesen baut 2019 die Dresdener Straße in Herzberg grundhaft aus. Von Birgit Rudow

Die Elsterbrücke 2011/12, der erste Abschnitt Berliner Straße etwa um die gleiche Zeit, der Bundesstraßenkreisel 2013 oder der zweite Bauabschnitt Berliner Straße 2013/14 – das alles ist schon einige Jahre her, doch viele Herzberger erinnern sich noch an die langwierigen Bauarbeiten und vor allem an die Staus und Umleitungen. Ähnliches erwartet sie im kommenden Jahr, wenn der Landesbetrieb Straßenwesen die Dresdener Straße vom Kreisel bis kurz hinter dem Knotenpunkt Osterodaer Straße grundhaft ausbaut.

Noch mehr betroffen als die Autofahrer sind diejenigen, die im Baustellenbereich wohnen. Deshalb hat der Landesbetrieb die Anwohner in dieser Woche zu einer ersten Informationsveranstaltung eingeladen. Vor Ort waren Steffen Kleiner, Dezernatsleiter Planung Süd im Landesbetrieb, die Projektbegleiterin Susanne Hertel und Ingo Scheib vom Beelitzer Ingenieurbüro IBS.

Den zahlreich erschienenen Anwohnern wurde „der erste tragfähige Planungsentwurf“ vorgestellt. „Das ist ein Zwischenstand“, so Steffen Kleiner. Danach wird die Straße 7,50 Meter breit, von denen 6,50 Meter asphaltiert werden. An die Ränder kommen Pflasterstreifen für die Abläufe. Der Knoten zur Osteroder Straße bekommt wieder eine Linksabbiegespur. Gebaut werden in diesem Bereich auch Querungshilfen, zwei in der Dresdener und eine in der Osterodaer Straße.

Beide Straßenseiten erhalten einen 2,50 Meter breiten gemeinsamen Geh- und Radweg. Die restlichen Flächen bis zu den Grundstücken werden begrünt. Zufahrten und Einmündungen sollen befestigt bzw. entsprechend der Gegebenheiten angepasst werden, erläuterte Ingo Scheib. Die Straße bekommt einen neuen Regenwasserkanal. Da die Entwässerungsanlagen in der Dresdener Straße aber nicht ausreichen, wird die Straße über die Lange Straße in den Binnengraben entwässert. Deshalb wird die Lange Straße bereits in diesem Jahr saniert und mit einem entsprechenden Regenwasserkanal versehen. „Wenn wir mit dem Bau der Dresdener Straße beginnen, können wir den Kanal schon nutzen“, so der Planer.

Die Bundesstraße soll in zwei Abschnitten ausgebaut werden. Zuerst zwischen Kreisel und Lange Straße, anschließend der Knoten Osterodaer Straße. Hier wird auch der bundesstraßenbegleitende Radweg aus Richtung Wiederau angebunden.

Während der Arbeiten im ersten Abschnitt wird der Verkehr stadtauswärts über die Baustelle geführt. Stadteinwärts geht es über die Osterodaer Straße nach Neunaundorf und den Pflaumenweg zur B 87. Wenn der Kontenpunkt gebaut wird, muss die Baustelle kurzzeitig komplett gesperrt und weitläufig umfahren werden, stadteinwärts über Osteroda bzw. stadtauswärts über Falkenberg und Uebigau.

Die Umleitungsführung erhitzte die Gemüter in der Diskussion dann auch am meisten. Vor allem die Neunaundorfer äußerten ihre Bedenken, wenn sich der Lkw-Verkehr durch den kleinen Stadtteil und den Pflaumenweg (Verbindungsweg zwischen Neunaundorf und B 87) quälen müsste. Der Pflaumenweg, so hatte Steffen Kleiner gesagt, werde für die Umleitung hergerichtet. Ein Bürger forderte, den Pflaumenweg nicht zur Raserstrecke werden zu lassen. Dort hinten im Ort würden viele Kinder wohnen. Er schlug vor, den Verkehr über Langennaundorf und Schlieben abzuleiten. Ähnlich sahen es auch andere Neunaundorfer, die sich auch darüber beschwerten, nicht, wie die Anwohner der Dresdener Straße, direkt zu der Informationsveranstaltung eingeladen worden zu sein.

Kleiner zeigte Verständnis für die Sorgen der Bürger, sprach aber von Kompromissen, die man bei Baustellen immer wieder eingehen müsse. Selbst wenn man die Umleitung „erweitert“, würden die Kraftfahrer die kürzeren Wege finden und nutzen, sagte er.

Weitere Fragen der Anwohner betrafen die Linksabbiegespur, die ihnen zu kurz erscheint, und den Zeitplan für den Straßenausbau. Laut Landesamt werde man nicht vor dem nächsten Sommer starten und wohl auch 2019 nicht fertig werden. Fragen zur Kostenbeteiligung konnte Reinhard Neupert vom Bauamt noch nicht beantworten, weil noch keine belastbaren Zahlen vorliegen. Er erklärte die Anteile der Anlieger an den Gesamtkosten für Rad- und Gehweg sowie Beleuchtung. Im nächsten Jahr will der Landesbetrieb die Anwohner noch einmal einladen und dann mit weiteren konkreten Informationen versorgen.