Haben wir nicht alle schon genug Mühsal zu tragen? Und hören wir nicht genug schlechte Nachrichten jeden Tag? Das Leben ist deprimierend genug, mögen manche sagen, da muss man sich doch nicht noch zusätzlich martern und sich ein schlechtes Gewissen machen lassen! Stimmt, das klingt ziemlich unattraktiv. Aber in der Bibel meint das Wort Buße eigentlich ein ‚Umdenken'. Es geht also darum, die Perspektive zu wechseln, gewohnte Denkmuster zu durchbrechen und eingefahrene Gleise einmal zu verlassen. Das kann durchaus heilsam und erfrischend sein. Die Aktion "7 Wochen ohne" versucht jedes Jahr, diesen ursprünglichen Sinn der Buße in der Fastenzeit zeitgemäß zur Geltung zu bringen. Das Motto in diesem Jahr "Großes Herz - 7 Wochen ohne Enge" (mehr darüber unter www.7-wochen-ohne.de ). Nachdem das Wort ‚Gutmensch' zum Unwort des Jahres 2015 gekürt wurde, und zwar weil es eben eher abwertend gebraucht worden ist, ist Großherzigkeit vielleicht eine Parole, die der gesellschaftlichen Strömung der Zeit entgegensteht. Aber gerade deshalb ist es ein so passendes Motto für die Fastenzeit. Wer sein Herz vor anderen verschließt, engt sich vor allem selber ein. Das ist die Einsicht des Glaubens über das Miteinander von Mensch zu Mensch. Wer wirklich frei sein will, sollte deshalb umdenken, also Buße tun, und einmal probeweise sein Herz weit öffnen! Und sei es nur für die sieben Wochen bis Ostern. Ich wünsche Ihnen spannende Erfahrungen damit!

*Pfarrer, Doberlug-Kirchhain