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Um Tröbitz/Domsdorf hat Natur gewonnen

Der Altbergbau und die frühe Erstsanierung haben im Raum Tröbitz/Domsdorf eine Seenlandschaft mit viel Grün hinterlassen. Die bergbauliche Grundsicherung ist gegeben. Doch hier und da muss nachsaniert werden.
Der Altbergbau und die frühe Erstsanierung haben im Raum Tröbitz/Domsdorf eine Seenlandschaft mit viel Grün hinterlassen. Die bergbauliche Grundsicherung ist gegeben. Doch hier und da muss nachsaniert werden. FOTO: LMBV/Radke
Tröbitz/Domsdorf. Während in den anderen Bergbau-Sanierungsgebieten der Lausitz weiter mit Hochdruck gearbeitet wird, herrscht in dem etwa sieben mal sieben Kilometer kleinen Altbergbaugebiet zwischen Domsdorf, Tröbitz und Schönborn relative Ruhe. Das hat seinen Grund. Manfred Feller

"Die Grundsicherung der Restlöcher ist erfolgt. Wir haben dort keinen Druck. Andere Orte sind momentan wichtiger", sagt der Bergbautechniker Matthias Horst, Fachreferent Planung Nord bei der Bergbausaniererin LMBV. Sein Blick geht dabei vor allem auf die Dauerbaustelle mit dem Namen Restlochkette Sedlitz/Skado/Koschen - besser bekannt als jener Teil des Lausitzer Seenlandes zwischen Senftenberg und Lieske sowie Partwitz, Geierswalde und Tätzschwitz auf sächsischer Seite.

Im westlichsten Teil des Lausitzer Braunkohlereviers um Tröbitz und Domsdorf ist die Förderung des fossilen Rohstoffes nach mehr als einem Jahrhundert im Tief- und im Tagebau in vielen kleinen Gruben Ende der 1950er-Jahre abgeschlossen worden. Tröbitz-Westfeld bildete den Schlusspunkt der aktiven Kohlezeit. Das Sanieren und Sichern der Flächen, wie es seit den 1990er-Jahren massiv geschieht, wurde damals so nicht betrieben. Rekultivierung und Aufforstung waren die Schwerpunkte.

Die größten Gefahren in den teilweise noch existierenden Sperrgebieten im Raum Tröbitz/Domsdorf wurden in der Neuzeit beseitigt, einhergehend mit dem Abbruch alter Industrieanlagen. "Die akute Sicherung ist erfolgt", sagt Matthias Horst. Doch fehlen für einige Gebiete noch die Abschlussgutachten. Sind keine Nacharbeiten notwendig, dürfen sie aus der Bergaufsicht entlassen werden und können im Idealfall uneingeschränkt genutzt werden.

Der Fachreferent erwähnt das Restloch 120, ein ehemaliger Tagebau der Beutersitzer Kohlewerke, wo die Südseite durch die Rütteldruckverdichtung (RDV) stabilisiert worden ist. In diesem Raum sei der Grundwasserwiederanstieg abgeschlossen. Oder das Restloch 121 (Tagebau Louise II), wo eine Straße verlegt wurde und die Südböschung standsicher gerüttelt wurde. Heute ist dies ein Naturschutzgebiet. Auch am Restloch 122 (Louise II) wurde gerüttelt. Das Restloch 123 (Tagebau Hansa-Südfeld) steht nicht unter Bergrecht und sei von der LMBV auch nicht angefasst worden.

Anders das mehrere Kilometer lange Restloch 124 (Grube Louise) plus Randschlauch. Dort ist eine mehrteilige Schadstoffdeponie beseitigt und das Areal bis auf kleine Wasserflächen verfüllt worden. Auch an anderen Gruben (wie 125 bei Tröbitz, 126 und 127) wurde bereits gearbeitet. "Es ist eine schöne Gegend geworden", stellt Matthias Horst fest - auch wenn die Sanierer in den nächsten Jahren hier und da noch einmal ranmüssen.