„In den Abendstunden des 6. Januar kamen wir von einem Spaziergang nach Hause. Dabei mussten wir mit dem Kinderwagen, in dem sich unserere 15 Monate alte Tochter befand, die als sehr gefährlich geltende Hauptstraße von Lebusa nach Freileben passieren. Nach der Rechtskurve fuhr uns ein mit hoher Geschwindigkeit ankommender Pkw fast um. Auch der nachfolgende Fahrzeugführer erkannte uns - obwohl wir auf der entsprechenden Fahrbahnseite liefen und helle Kleidung trugen - viel zu spät.“
Als Fußgänger oder Radfahrer habe man auf dieser Strecke keine Möglichkeit, dem Verkehr auszuweichen, selbst dann nicht, wenn die nahende Gefahr erkannt werde. Grund dafür seien die Leitplanken. Und Steffen Fischer fragt: „Dienen diese wirklich der Verkehrssicherheit? Für Radfahrer und Fußgänger sind sie eine große Gefahr.“ An einen Radweg, der das Risiko abmildern würde, denke wohl niemand.
Bürgermeister Friedhelm Brockel und der Leiter der Straßenmeisterei, Mario Sasse, waren gestern beide entsetzt, als sie durch die RUNDSCHAU über diesen Vorfall informiert wurden, zumal - wie auch Steffen Fischer zu bedenken gibt - jetzt noch mehr Leute und vor allem Kinder auf dieser Strecke unterwegs sind, da die Kita in Freileben geschlossen wurde und die Steppkes die Einrichtung in Lebusa besuchen.

Radweg-Plan einst beiseite gelegt
Brockel erinnert sich: „Mitte der 90er Jahre sollte ein Radweg gebaut werden, allerdings nicht direkt an der Straße, sondern an der Verbindung vom Lebusaer Park, die in Freileben dort endet, wo der Schrottcontainer steht. Aber die Forstverwaltung akzeptierte das nicht.“ Das bestätigte Bauamtsleiter Harald Kutscher: „Ein Stück dieses Weges gehört nicht der Gemeinde, sondern dem Forst. Damals, als die Leitplanken an der Fahrbahn angebracht wurden, gab es wegen der Finanzierung des Rad- und Fußweges Verhandlungen mit dem Straßenbauamt. Doch eine Einigung gab es leider nicht.“ Harald Kutscher sieht ebenso wie Friedhelm Brockel jetzt aufgrund des erhöhten Radfahrer- und Fußgängerverkehrs eine noch größere Gefahr. Die Strecke ist ein Nadelöhr, wenn sich Pkw oder Lkw einerseits und Fußgänger sowie Radfahrer andererseits dort begegnen.
Mario Sasse, der damals noch nicht im Bereich Herzberg tätig war, hörte zum ersten Mal von diesem Dilemma und reagierte prompt. „Auf die Schnelle kann man den Weg nicht ausbauen. Da es sich dabei nicht um unsere Baulast handeln würde, wären Verhandlungen mit den anderen Behörden notwendig“ , räumte er ein. Allerdings wollte er sich noch gestern mit dem Straßenverkehrsamt des Landkreises in Verbindung setzen: „Vielleicht kann man angesichts dessen, dass jetzt noch mehr Familien mit Kindern unterwegs sind, mit einer Beschilderung auf diesen Umstand hinweisen. Als Sofortmaßnahme.“ Weiteres müsse folgen, so Sasse, denn: „Es gibt neben den rücksichtsvollen Fahrern auch andere, die solche Hinweise ignorieren.“

Auf jeden Fall dranbleiben
Für Steffen Fischer und seine Familie, aber auch für alle anderen Betroffenen, dürfte dies ermutigend sein. Nur darf es bei den Worten nicht bleiben. Die RUNDSCHAU wird das im Auge behalten.