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| 15:09 Uhr

Uebigauer Schaltanlagenbauer schaffen 20 neue Arbeitsplätze

Uebigauer Schaltanlagenbauer schaffen 20 neue Arbeitsplätze.
Uebigauer Schaltanlagenbauer schaffen 20 neue Arbeitsplätze. FOTO: Frank Claus
Update | Uebigau. Uebigau lässt aufhorchen: Startschuss für eine 3,5 Millionen Euro Investition, weitere 380 000 Euro für die Innenstadtsanierung, kreative Lösungen für vom Verfall bedrohte Häuser am Markt, eine neue Brücke über die Schwarze Elster und ein neuer Anlauf für die Wasserwanderraststation an der Mühle München. Da ist auch In frastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) am Donnerstag ins Staunen gekommen. Frank Claus

Die Produktionskapazitäten der Uebigauer Schaltanlagenbauer (Uesa) platzen wieder einmal aus allen Nähten. Deshalb ist am Donnerstag Spatenstich für eine weitere Lagerhalle und eine zusätzliche Lager- und Montagehalle gefeiert worden. Investiert werden zwei Millionen Euro. "Weitere 1,5 Millionen sind für Maschinen und Ausrüstungen nötig", so Helmut Hoffmann, Geschäftsführer des etwa 500 Mitarbeiter zählenden Uesa-Verbundes. Perspektivisch sollen dort Kabelverteiler mit einem Jahresproduktionsvolumen von etwa sechs Millionen Euro hergestellt werden. "Wir werden dazu 20 neue Mitarbeiter brauchen", so der Geschäftsführer. Die knapp 3000 Quadratmeter großen Hallen sollen bis Mai/Juni bezugsfertig sein. Sie sind zugleich auch ein weiteres Beispiel guter Zusammenarbeit mit der Firma Efen, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite Elek trokomponenten herstellt. Weil auch dort die Produktion erweitert werden soll, wird Uesa eine Lagerhalle errichten, die von Efen gemietet wird.

Die Investition sei aus mehreren Gründen notwendig geworden. Das sei die gestiegene Nachfrage nach Uesa-Produkten. So gebe es zunehmend Bestellungen für Elektroübergabestationen in Eigenheim-Wohnkomplexen. Der Trend gehe zu Stationen samt Zähler vorm Haus und nicht mehr wie üblich im Keller. "Darüber hinaus ist es notwendig geworden, unsere Produktionsabläufe effizienter zu gestalten", so Helmut Hoffmann, der anfügt: "Wir verlieren zu viel Zeit bei innerbetrieblichen Transporten." Mit einem gemeinsamen Projekt mit der BTU Cottbus-Senftenberg unter dem Namen "Neue Fabrikplanung" würde man nun wieder auf die Höhe der Zeit kommen. Helmut Hoffmann würdigte den "ausgezeichneten Kontakt" zur Kommune und zum Landkreis. "Vor allem mit Letzterem war das nicht immer so", meinte er und sagte: "Jetzt fühlt er sich als Dienstleister. Und das sage ich nicht nur, weil Landrat Christian Heinrich-Jaschinski und Bauordnungsamtschef Frank George hier am Tisch sitzen."

Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD), die im Stadtgebiet Uebigau unter anderem ein saniertes Wohnhaus im Stadtzentrum, die Schlossherberge und die neu gebaute Elsterbrücke in Augenschein nahm, meinte: "Es ist gut, wenn das Zusammenspiel zwischen Wirtschaft, Kommune und Landkreis so gut klappt wie hier." Deshalb habe sie, auch wenn nicht zu ihrem Ressort gehörend, den Spatenstich im Wirtschaftsunternehmen gern mit vollzogen. "Wir müssen die Rahmenbedingungen für Wirtschaft und in den Kommunen schaffen. Ein gutes Umfeld befördert Ansiedlungen und stärkt Städte und Gemeinden", sagte sie.

Bürgermeister Andreas Claus hatte am sanierten Wohnhaus Markt 3 deutlich machen können, dass qualitativ hochwertiger Wohnraum in Stadtzentren gefragt ist. "Wir haben keinen Leerstand", erklärte er, würdigte die "ausgezeichnete Arbeit der Wohnungsbaugesellschaft Elsteraue" und zeigte bereits die nächsten Vorhaben auf. Das noch marode Nachbarhaus werde saniert und auch bei den Gebäuden Torgauer Straße 1 und 3 sei man auf gutem Wege. Intensive Gespräche laufen zur Nachnutzung der ehemaligen Gaststätte "Zum roten Hirsch". Kathrin Schneider hob vor allem das Engagement der Stadt hinsichtlich energieeffizienten Bauens hervor. Das Gebäude Markt 3, wo eine Lösung für ein Quartier, in diesem Fall gleich für zwei Häuser geschaffen wurde, sei der richtige Weg. "Solche Vorzeigebeispiele brauchen wir noch mehr", meinte sie und sicherte der Stadt weitere Unterstützung zu. Uebigau zähle zu den 14 Kommunen in Brandenburg, die bereits Energiekonzepte vorgelegt hätten.

Die Uebigauer Erfahrungen würden bestätigen, dass es richtig sei, ganz besonders die Städte zu stärken. "In ländlichen Räumen sind sie die Anker", so die Ministerin. Angesichts der Bevölkerungsprognosen, die einen weiteren Rückgang der Einwohnerzahlen ausweisen, sei ihr Funktionieren umso wichtiger. Die Stadt Uebigau-Wahrenbrück konnte einen Förderbescheid über 380 000 Euro entgegennehmen. Geld, das verwendet werden soll, weitere Innenstadtmaßnahmen zu realisieren. Auch die Zusammenarbeit in der Kurstadtregion gehe in die richtige Richtung, so die Ministerin. Sie nahm eine Einladung zur Teilnahme an einer Beratung der vier Städte Bad Liebenwerda, Falkenberg, Uebigau-Wahrenbrück und Mühlberg an. Avisiert ist dafür das Frühjahr.

Ein Abstecher an die neue Elsterbrücke bei München nutzte der Bürgermeister, um Unterstützung für die Nachnutzung des benachbarten, einstigen Mühlenstandortes zu erbitten. Die Ministerin zeigte Wege auf. Nun soll es schon bald eine erste Beratung geben, um einen neuen Anlauf zu vollziehen.