Von Sylvia Kunze

Traurig sieht es aus. Unkraut macht sich in Steinritzen breit. Junge Bäume sprießen, wo sie eigentlich nicht hingehören. Wie es im Inneren des Hauses aussieht, kann man nur erahnen. Die Fensterscheiben werden vom Dreck der vielen Jahre mehr und mehr blind. Die einstige Oberschule gibt längst schon kein schönes Bild mehr ab.

Interessentin für das Objekt

Deshalb, und auch weil Leerstand generell kein guter Partner ist, macht man sich schon lange in der Stadtführungsetage Gedanken, wie es mit dem großen Gebäude weitergehen könnte. „Wir sind jetzt mit einer Interessentin, eine ehemalige Einheimische übrigens, die eventuell wieder zurückkehren möchte, im Gespräch“, berichtet Bürgermeister Delf Gerlach von aktuellen Überlegungen. Die zielen ganz grob darauf ab, das Objekt für Betreutes Wohnen herzurichten.

Eine Entbehrlichkeit, heißt kein städtisches Interesse an der Immobilie für die Zukunft, ist bereits per Beschluss der Abgeordneten bestätigt. „Wir müssen uns darüber klarwerden, ob wir das Haus veräußern wollen“, benennt Gerlach den Schritt, der als nächster gegangen werden müsste. Die Debatte dazu will er in den nächsten Wochen vorantreiben.

Viele Zwischennutzungen, jetzt nur noch Abstelllager

Denn auch ohne Nutzung kostet die Immobilie der Stadt jedes Jahr noch Geld. Zwischenzeitlich hat sie als Verwaltungsstandort (während der Umbauzeit im Rathaus), als Ausgabestelle der Tafel, als Unterkunft für den Jugendclub, als Übergangslösung für die Kindertagesstätte (während des Umbaus der Einrichtung), als Unterstellmöglichkeit für die Sammlungen des Heimatmuseums (während des Umbaus) gedient sowie war für Vereine der Stadt Anlaufpunkt.

Das hat sich alles schon wieder erledigt. Seit etwa zwei Jahren ist keine Nutzung mehr drin. Aber Abstellraum ist sie noch immer. Sollte sich eine Nutzungsänderung abzeichnen, die im Interesse der Stadt läge, müsste fleißig ausgeräumt werden. Hauptamtsleiter Roland Schrey zählt auf, was noch so alles im einstigen Oberschulobjekt lagert: Papiere der Verwaltung, alte IT-Technik, Kostüme und Requisiten der Wildgruber Tanzflöhe, Restbestände vom Heimatmuseum.

Ehemalige Grundschule besser genutzt

Der Amtsleiter ist froh, dass in der benachbarten Grundschule, die ja ebenfalls nicht mehr als Schule genutzt wird, weitaus mehr Leben aufrecht erhalten werden kann. Ein Teil werde noch immer für den Lenka-Verein und dessen Idee von einer Freien Schule freigehalten.

Aber darüber hinaus biete der Grundschulteil unter anderem Platz für die Arbeitsgemeinschaft Schulgeschichte, für die Musikschule, immer wieder auch für das zweite Wahllokal in der Stadt. „Da ist kaum noch ein Raum frei und reichlich Bewegung drin“, bilanziert Roland Schrey.

Belebte Zukunft für alte Oberschule gewünscht

Eine ähnlich belebte Zukunft wünscht man sich natürlich auch für das einstige große Gebäude, das bis 2006 die Oberschule beherbergte. Mit der Interessentin ist in diesen Tagen in der Verwaltung ein Gespräch geführt worden, berichtet der Bürgermeister der Stadt Uebigau-Wahrenbrück. Und dann stehe die bereits erwähnte Frage: Verkauf oder nicht Verkauf?

„Wenn wir das Objekt veräußern, dann in seiner Gesamtheit. Alles andere ist keine Option“, sagt Gerlach. Was vielleicht sogar zur Folge haben könne, dass sich noch andere Interessenten melden und andere Konzepte auf den Tisch legen. Ausgang offen.