Einige Umbrüche waren seit seiner Gründung zu meistern, doch einer der mitgliederstärksten Sportvereine der Kurstadt ist der TSV Lubwart Bad Liebenwerda nach wie vor. Am Sonnabend wurde im Bürgerhaus 50-jähriges Bestehen gefeiert.

Im Bemühen, aus dem Schatten von "König Fußball" zu treten, waren 1966 die Vertreter einer Reihe anderer Sportarten aus der BSG Motor ausgeschieden und hatten die Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Bad Liebenwerda gegründet, die sich aus den Sektionen Kegeln, Gymnastik/Turnen, Schach und Handball zusammensetzte und später durch Schwimmen und Leichtathletik ergänzt wurde. Schnell entwickelte sich die TSG zur mitgliederstärksten Sportgemeinschaft der damaligen Kreisstadt, wie die Vereinsvorsitzende Kathleen Herbrig in ihrer Festrede zurückblickte. Auch sportliche Erfolge blieben nicht aus.

Brüche und Veränderungen brachte die Wende mit sich, nach der sich der Verein mit der notwendig gewordenen Eintragung ins Vereinsregister in TSV Lubwart umbenannte und sich zunehmend auf den Freizeit- und Breitensport orientierte. 1996 zählte der TSV 337 Mitglieder - das ist der bisherige Höchstwert. Doch teils konnten in der Folge Sportarten nicht mehr weitergeführt werden, weil Mitglieder oder Übungsleiter fehlten, teils gliederten sich Sportarten aus organisatorischen Gründen in eigene Vereine aus, so die Kegler, der Handball und Schach. Einige neue Sportarten wie Volleyball und Tennis wurden nur zeitweise unter dem Dach des TSV betrieben.

Doch trotz des Ausscheidens von 230 Sportlern habe der Verein seit einigen Jahren wieder einen erfreulichen Mitgliederstand aufbauen können. 2009 stieß die Abteilung Wandern zum TSV und im gleichen Jahr bildete sich die Kindersportgruppe "Kindertanzbande", so dass mit dem Schwimmen und Gymnastik/Aerobic vier Abteilungen existieren, in denen 178 Mitglieder Sport treiben, davon über ein Drittel Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre. Die Vereinsarbeit habe aus Sicht des Vorstandes eine neue Qualität erreicht, betonte Kathleen Herbrig. Durch viele Aktivitäten gestalteten die Mitglieder bewusst und uneigennützig das Vereinsleben mit. Unterstützung finde der Verein nicht nur in Form von Fördermitteln der Stadt, des Landkreises und des Landessportbundes, sondern auch durch private Sponsoren, unter denen die Vorsitzende die Zahnarztpraxen Damm/Schulze und Meusel besonders hervorhob, die seit einigen Jahren für die jungen Schwimmer die Nutzungsgebühren für die Schwimmbahn im "Wonnemar" begleichen.

Glückwünsche und Grüße überbrachte der Vorsitzende des Kreissportbundes Elbe-Elster, Detlev Leissner, ebenso Bad Liebenwerdas stellvertretender Bürgermeister Gerd Engelmann, der das Wirken des TSV in Zusammenhang mit Bad Liebenwerdas Motto "gesund werden, gesund leben, gesund bleiben" stellte und die Verdienste um die Städtepartnerschaft mit Lübbecke hervorhob, die insbesondere durch die Abteilung Schwimmen gepflegt wird. Zum Jubiläum gratulierte auch Landtagsabgeordnete Barbara Hackenschmidt (SPD), die die Geschäftsführerin des Vereins, Monika Menzel, für ihr großes Engagement für den Verein auszeichnete.