| 02:41 Uhr

Trotz wachsender Konkurrenz: München tobt

Da muss sich das kleine hinter dem großen München nicht mehr verstecken: Viele kommen in Dirndl und Lederhose. Das Zelt ist voll - die Stimmung genial.
Da muss sich das kleine hinter dem großen München nicht mehr verstecken: Viele kommen in Dirndl und Lederhose. Das Zelt ist voll - die Stimmung genial. FOTO: Rösler
München. Auf drei tolle Tage und damit auf drei gut gefüllte Festzelte mit insgesamt mehreren Tausend Besuchern kann das kleine München an der Schwarzen Elster zurückblicken. Das 16. Oktoberfest hat sich damit zu einem der größten Volksfeste in der Region etabliert. Veit Rösler

Für die Hauptveranstalter Mathias Winter und Olaf Wassermann aus Uebigau ist das jährliche Oktoberfest im kleinen München an der Schwarzen Elster in jedem Jahr eine Herausforderung. Auf der grünen Wiese wird zuvor mehr als eine Woche lang eine kleine Feststadt aufgebaut. Denn die Konkurrenz ist größer geworden: Mittlerweile gibt es in der Region in Brandenburg und im angrenzenden Sachsen unzählige weitere Oktoberfeste, die so ein großes Event immer mehr auch zu einem Risiko werden lassen. "Dennoch waren wir wieder gut besucht. Ein Zeichen, dass wir noch immer alles richtig zu machen scheinen", meint Mathias Winter.

Obwohl sich in diesem Jahr der Feiertag am Montag angeboten hätte, sollte das Fest auf die angestammten drei Tage begrenzt bleiben. Das unkalkulierbare Risiko in einem dünn besiedelten Gebiet sei einfach zu groß, so Mathias Winter. Dabei wird das Event immer wieder neu den aktuellen Herausforderungen angepasst. So wurde in diesem Jahr das Konzept der Bierversorgung überarbeitet und der zu einem Oktoberfest passende herbstliche Dekoschmuck ausgebaut.

Erstmals war der Ort des Oktoberfestes durch einen Skybeamer von Bad Liebenwerda und Herzberg aus zu sehen. Aber auch das war neu: Der neuen Mindestlohnregelung der Bundesregierung geschuldet, wurde das Festzelt erstmals von einer Firma aufgebaut. "Dadurch hatten wir weniger Stress gegenüber den Vorjahren", rechnet Mathias Winter den Nebeneffekt vor. Dennoch waren ab eine Woche vorher viele weitere Helfer mit der Dekoration und dem Aufbau der Nebenanlagen beschäftigt. An den Hauptveranstaltungstagen sind an den Brennpunkten zwischen 30 und 50 Helfer im Einsatz. "O`zapft is", Helmut Schubert von der Neu-Uebigauer Firma Fiat Schubert durfte diesmal am Freitagabend den Hammer beim Fassbieranstich schwingen. Wieder dabei Kultbandcharakter zur Eröffnung der Oktoberfestparty in München Elbe-Elster: die Falkenberger Blasmusikanten.

In der Nacht zum Sonntag brachten das Double von Volksrocker Andreas Gabalier und "Fiasko" aus Hamburg die Stimmung zum Siedepunkt. Während am Freitag noch Gäste aus dem Raum Cottbus, Ortrand, Riesa, Torgau und Doberlug kommen, ist am Samstag nahezu das gesamte Bundesgebiet vertreten. Viele Ausgewanderte kommen extra wegen des Oktoberfestes in ihre alte Heimat. Dabei bringt ein großer Teil auch noch neue Freunde aus der Fremde mit. So gibt es dann schon fast eine maßstabgerechte Verkleinerung des großen Münchner Oktoberfestes. Viele Gäste kommen in Mannschaftsstärke, bringen den ganzen Verein, den kompletten Einsatztrupp der Feuerwehr oder sämtliche Arbeitskollegen mit. Der vom Lauf - und Walkingverein 05 Bad Liebenwerda organisierte 10. Gaudilauf über 13,7 und 27 Kilometer führte diesmal von Schweinfurth über Reichenhain, Würdenhain, Zeischa, Bad Liebenwerda, Wahrenbrück, Neumühl nach München.