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| 11:27 Uhr

Brandenburger Tourismuspreise
Preise im Doppelpack für Elbe-Elster

 Tourismuspreis 2019 des Landes Brandenburg in der Landesvertretung Brandenburg beim Bund  an den ElsterPark Herzberg - verliehen von Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (3.v.r.) und Staatssekretär Hendrik Fischer (r.), hier mit Dr. Frank Hamann, Geschäftsführer der Elsterwerkstätten gGmbH (2.v.l.), und Robert Haenzel, Geschäftsführer ElsterPark (3.v.l.)
Tourismuspreis 2019 des Landes Brandenburg in der Landesvertretung Brandenburg beim Bund an den ElsterPark Herzberg - verliehen von Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (3.v.r.) und Staatssekretär Hendrik Fischer (r.), hier mit Dr. Frank Hamann, Geschäftsführer der Elsterwerkstätten gGmbH (2.v.l.), und Robert Haenzel, Geschäftsführer ElsterPark (3.v.l.) FOTO: Maecke / Yorck Maecke
Herzberg. Anlässlich der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin wurden am Freitagabend die diesjährigen Tourismuspreise des Landes Brandenburg vergeben. Gleich zwei der vier Preise gehen nach Elbe-Elster. Zwei Preise in einen Landkreis – das ist ein Novum. Von Birgit Rudow und Frank Claus

Dass der Preis in der Kategorie „Tourismus für alle“ unter dem Blickwinkel der Barrierefreiheit an den ElsterPark in Herzberg geht, hat vor Ort helle Begeisterung ausgelöst.

 Ein Teil des Teams in Küche und Service im ElsterPark: Jaqueline Born, Andreas Beutler, Katarina Knoll, Nicole Henschel, Mario Leopold, Nico Piesenack, Manuela Labrenz, Jana Sandmann, Michael Siegel und Robert Haenzel (v.l.).
Ein Teil des Teams in Küche und Service im ElsterPark: Jaqueline Born, Andreas Beutler, Katarina Knoll, Nicole Henschel, Mario Leopold, Nico Piesenack, Manuela Labrenz, Jana Sandmann, Michael Siegel und Robert Haenzel (v.l.). FOTO: Dieter Müller

Brandenburgischer Tourismuspreis für den Elsterpark in Herzberg

„Als 2014 mit dem BlauHaus der erste Teil des ElsterParks eröffnet wurde, haben wir den Inklusionspreis des Landes Brandenburg bekommen und jetzt sozusagen zum 5. Geburtstag den Tourismuspreis. Das ist ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für alle Kollegen und das, was wir in den vergangenen fünf Jahren hier aufgebaut haben. Vor allem unsere Leute aus dem Werkstattbereich freuen sich wie Bolle“, sagt ElsterPark-Chef Robert Haenzel.

Die Arbeit mit behinderten Menschen als Mitarbeiter ebenso wie  als Gäste ist das Kernsegment des ElsterParks. „Bei der Bewerbung für den Preis haben wir uns gefragt, was uns besonders macht. Wir haben unser barrierefreies Angebot als Dienstleistung vorgestellt. Unsere Spezifik aber sind die eigenen Mitarbeiter. Deshalb haben wir den Fokus auf das Team gelegt“, so Robert Haenzel. Das BlauHaus als gastronomische Einrichtung ist ein Werkstattbereich. Hier arbeiten 17 Kolleginnen und Kollegen mit Behinderungen zum Beispiel im Service oder in der Küche. Auch in der Herberge TraumHaus sind fünf Mitarbeiter mit zum Teil schweren Behinderungen beschäftigt. Die Mehrheit im Team sind Menschen mit Handicap, die von Fachpersonal unterstützt werden.

6500 Übernachtungen im vergangenen Jahr im TraumHaus und etwa 19 000 Gäste im BlauHaus sprechen für sich. Das TraumHaus hat 21 Zimmer. Die Betreuung ist auch auf schwerst mehrfachbehinderte Gäste ausgerichtet. „Wir hatten kürzlich eine Gruppe mit 20 Leuten, von denen zwölf Rollstuhlfahrer waren. Es gibt nicht viele Einrichtungen, die das in dieser Größenordnung leisten können“, sagt Robert Haenzel. Einige Träger kommen mit ihren Gruppen immer wieder, weil sie das Angebot im ElsterPark schätzen. Der Park bietet auch im Outdoor-Bereich Abwechslung für Menschen mit Behinderungen zum Beispiel beim Bogenschießen, mit Projekten in der Natur oder Kreativolympiaden.

„Wir werden den Tourismuspreis bei uns im Gastraum präsentieren“, verspricht Robert Haenzel. Barrierefreiheit und Angebote für behinderte Menschen würden einen zunehmenden Stellenwert im Tourismus erlangen, sagt er. „In Brandenburg sind wir in dieser Beziehung schon recht weit und wir als ElsterPark unter dem Dach der Stiftung ElsterWerk tragen wir unseren Teil dazu bei“, sagt er.

Brandenburgischer Tourismuspreis für den Lutherpass aus Elbe-Elster Entwickelt im Elbe-Elster-Kreis gehörte der Luther-Pass zu den Marketinginstrumenten im Jubiläumsjahr 500 Jahre Reformation (2017), die besonders aufhorchen ließen. Der rechtzeitig ein Jahr zuvor aufgelegte Pass lebt auch zwei Jahre nach dem Jubiläum noch. Entwickelt als Wegweiser durch die Spuren der Reformation in acht Städten und drei Bundesländern hat er sich wie die Idee der Reformation seinerzeit längst verbreitet.

   Tourismuspreis 2019 des Landes Brandenburg in der Landesvertretung Brandenburg beim Bund an den Luther-Pass - verliehen von Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (3.v.r.) und Staatssekretär Hendrik Fischer (r.), hier mit Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (2.v.l.) und Luther-Pass Erfinderin Janine Kauk (3.v.l.).
Tourismuspreis 2019 des Landes Brandenburg in der Landesvertretung Brandenburg beim Bund an den Luther-Pass - verliehen von Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (3.v.r.) und Staatssekretär Hendrik Fischer (r.), hier mit Elbe-Elster-Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (2.v.l.) und Luther-Pass Erfinderin Janine Kauk (3.v.l.). FOTO: Maecke / Yorck Maecke

Mit nunmehr fast 70 000 ausgereichten Exemplaren in mehr als 80 regionalen und überregionalen Ausgabestellen sowie online, so Erfinderin Janine Kauk, „können wir von einer sehr positiven Entwicklung sprechen.“ Die Tourismuspreis-Jury lobt: „Der Luther-Pass verbindet in hochwertigem Design sehenswerte Geschichten, authentische Orte und Augenblicke der Zeitgeschichte in Elbe-Elster, an denen Martin Luther und seine Wegbegleiter wirkten.“ Und weiter: Der Reisebegleiter im Hosentaschenformat eröffne dem Gast immer neue und überraschende Perspektiven auf Leben und Wirken des Reformators. „Er bietet auch langfristig einen konkreten Reiseanlass, führt den Gast dabei durch landschaftlich reizvolle Gebiete und bereichert durch Inspiration und Information“, erklärt die Jury. Dabei setzen die Pass-Macher auf Eigeninitiative bei den Besuchern. „Wir zeigen einen Pfad, bevormunden aber nicht.“

 Erfolgsfaktor Lutherpass. Im Jahr 2016 hat Michael Piero im Museum Mühlberg einen der ersten Stempel und den ersten Luther-Pass präsentiert. Seitdem ist das pinkfarbene Büchlein im Taschenformat in aller Munde. Inzwischen wurde er etwa 70 000 Mal ausgegeben. 
Erfolgsfaktor Lutherpass. Im Jahr 2016 hat Michael Piero im Museum Mühlberg einen der ersten Stempel und den ersten Luther-Pass präsentiert. Seitdem ist das pinkfarbene Büchlein im Taschenformat in aller Munde. Inzwischen wurde er etwa 70 000 Mal ausgegeben.  FOTO: Frank Claus

Im Jahr der Einführung zeichnete sich das Elbe-Elster-Land, in dem das Luther-Pass-Kerngebiet liegt, durch den prozentual höchsten Gästeankunfts- und Übernachtungszahlenzuwachs im Landesvergleich Brandenburg aus. Die Museen des Museumsverbundes Elbe-Elster verzeichneten eine Verdopplung der Besucherzahlen.

Auch wenn der Strom etwas abgeebbt ist, brandenburg- und bundesweit hat der Pass weitere Liebhaber gefunden. Im neu aufgelegten Luther-Pass 2.0 sind Brandenburg/Havel mit der St. Gotthardkirche und Frankfurt/Oder mit der St.-Marien-Kirche als weitere sehenswerte Stempelstätten in Brandenburg aufgenommen. Megastolz waren die Pass-Gestalter, als sie eine Anfrage der weltweit bedeutendsten Reformationsstätte mit jährlich mehr als 600 000 Besuchern erreichte. Seit dem Vorjahr ist die Unesco-Welterbe-Stätte, die Wartburg im thüringischen Eisenach, ebenfalls neue Stempelstätte.

Janine Kauk ist stolz: „Wer dem Geist des Reformators nachspürt, wird feststellen, dass Wittenberg die Mutter, Torgau die Amme und Elbe–Elster die Wiege der Reformation ist. Die Wiege fristete bisher eher ein Mauerblümchendasein. Im Reformationsjahr hat sich das geändert und das mit Pauken und Trompeten.“