| 17:49 Uhr

Helfer feiern Geburtstag
THW aus Elbe-Elster ist seit 20 Jahren ein leistungsstarker Ortsverband

THW: Übung mit Feuerwehr Kolochau Schrottplatz Dubro
THW: Übung mit Feuerwehr Kolochau Schrottplatz Dubro FOTO: THW / LR
Herzberg. Die THW-Helfer haben am Samstag in Herzberg ihren runden Geburtstag gefeiert. Von Birgit Rudow

Im Herzberger Bürgerzentrum hat der THW-Ortsverband Herzberg am Samstag mit vielen Gästen sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Eigentlich ist der Name des Ortsverbandes nicht ganz korrekt, denn er ist zuständig für den gesamten Elbe-Elster-Kreis. Benannt wird er aber immer nach dem Kreissitz.

Die Geburtsstunde des Technischen Hilfswerks in Herzberg schlug am 14. Februar 1997 im Rathaus der Stadt. Der erste Ortsbeauftragte war Dietmar Böttcher aus Finsterwalde. Die Gruppe zählte damals lediglich drei Mitglieder. Doch im Juli waren es schon elf, und im Dezember 1997 konnte schon der Neubau des Ortsverbandes im Herzberger Gewerbegebiet eingeweiht werden.

Heute hat der THW-Ortsverband Herzberg 28 Mitglieder, davon vier Frauen, im Alter von 16 bis etwa 60 Jahre. Hinzu kommen zwei Junghelfer –  neun und elf Jahre alt. Seit 2008 ist Michael Marke der Ortsbeauftragte. Er folgte auf Ingo Ritter, der das THW Herzberg von 2002 bis 2008 leitete. Zu den Stützen des Verbandes gehörte in den ersten Jahren auch der Ausbildungsbeauftragte Siegfried Hoffmann.

Zur Grundausstattung eines THW-Verbandes gehören der Zugtrupp, der die Lage sondiert, und die erste und zweite Bergung. Die Gruppen sind mit sämtlicher Technik für einen Ersteinsatz ausgerüstet wie Geräte zur Bearbeitung von Holz oder Metall, zum Trennen, ein kleiner Satz Lichttechnik, kleine Pumpen und Kleinhandwerkzeug. Ein besonderes Merkmal des Herzberger Verbandes ist die Fachgruppe Beleuchtung. Sie verfügt über einen Lichtmast und Ausleuchtungsmittel für große Flächen. Der Lichtmast liefert 7000 Watt Leistung und ist auch bei Windstärke 11 noch einsatzfähig. Zur Ausstattung des THW in Elbe-Elster gehört ebenfalls eine Hochleistungspumpe, die der Landkreis angeschafft hat.

In den Anfangsjahren blieb der Herzberger Verband von ernsten Einsätzen noch verschont. Der Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen zum Beispiel bei Großveranstaltungen. Eine erste große Bewährungsprobe musste das THW bei der Elbeflut 2002 bestehen. Sieben Tage waren die Helfer an den Brennpunkten zu finden, so an kritischen Deichabschnitten in Wittenberg, in Bleddin, Groß Naundorf, Mühlanger oder Mühlberg.

Ereignisreich war auch das Jahr 2006. Erst nahm das THW Herzberg an einer Großübung teil. Dann kam das Hochwasser an der Elbe bei Mühlberg. Als 2008 die Recyclinganlage in Lichterfeld brannte, stand das THW bereit, um die Einsatzstelle in den Nächten auszuleuchten.

Beim Hochwasser an der Schwarzen Elster 2010 war die Lage im Landkreis vor allem in Herzberg so kritisch, dass das THW mit 87 Kameraden aus 14 Ortsverbänden im Altkreis Herzberg im Einsatz war. Das Jahr endete für die THW-Kameraden mit einer schönen Überraschung, als der Geschäftsführer aus Potsdam zur Jahresabschlussveranstaltung die Schlüssel für einen Mehrzweckkraftwagen überreichte.

2011 stand Herzberg im Winter wieder unter Wasser. Das THW baute Brücken und Stege für die Bürger in der Uebigauer Straße. Auch 2013 war das THW mit seiner Technik am Deich gefragt.

2015 hat das Herzberger THW erneut ein neues Fahrzeug erhalten — einen Gerätekraftwagen. In dem Jahr wurde auch die Jugendgruppe gebildet. Das Leistungsabzeichen wurde 2015 erstmals beim THW Ortsverband Herzberg abgenommen. 70 Jugendliche aus Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt waren dazu an die Elster  gekommen. 2017 war das THW bisher hauptsächlich zur Beseitigung von Unwetterschäden im Einsatz. Sechs Helferinnen und Helfer haben zum Beispiel geholfen, die  Bahnstrecke Plessa - Lauchhammer von umgestürzten Bäumen zu räumen. Eine Woche lang waren Helfer aus Herzberg mit der Großpumpe in Velten im Einsatz, wo starke Regenfälle zu Überschwemmungen geführt hatten.

Für das THW si die Zusammenarbeit bei Einsätzen oder gemeinsame Übungen mit den anderen Organisationen wie Feuerwehr oder DRK unerlässlich. Beim THW geht es aber nicht nur ernst zu. Sommerfeste, Badewannenregatta oder Kinderfeste stehen fast jährlich auf dem Programm. Wie andere Organisationen oder Vereine auch, ringt das Technische Hilfswerk um Nachwuchs und ist deshalb auch an Schulen präsent. Erst kürzlich hatte es zu einem Malwettbewerb aufgerufen, zu dem etwa 80 Einsendungen eintrafen, die am Samstag im Bürgerzentrum gezeigt wurden.

Die Höhepunkte der vergangenen 20 Jahre haben die THW-ler in einer kleinen Chronik zusammengefasst. Insgesamt sind sie in dieser Zeit 38 Einsätze gefahren und haben 80 856 Dienststunden geleistet. Das sind 3369 Tage bei Einsätzen, Veranstaltungen und Ausbildung.

Auf der Festveranstaltung am Samstag würdigte die amtierende THW-Landesbeauftragte für Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt, Katrin Klüber, die vergangenen 20 Jahre, in denen ein stabiler und leistungsfähiger Ortsverband in Herzberg aufgebaut wurde. Ihr großer Dank galt auch den Familien und den Arbeitgebern der Helfer, ohne deren Verständnis solch ein Ehrenamt nicht möglich wäre. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (CDU) dankte allen Mitgliedern des Ortsverbandes für das Engagement und die vielen freiwillig geleisteten Arbeitsstunden. Für ihn ist der hiesige Ortsverband deshalb eine Organisation, die Einsatzfreude mit hohem technischem Können verbindet, sagte er.

Viele lobende Worte und Ehrungen gab es am Samstag zur Festveranstaltung, auch von der Landesbeauftragten Katrin Klüber (r.).
Viele lobende Worte und Ehrungen gab es am Samstag zur Festveranstaltung, auch von der Landesbeauftragten Katrin Klüber (r.). FOTO: Holger Fränkel / LR
Vor wenigen Wochen erst haben Mitglieder der THW-Ortsgruppe bei der Beseitigung von Sturmschäden an der Bahnstrecke Plessa - Lauchhammer geholfen.
Vor wenigen Wochen erst haben Mitglieder der THW-Ortsgruppe bei der Beseitigung von Sturmschäden an der Bahnstrecke Plessa - Lauchhammer geholfen. FOTO: THW/Oliver Scheele / LR