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Thema Schule bewegt die Gemüter

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Uebigau. In der Einwohnerversammlung in Uebigau heftig diskutiert: Wie geht die Ära Grundschule zu Ende? Wie ist der Stand der Beantragung der Freien Schule? Wie geht es mit der Schulküche weiter? Wie wird Schulbusverkehr organisiert? Sylvia Kunze

Die Einwohnerversammlung am Dienstagabend in der Museumsscheune hat aufgezeigt, dass die Uebigauer mit dem Thema Schule noch lange nicht "durch" sind, denn es wurde noch einmal ausgiebig diskutiert. Dabei ging es um verschiedene Aspekte, die alle damit im Zusammenhang stehen.

Das Ende der Ära Grundschule: Die Tatsache, dass die seit mehr als 100 Jahren bestehende Schule zum Schuljahresende im Sommer schließen wird, stimmt viele Uebigauer traurig - und wütend. Elke Jachmann spricht vom "schwärzesten Tag in der Geschichte der Stadt" und lässt Bürgermeister Andreas Claus wissen, dass man ihm diesen Einschnitt "ewig übel nehmen" wird. "Wir können nicht einfach so sang- und klanglos schließen", sagt der Stadtverordnete Delf Gerlach. Auch wenn wohl keinem so richtig zum Feiern zumute sei, müsse man doch einen würdigen Rahmen finden, fordert er auf, sich Gedanken zu machen. "Irgendwas wollen wir jedenfalls tun", kündigt Ortsvorsteher Ulrich Jachmann an.

Indessen ist der "Umzug" bereits vorgeplant. Ein Teil des Inventars soll nach Absprachen mit dem Lenka-Verein vor Ort verbleiben. Der andere Teil werde nach Wahrenbrück gebracht, berichtet Andreas Claus. Geräumt werden soll nach Aussage des Uebigau-Wahrenbrücker Hauptamtsleiters Roland Schrey gleich an den ersten Ferientagen.

Der Stand der Beantragung der Freien Schule: Gute Nachrichten sähen jedenfalls anders aus. In der Einwohnerversammlung wird darüber informiert, dass die Genehmigung noch immer aussteht. Aber wird es die überhaupt geben? Die schulfachliche Prüfung des Lenka-Konzepts für die Schule im Bildungsministerium soll negativ ausgegangen sein. Man habe kein besonderes pädagogisches Interesse angemeldet, weil das, was die Freie Schule in Uebigau ausmachen solle, auch jede andere Grundschule biete, weiß Bürgermeister Andreas Claus aus den Gesprächen mit den Verantwortlichen des Lenka-Vereins. Aber: Wer zu dieser Einschätzung gelange, habe das Konzept nicht richtig gelesen, ist das Stadtoberhaupt überzeugt und verspricht, die Bemühungen von Lenka weiter zu unterstützen. "Wir müssen versuchen, Druck zu machen", sagt er. "Wir sind schon an die Landtagsabgeordneten herangetreten und haben über die Situation informiert", berichtet Jachmann, dass man bereits alle Hebel in Bewegung setzt. Anja Heinrich (CDU) habe em pfohlen, schnell eine Petition auf den Weg zu bringen. "Da sind wir dran, denn das Lenka-Konzept für die Freie Schule unterscheidet sich maßgeblich von den Angeboten staatlicher Grundschulen", so Jachmann weiter. Nicht nur er fordert: "Die Schule soll genehmigt werden!" "Es ist auch im Schulentwicklungskonzept Elbe-Elster Süd festgeschrieben, dass wir das Modell mit einer Freien Schule wollen", bekräftigt Claus. Das grüne Licht schon zum Beginn des neuen Schuljahres im Sommer scheint indessen immer unwahrscheinlicher.

Was heißt das für die Schulküche vor Ort? Bürgermeister Andreas Claus versichert, dass die Verwaltung erst einmal kein Erfordernis sieht, "am Zustand was zu ändern". Die Küche schreibe schwarze Zahlen, versorge neben der Schule schließlich auch die Herberge, die Kita und die Firma uesa. Schon deshalb werde sie weiter benötigt. Jedoch sei es erklärtes Ziel, für die Perspektive eine Lösung zu finden. Der Lenka-Verein habe bei Genehmigung der Freien Schule Interesse angemeldet. Und im Zuge der Diskussion des städtischen Haushalts ist davon die Rede, die Einrichtung in eine private Betreibung zu überführen.

Das Problem Schulbusverkehr: Anja Stäbler, Mutti eines Erstklässlers, der seit vergangenem Jahr die Grundschule in Wahrenbrück besucht, sieht beim Schulbus noch einige Probleme auf Stadt und Eltern von Schulkindern zukommen. Die zurückliegenden Monate haben ihr vor Augen geführt: "Das mit den Schulbussen funktioniert nicht!" Mal kommt der Bus zu spät. Mal fährt er einfach durch und hält an der Haltestelle an der Schule nicht an, und lässt die Kinder stattdessen erst auf dem Markt raus. Mal warten Anschlussbusse nicht. Sie hat in zurückliegenden öffentlichen Sitzungen die Verwaltung immer wieder auf derartige unbefriedigende Situationen aufmerksam gemacht. Ist ein Problem behoben, tut sich scheinbar ein nächstes auf. Und Anja Stäbler mag gar nicht weiterdenken: Bis jetzt werde ja vom Uebigauer Hort noch eine Busaufsicht gestellt. "Was ist ab dem kommenden Schuljahr, wenn es in Uebigau keinen Hort mehr gibt? Wer hilft den Kindern dann beim Umsteigen? Wer passt auf? Uns Eltern wurde ein sicherer Schulweg für unsere Kinder nach Wahrenbrück zugesichert", drängt sie auf Lösungen.

Eine klare Antwort auf ihre Fragen hat sie noch nicht erhalten, aber die Zusicherung des Bürgermeisters, dass sich die Stadtverwaltung mit der Nahverkehrsgesellschaft zusammensetzen und die aufgetretenen Probleme besprechen will, damit sie zukünftig nicht mehr auftreten.