Der Vorhang geht auf. Ein gar nicht garstiger Teufel namens Luzifer verspürt Lust nach einem Weiblein und weiß, dass es da im Zarenreich doch die schöne Warwara gibt. Er trägt seinen drei kleinen süßen Teufelchen auf, schöne Kleider zu nähen und lässt sich von dem Tanzlehrer (Franziska Nitschke) die alte russische Volksweise „Kalinka“ beibringen, um später Warwara (Judith Poppe) und ihrem Vater, dem Zaren (Rayk Braune), zu imponieren.
So taucht er aus der dunklen Hölle schließlich auf im hellen Zarenreich. Er begegnet Snegurotschka (Lena Heidrich), Väterchen Frost (Juliane Hesse) und den tanzenden Schneeflocken. Ihm gelingt es, die schöne Warwara in die Hölle zu entführen, wo sich des Teufels Großmutter Satanella (Alicia Cossa) freut, nun endlich Haushaltshilfe beim Kochen von Spin nensuppe und Froschgebein zu erhalten. Doch viel wichtiger ist der Alten noch der Wodka, und als sie ihr Teufels-Söhnchen danach fragt, antwortet er sehr zum Amüsement des Publikums: „Satanella, Du alte Schachtel, Du warst doch schon dreimal im Eisschrank zur Entziehung.“
Freilich, die wahre Liebe zwischen dem Teufel und der schönen Warwara stellt sich auch nach einem Jahr - „Die 12 Monate“ tanzen den Jahresverlauf bildhaft - natürlich nicht ein. Da haben die kleinen Teufelchen schließlich einen Plan - sie helfen Warwara aus der Hölle zu fliehen, indem sie zuvor die Großmutter mit ihrem beliebten Wodka kalt stellen und danach gemeinsam mit Warwara Spinnen, Gespenster und Fledermäuse - alle Szenen natürlich getanzt - besiegen.
Groß ist die Freude im Zarenreich, als Warwara wieder zu Hause ist. Das wird mit einigen Tänzen gebührend gefeiert. Als der Teufel dann noch mal auftaucht, um sich sein „Bräutchen“ wieder zu holen, verwandelt Väterchen Frost ihn im Finale in einen Eisberg.
Man merkt, wie den Akteuren nach dem Beifall des Publikums eine Last zu Boden fällt: Geschafft. Die vielen Proben haben sich gelohnt - fast alles hat geklappt wie am Schnürchen. Und die Besucher tuscheln sich zu: Erstaunlich, was die „Tanzmäuse“ jedes Jahr aufs Neue so auf die Beine stellen. Dem ist nichts hinzuzufügen, außer eines: Vielen Dank allen, die sich mit Kindern und Jugendlichen so gern und liebevoll beschäftigen und dabei so „Teuflisches“ vollbringen.