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| 16:27 Uhr

Doppelte Freude in Falkenberg
Tanzende Mäuse im Zauberland Mageja

Farbenfrohe Kostüme bestimmten einmal mehr das Bild der Aufführung. Gut ein Jahr Vorbereitung lag vor dem Premierenabend der Falkenberger Tanzmäuse.
Farbenfrohe Kostüme bestimmten einmal mehr das Bild der Aufführung. Gut ein Jahr Vorbereitung lag vor dem Premierenabend der Falkenberger Tanzmäuse. FOTO: Sven Gückel
Falkenberg. Spannend, farbenfroh und mitreißend: Die Falkenberger Tanzmäuse führen gute Tradition in bewährter Weise fort. Von Sven Gückel

Für die Fans der Falkenberger Tanzmäuse ist die Vorweihnachtszeit ein Moment doppelter Freude. Seit vielen Jahren führt der Verein dann im Haus des Gastes eines seiner Märchen auf. Spannende Erlebnisse, farbenfrohe Kostüme und mitreißende Tänze gab es deshalb auch am Sonntag wieder zu erleben.

Die in ihr schlummernde Nervosität lässt Erika Weger sich nicht anmerken. Vielmehr orientieren sich alle Mitwirkenden und Helfer an der 76-Jährigen, tragen auftretende Fragen und Probleme an sie heran. Weger weiß, wie es wenige Minuten vor der Premiere der neuen Märchenaufführung der Falkenberger Tanzmäuse um die jungen Darsteller steht. „Daran hat sich in den vergangenen 48 Jahren nichts geändert“, betont sie mit ruhiger Stimme.

Wunderbare Kostüme gehören bei allen Märchenaufführungen inzwischen zum Standard.
Wunderbare Kostüme gehören bei allen Märchenaufführungen inzwischen zum Standard. FOTO: Sven Gückel

Auch wenn die Hauptlast der neuesten Aufführung auf Sandra Werner als Vereinsvorsitzender und Choreografin sowie deren Mann Stefan Werner, der das Buch zum Stück schrieb und den Schauspielunterricht der Truppe leitete, lag, war Erika Weger täglich im Vereinsbüro anzutreffen. Zu tun, sagt sie, gebe es immer etwas. Etwa 50 Darsteller wirkten dieses Jahr am Stück „Das Goldene Buch“ mit. Eine Geschichte, die die Tanzmäuse 2007 schon einmal auf die Bühne brachten. „Aber so richtig gefallen hat es mir heute nicht mehr. Zudem haben wir uns weiterentwickelt und inzwischen auch technisch ganz andere Möglichkeiten. Deshalb habe ich sie komplett umgeschrieben“, verdeutlichte Stefan Werner. Die Hauptrolle der Frieda, einem Waisenkind, dessen Aufgabe es war, das Zauberland Mageja von der bösen Herrscherin Morena (Lena Fellenberg) zu befreien, übernahm die elfjährige Pauline Kiepisch. „Es ist immer wieder schön anzusehen, welches Potenzial in den Jungen und Mädchen steckt. Sie können nicht nur hervorragend tanzen, sondern sind auch wunderbare Schauspieler“, freute sich Werner.

FOTO: Sven Gückel

Gut ein Jahr Vorbereitung lag vor dem Premierenabend. Mit Beginn des laufenden Schuljahres begannen schließlich die ersten Proben. Anfangs wöchentlich einmal, mit Beginn November jedoch intensiver und länger. Auch ein Trainingslager im Landschulheim Grüngräbchen bei Hoyerswerda absolvierten die Tanzmäuse eigens hierfür. Zudem galt es, über 150 Kostüme zu schneidern, die Technik vorzubereiten und gemeinsam mit den Eltern der jungen Darsteller die Kulisse zu bauen.

Insgesamt sechs Veranstaltungen wird es geben, bei denen Stefan Werner im Ganzen mit 2500 Besuchern rechnet. Die Karten der Aufführungen sind in der Regel schnell vergriffen, wenngleich der Premierenabend noch freie Stühle aufwies. Doch die Märchen der Tanzmäuse sind längst zum Selbstläufer geworden. Die Qualität ihrer Aufführung ist Werbung genug, um viele Besucher anzulocken. Selbst um genügend Darsteller muss sich der Verein keine Gedanken machen. Ganz gleich, ob so jung wie Rubinia Schubert (7) oder bereits gereift wie Michael Hienzsch (59) – jeder möchte hier gern dabei sein. „Ich hatte mir das schon immer mal gewünscht. Jetzt geht dieser Traum endlich in Erfüllung“, frohlockte Michael Hienzsch.

Als Erika Weger die Falkenberger Tanzmäuse am 10. September 1970 gründete, hätte sie sich kaum vorstellen können, welche Erfolgsgeschichte daraus wird. Der runde Geburtstag im Jahr 2020 soll deshalb ein wahrer Jahreshöhepunkt werden. „Wir werden nicht nur einmal feiern, sondern 365 Tage lang, mit verschiedenen Events und Aufführungen“, blickte sie voraus.

Auch Stefan Werner weiß, was auf ihn zukommt. Denn eigens zum Geburtstag möchte der Verein wieder ein großes Märchen auf die Bühne bringen, dessen Aufführung bis zu zwei Stunden dauert. Viel Arbeit also, aber auch jede Menge Spaß für die tanzenden Mäuse.

Mehr Infos zum Verein Falkenberger Tanzmäuse und den aktuellen Aufführungen finden sich unter www.falkenberger-tanzmaeuse.de