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| 17:14 Uhr

Tage der offenen Tür
Mitten im „Gedächtnis der Stadt“

Im „Heiligtum“ des Archivs konnte Archivarin Ramona Heide (M.) interessierten Besuchern Einblicke in historische Unterlagen gewähren, hier handschriftliche Akten aus der Zeit des Rittergutes.
Im „Heiligtum“ des Archivs konnte Archivarin Ramona Heide (M.) interessierten Besuchern Einblicke in historische Unterlagen gewähren, hier handschriftliche Akten aus der Zeit des Rittergutes. FOTO: Rico Meißner
Falkenberg. Ramona Heide, Archivarin in Falkenberg, zieht ein positives Fazit. Die Tage der offenen Tür haben sich gelohnt. Besonders am Sonntag war das Besucherinteresse groß. Von Rico Meißner

Ramona Heide als Verwalterin des Stadtarchivs, dem „Gedächtnis der Stadt“, hat Samstag und Sonntag Einwohner und Besucher einen Blick tief ins Innere dieses Gedächtnisses werfen lassen. Bei Führungen durch die modernen Räume, zu denen man sonst nicht ohne weiteres Zugang erhält, erläuterte die Archivarin die Bestände und Arbeitsabläufe, wenn eine Akte in das Archiv einzuordnen ist, sowie etwa die Überwachung der Raumtemperatur- und Luftfeuchtigkeit. Die Notfallkiste durfte beim Einblick in die Arbeit nicht fehlen.

Und alle Gäste lernten: Neben Personenstandsakten, Bauunterlagen und anderen Verwaltungsnotizen schlummern noch weit ältere „Schätze“ im „Heiligtum“. So zeigte Heide den Gästen beispielsweise alte Akten aus der Zeit des Rittergutes in den vergangenen Jahrhunderten. Alles Originale, versteht sich. An einigen hat der Zahn der Zeit trotz sorgfältigem Umgang schon kräftig genagt. „Es ist mir gelungen, schon zwei Paten für dringend nötige Restaurierungen zu finden“, berichtet die Archivarin.

„Ich wollte schon immer einmal hierher gehen“, sagte etwa Michael Richter aus Falkenberg. „Ich war einfach neugierig.“ Besonders interessiert ist er an alten Bauunterlagen seines Grundstückes. Für deren Einsicht muss allerdings ein Antrag gestellt werden.

Groß nachgefragt werden, vor allen Dingen in den Wintermonaten, auch die Personenstandsunterlagen. „Sie werden gerne von jungen Leuten genutzt, um den Familienstammbaum nachvollziehen zu können“, so Ramona Heide. „Ich bin gern dabei behilflich.“

Neben Eigenkreationen konnte die Bäckerei Getzschmann auch mit Leckereien, die auf alten Rezepten basieren, im Foyer aufwarten.
Neben Eigenkreationen konnte die Bäckerei Getzschmann auch mit Leckereien, die auf alten Rezepten basieren, im Foyer aufwarten. FOTO: Rico Meißner

Auch ein weiteres Projekt lässt sich gut an. Die Sammlung von historischen Koch- und Backrezepten aus der Region wächst. „Wir haben bis jetzt zehn Bücher, vier davon handgeschrieben und noch eine lose Blattsammlung.“ Einige Köstlichkeiten davon präsentierte die Bäckerei Getzschmann bereits am Wochenende. Da gab es Kartoffelkuchen und Quarkbällchen nach altem Rezept. Gleich daneben thronte die Eigenkreation – der süße „Falkenburger“. „Ich freue mich, dass ich in der Bäckerei schon über Jahre so einen guten Partner habe, der die Aktionen immer mit besonderen Einfällen und viel Engagement bereichert“, lobt die Stadtangestellte.

Eine Ausstellung im Foyer zeigte Arbeiten von Schülern der 5. und 6. Klasse der Lindgren-Grundschule. Die Aufgabenstellung besagte, durch Befragungen und Nachforschungen herauszubekommen, wie sich Falkenberg im Laufe der Zeiten gewandelt hat und dies zu dokumentieren. Die Arbeiten können sich sehen lassen. „Da habe selbst ich noch das eine oder andere Neue entdecken können“, schmunzelte Ramona Heide. Und weil die Präsentationen so gut gelungen sind, bleibt die Ausstellung auch noch bestehen. Sie kann weiterhin zu den regulären Öffnungszeiten oder nach Anmeldung im Foyer des Gebäudes besucht werden.

„Die beiden Tage der offenen Tür am Wochenende waren auf jeden Fall ein Erfolg“, konstatierte Ramona Heide zum Schluss. „Viele Besucher waren mit der Vorstellung gekommen, ich hätte nur ein Büro und das wär’s. Die staunten dann nicht schlecht, als sie durch das Archiv geführt wurden.“ Und: „Jetzt kommt wieder neues Material rein“, freut sich die Archivfrau. „Fotoalben und richtig alte Zeitungen sind schon eingetroffen. Weiteres ist angekündigt.“