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| 18:33 Uhr

Aufräumarbeiten nach Sturm „Friederike“
Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz

Der Sturm hat das Dach eines Seitengebäudes der Astrid-Lindgren-Grundschule in Falkenberg abgedeckt.
Der Sturm hat das Dach eines Seitengebäudes der Astrid-Lindgren-Grundschule in Falkenberg abgedeckt. FOTO: Dieter Müller
Elbe-Elster. Bäume wurden weggeräumt, Straßen passierbar gemacht und Dächer gesichert. Von Gabriela Böttcher, Birgit Rudow und Frank Claus

Mit knapp 60 Kameraden war die Finsterwalder Feuerwehr am Donnerstag bis gegen 23 Uhr im Kampf gegen „Friederike“ unterwegs. Wie Stadtbrandmeister Michael Kamenz resümiert, waren es vor allem umgestürzte Bäume, die beräumt werden mussten. Schwerpunkt waren neben dem Stadtgebiet die Ortsteile Pechhütte, Sorno und die Straße zwischen Sorno und Staupitz. Insgesamt 48 Einsätze stehen für die Finsterwalder Feuerwehr zu Buche. Der letzte diente bis gegen 23 Uhr der Sicherung von Dachziegeln auf dem Hauptgebäude der Sparkasse. Als sich der Sturm gelegt hatte, konnten die Kameraden den Hubsteiger einsetzen und aufs Dach steigen.

Auf die Zeit zwischen 15 und 21 Uhr konzentrierten sich die Einsätze der Sonnewalder Feuerwehrleute. Alle sechs Ortswehren waren im Einsatz, sagt Stadtbrandmeister Hans-Joachim Sprotte. Mehr als 20 Einsätze waren von insgesamt fast 40 Feuerwehrleuten zu bewältigen. Dickster Brocken war ein Baum, der nahe der Tankstelle in Sonnewalde von der Bundesstraße 96 geräumt werden musste. Menschen seien nicht verletzt worden. Die Breitenauer Feuerwehr musste zu einem abgedeckten Schuppendach ausrücken.

Auch im  Kindergarten in der Westliche Feldmark in Elsterwerda hat der Sturm  einen großen Baum entwurzelt. Die Stadtverwaltung musste sich darum kümmern
Auch im  Kindergarten in der Westliche Feldmark in Elsterwerda hat der Sturm  einen großen Baum entwurzelt. Die Stadtverwaltung musste sich darum kümmern FOTO: Jens berger / LR

Die Falkenberger Feuerwehr leistete bis in die späten Donnerstag-Abendstunden 26 Einsätze. Schlimm hat es die Astrid-Lind- gren-Grundschule erwischt. Dort hat der Sturm das Pappdach eines Gebäudeflügels samt Dämmung abgedeckt. Ein Fahrzeug der Ortswehr Beyern wurde beim Hilfeleistungseinsatz von einem umstürzenden Baum getroffen. Das Fahrzeug ist nicht mehr einsatzbereit. Die Kameraden kamen mit dem Schrecken davon. In Kölsa ist eine Straßenlampe umgekippt. Außerdem gab es Schäden auf Friedhöfen. Freitagvormittag waren Mitarbeiter des Bauhofes und ein Trupp der Feuerwehr im Stadtgebiet unterwegs, um Schäden zu beseitigen und die Verkehrswege passierbar zu machen.

Etwas glimpflicher lief es im Raum Schlieben und Schönewalde ab. Die Feuerwehren des Amtes Schlieben sind am Donnerstag von 15.30 Uhr bis 22 Uhr zu 14 Einsätze wegen umgestürzter Bäume ausgerückt, so die Amtsverwaltung. Die Schönewalder Kameraden waren an 13 Brennpunkten im Einsatz. „Insgesamt haben wir noch Glück gehabt“, so Stadtbrandmeister Steffen Karschunke.

Der Friedhof in Alt Herzberg ist bis auf Widerruf geschlossen. Hier sind, wie auch auf anderen Friedhöfen, zahlreiche Bäume umgestürzt.
Der Friedhof in Alt Herzberg ist bis auf Widerruf geschlossen. Hier sind, wie auch auf anderen Friedhöfen, zahlreiche Bäume umgestürzt. FOTO: Dieter Müller

Rückersdorf war am Donnerstagabend ein Schwerpunkt im Amt Elsterland. Hier hat der Sturm in das Wäldchen hinter der Schule eine Schneise geschlagen. Wie sich An- dre Mager vom Ordnungsamt vor Ort informierte, sind etliche Hektar Wald betroffen. Traurig sind besonders die Schüler der Arbeitsgemeinschaft „Garten, Wald, Wiese“ unter Leitung von Enrico Burigk. Sie hatten an einigen der Bäume Nistkästen angebracht. Diese müssen nun einen neuen Ort finden. Außerdem fiel ein Baum auf das Dach des ehemaligen Kohlelagers. Ab 15.30 Uhr sind im Amtsbereich 17 Feuerwehr- einsätze gefahren worden. Am Freitagvormittag hing in Gruhno immer noch ein Baum in der Stromleitung.

Hinter der Rückersdorfer Schule: Schulleiterin Corina Langer (r.) schaut sich mit ihren Kolleginnen Bärbel Landgraf und Birgit Helemann das Chaos an.
Hinter der Rückersdorfer Schule: Schulleiterin Corina Langer (r.) schaut sich mit ihren Kolleginnen Bärbel Landgraf und Birgit Helemann das Chaos an. FOTO: Böttcher Gabi / LR

Nachdem gegen 16 Uhr im Amt Kleine Elster die Einsatzzentrale eingerichtet war, gab es sofort Schlag auf Schlag zu tun. Ordnungsamtschef Matthias Pohl konstatiert nach der turbulenten Nacht: Neun Wehren mit 49 Kameraden waren bis gegen 23.15 Uhr im Einsatz. Vor allem hatten sie umgestürzte Bäume wegzuräumen. Besonderheit: Es waren an einem Ort immer gleich mehrere Bäume betroffen, so zum Beispiel zwischen Betten und Lindthal. Stromausfälle gab es in Lichterfeld und Klingmühl. Gelungene Überraschung für die Helfer in der Siedlung Erika: Die Kameraden wurden  mit Getränken und Imbiss versorgt. Matthias Pohl ist froh, dass es weder Verletzte noch größere Schäden an Häusern zu beklagen gibt.

Doberlug-Kirchhains Bürgermeister Bodo Broszinski verfolgte das Sturmgeschehen bis in den späten Abend hinein im Einsatzzentrum der Stadt. Hier wurden insgesamt 71 Kameraden aus acht Ortswehren zu 23 Einsätzen gerufen. Der Kommandowagen vom Katastrophenschutz wurde genutzt, um die Einsätze zu koordinieren, berichtet der Bürgermeister. Schäden hat das Vereinsheim von Grün-Gelb-Doberlug-Kirchhain zu verzeichnen. In der Brauhausstraße in Doberlug ist ein Baum auf eine Telefonleitung gestürzt.