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| 16:16 Uhr

Jahreshauptversammlung
Stürme lassen Falkenberger Wehr im Akkord schuften

Das Aufräumen nach Stürmen hat die 2017er Einsatzstatistik der Falkenberger Feuerwehr massiv in die Höhe getrieben. Fast 80 solcher „technischen Hilfeleitungen“ sind notiert.
Das Aufräumen nach Stürmen hat die 2017er Einsatzstatistik der Falkenberger Feuerwehr massiv in die Höhe getrieben. Fast 80 solcher „technischen Hilfeleitungen“ sind notiert. FOTO: Feuerwehr Falkenberg
Falkenberg. 2017 fuhren die Kameraden zu so vielen Einsätzen wie schon lange nicht mehr - und waren damit tagelang beschäftigt. Von Sylvia Kunze

So eine Bilanz hat der Falkenberger Stadtbrandmeister Sören Diecke noch nicht ziehen müssen: „Die Einsatzzahlen in 2017 sprengten alles bisher Dagewesene. Es wurden 137 Einsätze abgearbeitet. Davon entfallen 21 auf Brandeinsätze, 113 auf technische Hilfeleistungen und 3 auf Fehlalarme.“ Nicht mitgerechnet die viele Zeit, die nirgends erfasst werde: zum Beispiel für Telefonate, Absprachen, Beratungen, Versammlungen, Vereinsarbeit und mehr. Auf ein Aufrechnen irgendwelcher geleisteter Stunden hat er deshalb gleich komplett verzichtet. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Falkenberger Feuerwehren am Samstagnachmittag im Haus des Gastes kam er aber letztlich zur Einschätzung: „Wenn man die ehrenamtlich geleistete Arbeit im Jahr 2017 in wenige Worte fassen muss: Es war einfach irre!“

Massiv zu Buche geschlagen haben die drei Stürme, die im Vorjahr über das Land zogen. „Sie hielten uns tagelang in Atem“, bringt es  Diecke auf den Punkt. Los ging es am 22. Juni. Sturm und Starkregen sorgten „für umstürzende Bäume im Sekundentakt. Das Unwetter hinterließ eine Spur der Verwüstung im gesamten Stadtgebiet.“ Alle Ortswehren waren im Dauereinsatz. Bis kurz vor Mitternacht waren erst einmal alle Straßen wieder passierbar gemacht. Am Tag darauf ging das große Aufräumen weiter. Zum Schluss waren 59 Einsatzstellen notiert. Am 5. Oktober forderte „Xavier“ „nur“ fünf Einsätze. Dafür legte „Herwert“ am 29. Oktober noch einmal nach. „Ausnahmezustand“ in der Region und 15 Einsätze für die Falkenberger Kameraden.

Nicht alles lief dabei glatt. So kam zum Beispiel die Einsatzführung mit der Leitstelle völlig zum Erliegen. Der Fahrzeugfunk brach zusammen, Handynetze fielen aus. Die tragbaren Funkgeräte im Netzmodus blieben einzige Verständigungsmöglichkeit. „Die Probleme wurden erkannt, und wir arbeiten gemeinsam mit der Leitstelle und dem Landkreis an der weiteren Verbesserung der Einsatzführung“, macht Diecke deutlich, dass man neuen Wetterunbilden in solchen Größenordnungen besser gewappnet entgegentreten wird. Was die technisch-organisatorische Seite betrifft.

„Um solche Einsätze optimal abarbeiten zu können, benötigen wir Kameradinnen und Kameraden, die gut ausgebildet sind. Zum 31. Dezember 2017 waren 260 Bürger unserer Stadt Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Das sind 16 Kameraden weniger als 2016“, mahnt Diecke, auch in der Nachwuchsgewinnung nicht nachzulassen. In Sachen Aus- und Weiterbildung würden viele Anstrengungen unternommen, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Nicht zuletzt war das Vorjahr für die Falkenberger Kameraden aber auch so anstrengend, weil sie mit zahlreichen Aktionen das 125-jährige Bestehen ihrer Feuerwehr gefeiert haben. Das war nicht nur Spaß, sondern auch eine Menge Arbeit. Die aber „entlohnt“ wurde. Mit einer regen Teilnahme der Falkenberger und vieler Gäste. Allein der Festumzug wird lange in Erinnerung bleiben. „Wahnsinn, was da alles auf die Beine gestellt worden und mitgelaufen ist. Auch von den Falkenberger Vereinen und Institutionen. Das lässt sich schwer in Worte fassen. und es hat auch alles etwas mit Respekt zu tun, der uns als Feuerwehrleuten entgegengebracht wurde“, freut sich der Stadtbrandmeister über das städtische Miteinander und schiebt nach: „Dank und Anerkennung aus der Bevölkerung, wie wir sie schon seit vielen Jahren, doch im vergangenen Jahr deutlicher denn je erfahren, ist eine wichtige Unterstützung für unsere Arbeit.“