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| 13:31 Uhr

Wetterrückblick
Stress für Mensch, Tier und Natur

Das heiße und trockene Wetter macht den Bauern zu schaffen und führt zu Ausfällen bei der Ernte.
Das heiße und trockene Wetter macht den Bauern zu schaffen und führt zu Ausfällen bei der Ernte. FOTO: dpa / Oliver Berg
Falkenberg. Extreme Hitze und mangelnde Regenfälle prägen den Monat Juli. Von Dieter Lehmann

Abermals ein sehr warmer Monat! Extreme Wetterwerte nun auch im vergangenen Monat. Es war der fünft-wärmste Juli seit Beginn regelmäßiger Messungen im Jahr 1881. Mit seiner deutschlandweit gemessenen Durchschnittstemperatur von 20,2 Grad Celsius (°C) lag er um 3,3 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990.

Zu Beginn des Monats brachte das Hoch „Ekkehard“ tagsüber bereits hochsommerliche Werte, während es in den Nächten noch angenehm kühl blieb. Das änderte sich Mitte des Monats mit Beginn einer Hitzewelle, unter der wir alle zu leiden hatten. Die bereits schon vorher eingetretene Trockenheit führte zu einer extremen Dürre mit Ertragseinbußen für die Landwirtschaft sowie zu häufigen Flächenbränden in Wäldern und auf Fluren.

Ursache für diese ungewöhnliche Hitzewelle war die täglich hohe Sonneneinstrahlung. Die Sonnenscheindauer überstieg ihr Soll von 212 Stunden mit über 305 Stunden sehr deutlich. Damit war der Juli 2018 nach 2006 der zweit-sonnigste seit 1951. Verstärkt wurde das alles durch fehlende Niederschläge. Mit rund 40 Litern pro Quadratmeter (l/m²) erreichte der Juli nur etwa 52 Prozent seines Solls von 78 l/m². Auslöser dafür waren festliegende Hochdruckgebiete über Großbritannien und Skandinavien. Die Tiefdruckgebiete wurden dadurch in Richtung Atlantik abgedrängt und konnten in weiten Teilen Deutschlands keinen beziehungsweise nur wenig Regen bringen.

Noch extremer war es im Elbe-Elster Kreis. In Falkenberg gab es am 12. Juli die letzten Regenfälle, die mit insgesamt 33 l/m² sogar noch sehr ergiebig waren. Aber die danach folgende Hitze ließ das alles schnell wieder verdunsten. Nach meiner privaten Messung gab es bei uns im Juli insgesamt 18 sogenannte Tropentage und 10 Tropennächte. Als Tropentag bezeichnet man einen Tag, an dem ein Höchstwert der Temperatur von mindestens 30,0 Grad Celsius gemessen wird. Die Meteorologen sprechen von einer Tropennacht, wenn die Lufttemperatur zwischen 18 Uhr am Abend und 6 Uhr am Morgen des nächsten Tages nicht unter 20° C fällt. Die Vielzahl dieser Tropentage und Tropennächte ist absolut ungewöhnlich!

Aber der Monat hatte eine weitere Besonderheit zu bieten. Am 27. Juli konnten wir eine totale Mondfinsternis erleben. Die Hauptphase der Mondfinsternis begann um 21.30 Uhr. In dieser Phase tauchte der Mond in den Schatten der Erde ein, bis die maximale Verdunkelung um 22.22 Uhr erreicht war. Es war die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts.