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| 01:23 Uhr

Stechauer Fan-Gemeinde mit Motorgetöse entzückt

Der Boden vibriert, wenn die Biker nahen. In Stechau freut man sich alljährlich darauf. Foto: Dieter Müller
Der Boden vibriert, wenn die Biker nahen. In Stechau freut man sich alljährlich darauf. Foto: Dieter Müller FOTO: Dieter Müller
Wehrhain. Was passiert, wenn 130 Motorräder, zumeist größeren Kalibers, mit Knattern, Brummen und auch Hupen nacheinander durchs Dorf düsen? Rennen die Einwohner erzürnt aus ihren Häusern? Schimpfen, toben sie gar? Mitnichten. Zumindest nicht in Stechau. gz

Dort haben die Mitglieder des Motorradstammtischs Wehrhain e.V. ihren größten Fanclub, und deshalb führte auch die diesjährige Ausfahrt anlässlich des Bikertreffens am Samstag zuerst nach Stechau. „Die Leute saßen auf Stühlen und Bänken vor ihren Häusern, warteten auf das Motorgetöse und jubelten, als wir kamen. Sogar ein kleines Feuerwerk gab es. Das war richtig chic, die Stechauer sind einfach spitze“, freut sich Vereinschef Detlef Ziegner. Weiter ging es am Samstag in Richtung Zeckerin und Waldrehna, wo Mutter Ziegner am Fenster winkte. Über Gehren, Sonnewalde, Doberlug-Kirchhain und Nexdorf kehrte die PS-starke Kolonne etwa eineinhalb Stunden später nach Wehrhain zurück. Dirk Trompelt hatte wieder verrückte Bikerspiele vorbereitet. Auch die Zeremonie der Aufnahme von Ehrenmitgliedern sollte zu einem besonderen Höhepunkt werden. Acht hessischen befreundeten Bikern wurde diese Ehre zuteil. „Doch nicht ohne einen Obolus“, erzählt Detlef Ziegner schmunzelnd. Die Hessen sollten die Brandenburger Hymne singen und den „roten Adler gebührend in den Himmel steigen lassen. Mit Hilfe von Uli Forberger als Vorsänger, dessen Stimme sonst beim Schliebener Männerchor erklingt, gelang dies bestens.

Bis in die Morgenstunden des Sonntags wurde gefeiert. Dann fand die bis dahin sehr gemütliche Atmosphäre mit einer Schlägerei ein bitteres Ende (EER berichtete). „Niemand weiß, was in dem Täter vorgegangen ist. Er schlug plötzlich mit einer Zaunlatte auf einen anderen ein. Rettungsdienst und Polizei wurden gerufen. Das Opfer erlitt erhebliche Verletzungen. „Der Täter stammt nicht aus unseren Reihen, und wir wissen mittlerweile, dass er der Polizei nicht unbekannt ist. Wir distanzieren uns von solchen Leuten und von jeder Gewalt“, sagt Detlef Ziegner und dankt allen, die am Sonntag umsichtig handelten und Schlimmeres verhinderten. gz