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| 13:36 Uhr

Zweite Ausbildungswerkstatt eröffnet
Startklar zu neuen Zielen auf dem Fliegerhorst in Holzdorf

Bevor die ersten Lehrlinge Einzug halten, bereiten Hans-Jürgen Wichmann (l.) und Mattias Hammer die Werkstatt vor und richten sie ein.
Bevor die ersten Lehrlinge Einzug halten, bereiten Hans-Jürgen Wichmann (l.) und Mattias Hammer die Werkstatt vor und richten sie ein. FOTO: Sven Gückel
Holzdorf. Die Bundeswehr bildet seit September auch Fluggerätmechaniker aus. Von Sven Gückel

 Am östlichen Ende der Start- und Landebahn des Fliegerhorstes Holzdorf finden sich seit wenigen Tagen jeden Morgen zwölf Lehrlinge ein. Ihr Ziel ist nach dreieinhalb jähriger Ausbildung die Facharbeiterprüfung zum Fluggerätmechaniker. Neben der Ausbildungswerkstatt der Elektroniker für Geräte und Systeme weist die Bundeswehr damit in Holzdorf eine zweite Ausbildungswerkstatt auf.

Noch zur Mitte des Jahres sah die dafür auserwählte Halle, in der lange Zeit die inzwischen aufgelöste Heeresfliegerunterstützungsstaffel 1 ihre Basis hatte, ziemlich leer aus. Mittlerweile aber sind zwölf Arbeitsplätze installiert, an denen die Jugendlichen im ersten Jahr ihrer Ausbildung die Grundlagen der Metallbearbeitung erlernen sollen. „Sie werden hier ganz klassisch feilen, bohren, nieten, kurzum, sich ausgiebig mit dem Werkstoff Metall vertraut machen“, erläutert Ausbildungsmeister Matthias Hammer. Der gebürtige Sachse ist Maschinenbautechniker und hat selbst acht Jahre am Eurofighter auf dem Fliegerhorst Laage bei Rostock gearbeitet. „Mit ihm“, ergänzt der Leiter beider Ausbildungswerkstätten Hans-Jürgen Wichmann, „werden noch ein zweiter Meister, drei Ausbilder und eine Mitarbeiterin in der Materialausgabe die Jugendlichen anleiten.“

Ab dem zweiten Lehrjahr dürfen die Azubis dann das machen, worauf sie sicherlich schon jetzt warten – das Arbeiten am realen Luftfahrzeug. Bereits heute stehen dafür zwei ausrangierte BO 105 bereit. „Darüber hinaus wollen wir erreichen, dass die Jugendlichen Praktika an verschiedenen Standorten der Luftwaffe ableisten können, etwa in Laage, bei der Lufttransportgruppe Holzdorf oder im pfälzischen Faßberg“, sagt Hammer.

Mehr als 80 Jugendliche aus dem gesamten Osten Deutschlands hatten sich um die zwölf Ausbildungsplätze beworben. Wer die erhoffte Stelle bekam, musste neben guten Kenntnissen in Mathe und Physik auch Befähigungen in Englisch nachweisen. Denn nahezu alle technischen Unterlagen der Maschinen sind in englischer Sprache verfasst. Im weiteren Verlauf ihrer Lehre werden die Azubis unter anderem die Rotorköpfe und Heckrotoren der Luftfahrzeuge abziehen und auseinandernehmen, sich mit der Wirkungsweise der Motoren beschäftigen und Reparaturen an der Zelle durchführen. Die dafür nötigen theoretischen Lehrinhalten bekommen sie an der Berufsschule in Schönefeld vermittelt.

„Mit dem Abschluss können sie sich überall bewerben, zivil wie militärisch. Natürlich kämpft auch die Bundeswehr darum, dass möglichst viele der Jugendlichen später in ihren Reihen bleiben“, betont Matthias Hammer.