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Start in ein besonderes Musikschuljahr

Ein toi, toi, toi von Evamaria Horstmann und Thomas Prager für die Abordung der Elsterwerdaer Regionalstelle zu "Jugend musiziert".
Ein toi, toi, toi von Evamaria Horstmann und Thomas Prager für die Abordung der Elsterwerdaer Regionalstelle zu "Jugend musiziert". FOTO: fc
Elbe-Elster. Die Kreismusikschule Gebrüder Graun ist in ein besonderes Jahr gestartet. Auftakt waren drei Neujahrskonzerte in Herzberg, Finsterwalde und Elsterwerda. Heute beginnt der Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" in Senftenberg, und im März wird der 60. Geburtstag der Kreismusikschule gefeiert. Frank Claus und Heike Lehmann

Na, das hat doch geklappt. Linda Lehmann, Theresa Wanka und Anna Meißner sind mit ihrem Auftritt beim Neujahrskonzert am Dienstagabend in der Aula des Elsterschloss-Gymnasiums in Elsterwerda zufrieden. Das regelmäßige Üben hat sich gelohnt. Was bis zum Wettbewerb noch zu tun ist? "Die Aufregung ablegen", sagt Theresa. Denn obwohl es nicht ihr erster Start beim Regionalwettbewerb ist, die Anspannung ist immer noch da. Und was ist für ein Blockflötenensemble das Schwierigste? "Den gemeinsamen Einsatz zu finden", sagt Linda und die Jüngste im Bunde, Anna, weiß, wie man den trifft: "Wir gucken uns immer ganz genau an, dann gibt es ein kurzes Nicken und los geht es."

Evamaria Horstmann, die Regionalstellenleiterin der Kreismusikschule in Elsterwerda, stärkt ihren Schülern den Rücken - 14 haben noch einmal vorgespielt, bis auf drei fahren alle zum Regionalwettbewerb. "Ihr seid gut vorbereitet", sagt sie. In diesem Jahr dürfte es wie schon beim vergangenen Wettbewerb, wo auch die Pop-Stimmen für den Wettbewerb zugelassen waren, wieder rockig werden. Die Jury darf sich auf ein Kontrastprogramm freuen, etwa von Christian Voigt an der E-Gitarre und Julian Wiegner am Vibraphon. Georg Gershwins "Summertime" und Jimi Hendrix' "Little Wing" - ein reizvolles Repertoire! Ganz stark erneut das Blockflötenensemble Rahel Höpner, Sandra Hoppe und Sophia Wurch.

Musikschulleiter Thomas Prager berichtet, dass aus Elbe-Elster 79 Solisten und Ensembles in Senftenberg um die begehrten Tickets zum Landeswettbewerb, der diesmal in Cottbus stattfinden wird, kämpfen.

Von der Regionalstelle Finsterwalde hatten sich am Sonntagnachmittag 33 Schüler an einem Neujahrskonzert beteiligt. In der Aula vom Sängerstadt-Gymnasium waren Ausschnitte aus Wettbewerbsprogrammen für "Jugend musiziert" zu hören. Präsentiert haben sich Nachwuchsmusiker in den Ensemblebesetzungen Klarinetten-Quartett, Tuba-Quartett, Cello-Quartett, Querflöten-Duos, Geigen-Quartett, Gitarre und Gesang sowie Neue Musik. Ob Gazal-Marie Kücük, Anna-Rebecca Brauer, Sophie-Leonore Brauer und Jolina Große mit ihren Geigen, Sophie Richter und Charlotte Faltin mit Gitarren, Johanna Ertle, Marie Hauke, Klara Weber und Nadine Pluquette mit den Klarinetten - alle spielen auf hohem Niveau und sind von ihren Lehrern bestens auf den Wettbewerb am Wochenende vorbereitet. Regionalstellenleiterin Elvira Mader sagt: "Tuba-Quartett und Cello-Quartett sind schon eine Rarität. Diese beiden Instrumentengruppen entwickeln sich momentan bestens." Emily Köpke, Franz Krause, Carl Schwarz, Johannes Schöne treten als Cello-Quartett auf. Moritz Schlenkhoff, Leon Rothe, Tim Schadock und Henry Höhne wollen die Jury als Tuba-Quartett überzeugen.

Die Musikschule Gebrüder Graun ist mit 2200 Schülern, die von 85 Lehrkräften unterrichtet werden, die größte in Südbrandenburg. Jeder vierte Jugendliche des Landkreises nimmt damit Musikschulunterricht. Gelehrt wird an drei Regionalstellen und 50 Unterrichtsstätten.

Noch ein großes Ereignis wirft seine Schatten voraus: Der 60. Geburtstag der Kreismusikschule wird am 5. März beim Best-of-Konzert in Bad Liebenwerda groß gefeiert.

In Bad Liebenwerda war auf Beschluss des damaligen Rates des Kreises die Musikschule am 1. April 1957 gegründet worden. Später kamen Außenstellen in Jessen und Finsterwalde dazu. Schon im ersten Jahr lernten 160 Schüler an Instrumenten. Herzberg besaß zu diesem Zeitpunkt bereits eine Musikschule mit 130 Schülern.

Wenn Thomas Prager heute in den alten Dokumenten stöbert, muss er schmunzeln. In einem Papier vom Rat des Kreises heißt es zum Beispiel, dass die "Volksmusikschulen Zentren der nationalen Musikkultur werden sollen". Vordringlich übrigens auf dem Lande. "Die ersten Standorte wurden in Maschinen-Traktoren-Stationen eröffnet", weiß Prager und hat aus Erzählungen gehört, dass man dem weit verbreiteten Skatspiel auf dem Lande etwas entgegensetzen wollte.

"Kunst braucht Gunst", diesen Spruch hat er kürzlich bei einem Besuch in der Lutherstadt Wittenberg gelesen. "Wir können uns glücklich schätzen, mit dem Landkreis, der Sparkassenstiftung, vielen Partnern, vor allem aber engagierten Lehrern, Eltern und Großeltern so große Unterstützer zu haben."

Das Blockflöten-Ensemble: Linda Lehmann, Theresa Wanka und Anna Meißner (v.l.).
Das Blockflöten-Ensemble: Linda Lehmann, Theresa Wanka und Anna Meißner (v.l.). FOTO: fc
Gazal-Marie Kücük, Anna-Rebecca und Sophie-Leonore Brauer, Jolina Große (v.l.).
Gazal-Marie Kücük, Anna-Rebecca und Sophie-Leonore Brauer, Jolina Große (v.l.). FOTO: mcl1