Susann braucht Hilfe. Dringend. Sie braucht Hilfe, ohne die sie nicht überleben wird. Die 50-Jährige aus dem Schliebener Land, die von der Familie und Freunden Susi genannt wird, hat eine seltene Form von Blutkrebs – chronische myelomonozytäre Leukämie (CMML). Eigentlich erkranken fast nur Menschen im höheren Alter an dieser Krankheit. Bei unter 50-Jährigen ist sie äußerst selten. Nur die Stammzellenspende eines genetischen Zwillings, eines Menschen mit nahezu gleichen Gewebemerkmalen, kann ihr Leben retten.

Eine Welt bricht zusammen

Diagnostiziert wurde die Leukämie bei Susi Ende vergangenen Jahres im Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung. „Erst hieß es, ich könnte damit leben. Aber dann kam im Februar der zweite Befund. Die Ärzte sagten mir, dass ich unbedingt eine Stammzelltransplantation brauche“, erzählt sie. Das Leben der Familie war von einem auf den anderen Tag auf den Kopf gestellt.
Und doch schien sich alles zum Guten zu wenden. Susis Bruder kam als Spender infrage. Alles hat hundertprozentig gepasst. Beide waren schon in Dresden in der Klinik. Da kam die nächste schlechte Nachricht. „Die Ärzte haben bei meinem Bruder etwas festgestellt. Er durfte doch nicht spenden“, sagt sie.
Erneut ist eine Welt zusammengebrochen. Ihr Mann sagt, dass er wie gelähmt gewesen sei. „Wenn man solch eine Erfahrung einmal gemacht hat, ist man skeptisch bis zum Schluss. Wenn sich jetzt doch noch ein Spender finden sollte, habe ich Angst, dass es wieder nicht klappt“, beschreibt sie ihre Gefühle.

Freunde und Bekannte helfen

Auf jeden Fall aber wollten die Familie und ihre Freunde nicht tatenlos bleiben. „Dieses Warten macht dich wahnsinnig“, sagt Susi. Marcel Groß, der Schwiegersohn ihrer besten Freundin, hat die Initiative ergriffen. Er hatte noch nie etwas mit dieser Krankheit zu tun, so Susi.
Doch er hat sich mit dem Thema Leukämie beschäftigt und den Kontakt zur DKMS aufgenommen, eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich dem Kampf gegen den Blutkrebs verschrieben hat. Bei ihr sind zehn Millionen Lebendspender registriert. Weltweit sucht DKMS jetzt auch nach einem passenden Spender oder einer passenden Spenderin für Susi.
Zu Hause organisieren Freunde und Bekannte Hilfe für Susi. Flyer werden verteilt, über Internet, Facebook und Whats-app Aufrufe gestartet, um ihr zu helfen.

Corona macht alles schwieriger

Doch als ob es für die 50-Jährige und ihre Familie nicht schon schlimm genug wäre, kam auch noch Corona dazwischen. „Die Spendersuche wird durch Corona unheimlich erschwert. Wenn ein Spender irgendwo auf der Welt gefunden würde, müsste das Blutplasma innerhalb von 72 Stunden übertragen sein.
In der derzeitigen Situation ist das schwierig, weil kaum Flüge gehen“, sagt Susis Mann. Corona hat auch eine Typisiererungsaktion ausgebremst, die am 19. Juni im Drandorfhof in Schlieben stattfinden sollte. Mit dem Amt Schlieben war alles abgeklärt. Krankenschwestern standen bereit. Doch DKMS hat die Aktion wegen des Corona-Virus gestoppt.

Test anfordern mit wenigen Klicks

Jetzt gibt es nur noch einen Weg, möglichst viele Menschen zum Testen zu bewegen. Es geht nur online. Gemeinsam mit DKMS organisieren Freunde und Familie eine Online-Registrierungsaktion. „Wir sind froh, dass wir über diesen Weg auch in dieser besonderen Situation zur Registrierung aufrufen können“, sagt Marcel Groß.
„Trotz der Pandemie sind ja auch weiterhin viele Patienten auf eine lebensrettende Stammzellenspende angewiesen. Umso wichtiger ist es, dass jetzt viele mitmachen und sich registrieren lassen.“
Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, der kann Susi und anderen Patienten helfen und sich mit wenigen Klicks über https://www.dkms.de/susi die Registrierungsunterlagen nach Hause bestellen.
Die Registrierung ist schnell und einfach. Mithilfe von drei medizinischen Wattestäbchen und einer genauen Anleitung sowie einer Einverständniserklärung kann jeder nach Erhalt des Sets selbst einen Wangenschleimhaut-Abstrich vornehmen und ihn anschließend zeitnah kostenlos per Post zurücksenden.
Im Labor können dann die Gewebemerkmale bestimmt werden, erklärt Marcel Groß. Wer schon registriert ist, muss nicht erneut teilnehmen. „Wir hoffen, dass wir mit unserem Aufruf eine Welle der Hilfsbereitschaft auslösen. Je mehr Menschen sich registrieren lassen, desto größer sind die Überlebenschancen für Susi und andere Patienten weltweit“, so Marcel Groß.

Ein sehnlicher Wunsch

Susi und ihr Mann wissen, dass dieser Weg über das Internet nicht jedermanns Sache ist. Dennoch hätten sich schon viele daran beteiligt und ihre Abstriche weggeschickt. „Ich habe nicht gedacht, dass mir so viele Menschen helfen wollen“, sagt Susi. Ein möglicher Spender aber war noch nicht dabei.
Die 50-Jährige hat nicht mehr viel Zeit, den Kampf gegen die Leukämie zu gewinnen. Aber sie will leben. Darum bitten sie, ihre Familie und ihre Freunde darum, dass sich noch mehr Menschen testen und registrieren lassen.
Susi ist eine leidenschaftliche Motorradfahrerin. Aber momentan ist ihr das nicht so wichtig. Das einzige, was sie sich sehnlichst wünscht, ist, zu sehen, dass ihre heute 20-jährige Tochter eine Familie gründet. „Es wäre das traurigste für mich, wenn ich das nicht mehr miterleben könnte“, sagt sie.

Auch Spenden helfen


Auch Geldspenden helfen Leben retten, da der DKMS für die Neuaufnahme eines jeden Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen. Hier das DKMS-Spendenkonto: DE64 6415 0020 0000 2555 56

Verwendungszweck: LPS 257