Lange Zeit war es still um das Thema Städtepartnerschaften in Herzberg. Das war auch Corona geschuldet. 2019 wurde in der Stadtverordnetenversammlung noch darüber gestritten, auf welcher Ebene die Kontakte vor allem zu Büdingen fortgeführt werden sollten und ob überhaupt. Diese waren unter Bürgermeister Michael Oecknigk stark durch die Verwaltung und die CDU-Ortsgruppen geprägt. Das lehnte dessen Nachfolger Karsten Eule-Prütz ab. Er wollte die Kontakte auf die Bürgerschaft übertragen.
Mittlerweile scheint sich das Problem von selbst zu entzerren. In der vergangenen Woche waren Monika Eichenauer und Michael Borck vom Seniorenbeirat Büdingen sowie die Vorsitzende des Büdinger Verschwisterungsvereins Sieglinde Huxhorn-Engler in Herzberg. Sie haben sich bei ihrem kurzen Besuch mit der Herzberger Seniorengruppe getroffen, mit Kantorin Solveig Lichtenstein gesprochen und sich die Feuerwehr angeschaut.

Jugend und Senioren gehen voran

Auch die Büdinger wollten aus den alten Strukturen der Städtepartnerschaft raus, erklärte Sieglinde Huxhorn-Engler. „Wir hatten die gleichen Diskussionen wie die Herzberger. Inzwischen machen auch wir das ganz anders“, sagte sie. Zwischen den Jugendbeiräten der Städte hätten sich trotz Corona gute Kontakte entwickelt, die weiter geführt werden. Langfristig plane man ein gemeinsames Jugendcamp. Jetzt habe es gute Gespräche mit der Herzberger Seniorengruppe gegeben. Wenn der Büdinger Verschwisterungsverein 2023 sein 40. Bestehen feiert, wollen die Herzberger kommen. „Es gibt viele Ideen auch ohne parteipolitische Priorisierungen. Die Leute haben Lust auf die Zusammenarbeit, aber das muss wachsen“, so die Vorsitzende. Der 30. Jahrestag der Städtepartnerschaft konnte 2020 nicht gefeiert werden. Vielleicht wird das zum 33. nachgeholt.