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| 18:00 Uhr

Zukunftsplanung
Stadtumbau wird nächstes Thema

Falkenberg. Falkenberger Entwicklungskonzept soll dafür bestenfalls schon mit Ideen aufwarten. Von Sylvia Kunze

Im September soll nach derzeitigen Informationen der Entwurf eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (Insek) für die Stadt Falkenberg vorgelegt werden. Ein wichtiges Themenfeld, was dabei zukunftsweisend betrachtet werden soll, ist der Bereich Wohnen. „Der Leerstand ist in den Wohnungen der Stadt jetzt noch nicht bedenklich. Aber wir kennen die Altersstruktur, die bald zum Handeln zwingt“, begründet Bürgermeister Herold Quick.

Er bekennt: „Wir haben bisher keine konkrete Idee, wie wir mit dem Thema perspektivisch umgehen. Was nicht heißt, dass wir uns nicht damit beschäftigen müssen.“ Mit Interesse verfolge er zum Beispiel Entwicklungen in diesem Bereich in Eilenburg. Dort mache sich verstärkter Zuzug aus dem Leipziger Raum bemerkbar. Mit Blick auf die gute Eisenbahnverbindung zwischen Falkenberg und Leipzig macht sich das Stadtoberhaupt der Eisenbahnstadt Hoffnungen, dass derartige Entwicklungen vielleicht bis in seine Stadt schwappen.

Zweimal habe er bereits Gelegenheit bekommen, in der Zeitung des mitteldeutschen S-Bahnverbandes für Falkenberg werben zu können. „Das reicht aber bei weitem nicht aus und hat auch noch keinen deutlichen Nachhall gezeigt“, ist sich Quick bewusst, dass öfter und kontinuierlicher auf die Pluspunkte der Stadt öffentlich aufmerksam gemacht werden muss. „Bezahlbarer Wohnraum, Kita-Pätze, Schulen – das können wir hier in Falkenberg alles bieten“, weiß er.

Allein die Argumente werden nicht reichen, vorhandenen Wohnraum zu füllen, wenn der Blick zurück auf die Altersstruktur geht. Also wird mehrgleisig gefahren. Die Sommerzeit haben die Stadtverantwortlichen genutzt, mit Verantwortlichen des Landesamtes Bauen und Verkehr und dem Sanierungsträger einen Rundgang durch Falkenberg zu machen und das Thema Stadtumbau zu erörtern. „Wenn wir in das Landesprogramm aufgenommen würden und perspektivisch auf Fördermittel hoffen dürften, könnten wir in der Stadt sehr viel besser auf entstehende Missstände reagieren“, ist Quick überzeugt.

Bei dem Termin sei deutlich gesagt worden, dass das Insek, an dem derzeit noch in Falkenberg gearbeitet wird, als Basis für einen Antrag zur Aufnahme in das Fördermittelprogramm Stadtumbau diene. „Wir müssen klare Ziele definieren, was wir tun und wie wir uns in der Stadt weiterentwickeln wollen. Und wir müssen die Gebietskulisse genau beschreiben und denken da längst nicht nur an die Falkenberger Kernstadt, sondern haben zum Beispiel den Blick auch Richtung Kölsa-Siedlung gerichtet“, ist zu erfahren.

Der Antrag, in das Stadtumbauprogramm aufgenommen zu werden, solle noch in diesem Jahr formuliert werden. Erste Maßnahmen seien dann bestenfalls im nächsten Jahr darüber abzurechnen. „Priorität hat dann erst einmal der Stadtpark“, bekräftigt Herold Quick bereits getroffene Aussagen. Erstes Geld sei im städtischen Doppelhaushalt 2018/2019 für das nächste Jahr auch schon eingestellt, zeigt der Bürgermeister auf, wie fest man gewillt ist, diesen Bereich aufzuwerten. „Danach können wir diskutieren, wie mit baulichen Anlagen umzugehen ist, zum Beispiel mit Häusern, in denen sich über Jahre Leerstand abzeichnet. Ein Geheimrezept habe ich dafür aber noch nicht in petto.“

Vorab ist schon mit den großen Vermietern in der Stadt gesprochen worden. Drängeln würde aktuell von denen keiner. Aber sie wüssten, dass sie perspektivisch reagieren müssen. „Was dann jedoch konkret passiert, entscheiden die Gesellschaften beziehungsweise Genossenschaften selbst. Wir wollen mit den Stadtumbauprogramm gern Handlungsspielraum und finanzielle Unterstützung geben.“

Auch mit Vertretern des Landratsamtes sind die Stadtverantwortlichen schon durch Falkenberg marschiert. Es ging um eine Standortbestimmung. Stationen waren neben dem Stadtpark unter anderem auch die Völkerfreundschaft und die Eisenbahnerhäuser, „damit man die Örtlichkeiten kennt, wenn Bauanfragen zu bearbeiten sind“, begründet Quick den Vorstoß.