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| 11:05 Uhr

Im Entstehen
Stadt macht verwaisten jüdischen Friedhof wieder sichtbar

Uebigau-Wahrenbrück. Erste Arbeiten haben bereits stattgefunden. Nun will der Text für die Stele gut überlegt sein. Von Sylvia Kunze

Nachdem die Stadt Uebigau-Wahrenbrück im Jahr 2015 einen verwaisten jüdischen Friedhof auf ihrer Gemarkung in Uebigau am Ortsausgang in Richtung Wahrenbrück zwischen Neugraben und Bahnstrecke vom Brandenburger Kulturministerium zugeordnet bekam, ist man nun dabei, diesen wieder „sichtbar“ zu machen. Erste Arbeiten haben bereits im Vorjahr stattgefunden.

Auf der betroffenen Fläche unter der Hochspannungsleitung wurde nach der Vermessung der Strauchbewuchs entfernt und das Terrain planiert. Inzwischen ist auch ein Zaun angefertigt und aufgebaut worden. „Es ist beabsichtigt, dass noch eine kleine Stele aufgestellt wird. Der Text, der darauf stehen soll, muss aber noch überlegt und abgestimmt werden“, informierte Roland Schrey, Leiter des Hauptamtes der Stadt, in der zurückliegenden Sitzung des dafür verantwortlichen Kulturausschusses.

Genau für dieses Vorhaben werden Interessierte gesucht. Schrey weiter: „Wer findet sich und sagt: Das ist mein Projekt! Wer nimmt es in die Hand und bringt das zusammen, was Stadt und jüdische Gemeinde an Inschrift wünschen?“

Hand angelegt werden muss, so informiert Schrey, zudem an der kleinen Gedenkstätte am Bahnkilometer 106,7 bei Wildgrube. Sie erinnert an eines der Massengräber entlang der Strecke des „Verlorenen Zuges“, der zum Kriegsende im April 1945 von Bergen-Belsen kommend aufgrund der inzwischen gesprengten Elsterbrücke nicht weiterkam und letztlich in Tröbitz endete. „Die dortige Glas­stele ist durch Vandalismus zerstört worden und muss ersetzt werden“, berichtete Roland Schrey.

Und einmal beim Thema „Verlorener Zug“ angekommen, fügte er hinzu, dass man sich auch mit der Ausstellung etwas überlegen müsse. Der aktuell favorisierte Vorschlag: Die Teilausstellung, die sich bisher in Langennaundorf befindet, ist über die Jahre keinesfalls in der Beschaffenheit besser geworden. „Sie muss dringend überholt werden“, so Schrey. „Es macht zudem Sinn, sie mit dem Teil der Tröbitzer Ausstellung zusammenzuführen und zukünftig konzentriert an einem Ort zu zeigen“, plädierte der Amtsleiter dafür, den Langennaundorfer Teil nach Tröbitz zu geben.