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Stadt sitzt bei Spielplatzsicherheit in einem großen Hamsterrad

Der Spielplatz in Uebigau in der Torgauer Straße ist keineswegs einladend. Doch nicht nur hier besteht dringender Handlungsbedarf.
Der Spielplatz in Uebigau in der Torgauer Straße ist keineswegs einladend. Doch nicht nur hier besteht dringender Handlungsbedarf. FOTO: sk
Uebigau-Wahrenbrück. 18 Spielplätze nennt die Stadt Uebigau-Wahrenbrück mit ihren 21 Ortsteilen derzeit ihr Eigen. 18 Orte, an denen Freude und Kinderlachen den Alltag prägen sollten. Sylvia Kunze

Aber an den meisten dieser Orte sieht es in der Realität ganz anders aus: reparaturbedürftig — und deshalb vielfach kaum noch genutzt. Die Stadt schafft es personell und finanziell nicht, alle Spielplätze gleichermaßen in bestem Zustand zu halten. "Wir kommen einfach nicht hinterher", bilanzierte Hauptamtsleiter Roland Schrey in der Sitzung des städtischen Ausschusses für Familie, Soziales, Bildung, Kultur und Sport am Dienstagabend.

Die Stadt sitzt in Sachen Spielplatzsicherheit und -attraktivität in einem großen Hamsterrad. Kaum hat man es geschafft, an einer Stelle für Ordnung zu sorgen, hat sich woanders längst schon wieder Handlungsbedarf angestaut. Schrey benennt das Beispiel des Spielplatzes in Domsdorf in der Siedlung. 2014 sah es dort noch wenig schön aus. 2015 hatte sich die Situation weiter verschlimmert. Dann ließ die Finanzsituation es zu, dass ein marodes Gerät überholt werden konnte. Inzwischen sind aber die nächsten Schäden an der Wippe und an den Bänken zutage getreten.

Oder das Beispiel Langennaundorf. Dort waren vor vier Jahren erst die Großgeräte gesperrt und kurz darauf komplett abgebaut worden, weil sie nicht mehr tragbar waren. Seit drei Jahren sei man nun am Schreiben von Fördermittelanträgen, um den einst versprochenen schnellen Ersatz wenigstens erst einmal im Ansatz zu beschaffen, berichtet Schrey. An eine komplette Umsetzung des eigentlich geplanten Projekts in Höhe von 44 000 Euro könne da noch gar nicht gedacht werden. Aber selbst Teilerfolge blieben bisher aus.

Ebenso wie bei den Bemühungen in Sachen Spielplatzsanierung in Uebigau in der Torgauer Straße. Selbst beim Online-Voting bei der diesjährigen Fanta-Spielplatzinitiative, das der Uebigauer "Glückskinder"-Verein initiiert hatte, ging man leer aus. Und so scheiterte noch manch anderer Versuch an Geld zu kommen. Die Reparatur eines der beiden größeren Geräte sei jetzt von der Stadt in Auftrag gegeben, informiert Schrey über den aktuellen Stand.

"Aber wir bleiben dran", hat der Hauptamtsleiter von Uebigau-Wahrenbrück mit Blick auf die insgesamt 18 Spielplätze in den 21 Ortsteilen in der Sitzung am vergangenen Dienstagabend versprochen. Wissend, dass die Stadt aus dem Hamsterrad Spielplätze nicht rauskommen wird - egal, wie viel personelle und finanzielle Kraft sie in der Zukunft aufzubringen vermag.