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| 02:37 Uhr

Stadt klagt gegen die Genehmigung zum Windradbau bei Gräfendorf

Gräfendorf. Die Gräfendorfer stehen voll dahinter: Die Stadt Herzberg soll gegen das Land klagen und sich gegen dessen Genehmigung für den Bau von Windrädern bei Gräfendorf wehren. Nachdem die ablehnende Haltung der Gräfendorfer und der Stadt Herzberg dem Land kundgetan worden war, erwiderte dieses das "Nein" mit einem Widerspruch. Sylvia Kunze

"Gegen diesen werden wir klagen", sagt der Herzberger Bauamtsleiter Rüdiger Bader.

In der jüngsten Sitzung des Gräfendorfer Ortsbeirates ist deutlich zum Ausdruck gekommen, dass man vor Ort genau dies wünscht. Die knapp 40 anwesenden Einwohner hatten sich auf eine Befragung von Ortsvorsteher Gerd Rothaug einmütig dafür ausgesprochen, dass die Stadt das Vorgehen des Landes nicht einfach so hinnehmen und letztlich auch der Klageweg beschritten werden soll. Sie haben nicht nur den bereits begonnenen Bau der einen Windkraftanlage abgelehnt, sondern sie stehen auch der Anfrage zum Bau einer weiteren Anlage mit der gleichen Haltung gegenüber. "Es hieß einstimmig, dass wir den eingeschlagenen Weg weitergehen und uns gegen den Bau von Windrädern in der Nähe unseres Dorfes wehren sollen", so Rothaug. Der Ortsbeirat habe in einer Abstimmung zur Klageerhebung im anschließenden nichtöffentlichen Teil der Sitzung diesem Ansinnen natürlich entsprechend Rechnung getragen, ergänzt er und sagt: "Wir sind gewählte Vertreter des Ortes, also ist das klare Votum unserer Einwohner für uns Verpflichtung."

Doch die Gräfendorfer sagen nicht nur Nein zum Bau von Windrädern in ihrer Nähe, sondern sie haben auch die schriftliche Anfrage zum Bau von Photovoltaikanlagen rechts und links des Bahndamms abgelehnt. Auf der einen Seite wollen sie nicht, dass durch derartige Bebauung weitere Flächen verlorengehen. Auf der anderen Seite vertreten sie die Meinung, dass in Brandenburg inzwischen genug erneuerbare Energien erzeugt werden. Mit Blick auf die Stadt und das Photovoltaikareal im Herzberger Gewerbegebiet kommen sie laut Rothaug zu der Feststellung, dass man einen ausreichenden Beitrag geleistet habe. Aufgrund der Subventionspolitik für die erneuerbaren Energien sei jeder Einzelne in der Region beim Stromgeld schon genug belastet, argumentiert der Ortsvorsteher, dies nicht noch weiter zu forcieren.

Für die Fläche gibt es außerdem einen dritten Grund, sie nicht zu befürworten, sagt Rothaug mit Blick auf die noch immer erhoffte geplante Ortsumfahrung für Herzberg. "Irgendwo im Bereich der geplanten Photovoltaikanlagen müsste die Umgehung langführen. Wir wollen kein Risiko eingehen und vielleicht diesen Platz verbauen. Da ist zwar eine Freifläche vorgesehen, aber ob die dann letztlich wirklich hundertprozentig passt?", zeigt sich der Gräfendorfer skeptisch und bekräftigt den Beschluss des Ortsbeirates, auch diesem Vorhaben nicht zuzustimmen.