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| 17:55 Uhr

Von Birgit Rudow
Für Kinder wird Mediathek kostenlos

FOTO: fotolia / wip-studio
Herzberg. Die Stadt Herzberg überarbeitet verschiedene Satzungen. Kulturförderung wird neu geordnet. Von Birgit Rudow

Die Stadt Herzberg überarbeitet derzeit zahlreiche Satzungen und Richtlinien. In der Stadtverordnetenversammlung in der kommenden Woche wollen die Angeordneten über eine Änderung der Entgeltordnung für das Bürgerzentrum, eine neue Benutzungsordnung der Mediathek (früher Bibliothek) und eine neue Richtlinie zur Förderung von Kulturträgern entscheiden.

Bürgerzentrum: In die Entgeltordnung für das Bürgerzentrum soll künftig ein Entgelt für die Inanspruchnahme einer technischen Kraft in Höhe von 25 Euro pro Stunde aufgenommen werden. Viele Veranstaltungen finden in den Abendstunden oder am Wochenende statt. Nutzer machen gern davon Gebrauch, die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung um Unterstützung zu bitten, auch bei der Bedienung der Technik. Dadurch fallen Arbeitsstunden an. Eine Arbeitszeitverschiebung ist für die Mitarbeiterin kaum möglich. Deshalb soll jetzt ein Entgelt erhoben werden. Wie Bürgermeister Karsten Eule-Prütz am Montag im Hauptausschuss noch einmal darlegte, gehe es nicht um das Auf- oder Abschließen des Saales, sondern um die Absicherung der Veranstaltung. Die Nutzer müssen die technische Kraft nicht in Anspruch nehmen.

Mediathek: Die derzeit noch gültige Satzung über die Benutzung der Stadtbibliothek ist aus dem Jahr 2006. Nach einer ausgiebigen Diskussion in mehreren Sitzungen des Ausschusses für Bildung und Kultur sowie Sport und Soziales gemeinsam mit Mitarbeitern der Mediathek enthält die neue Benutzungsordnung der Mediathek neben Vereinfachungen und Neustrukturierungen des Textes moderate Erhöhungen der Nutzungsgebühren für Erwachsene.

So soll die Benutzungsgebühr für Erwachsene künftig von 12 Euro im Jahr auf 15 Euro angehoben werden. Dafür entfällt die jährliche Nutzungsgebühr für Kinder, Jugendliche und Schüler von bisher 6 Euro ganz. So will die Stadt eine effektive Leseförderung und Teilhabe für Kinder und Jugendliche gewähren. Kitas, Schulen und andere öffentliche, gemeinnützige oder private Einrichtungen der Stadt Herzberg, die Kinder und Jugendliche betreuen und Lesen und Medienkompetenz fördern, können die Mediathek ebenfalls kostenfrei nutzen.

Die  Benutzungsgebühr für 6 Monate für Erwachsene beträgt künftig 10 Euro. Sie ersetzt die monatliche Gebühr von 2 Euro. Wer seinen Benutzerausweis verbummelt, muss für einen neuen künftig 50 Cent mehr zahlen als bisher, 3 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder. Die Säumnisgebühren pro Medium und Öffnungstag betragen demnächst 20 Cent. Mit 5 Euro wird eine Obergrenze gesetzt, die es bisher nicht gab. Mahngebühren steigen auf 2 Euro. Bisher war nur das Porto fällig. Die Satzung sieht auch leichte Erhöhungen für die Anfertigung von Ausdrucken und Kopien vor.

Richtlinien zur Kulturförderung: Die Neufassung der „Richtlinie der Stadt Herzberg (Elster) zur Förderung von Kulturträgern“ verfolgt den Grundsatz, dass die Stadt im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel, kulturtragende Vereine, Initiativen, Einzelpersonen, Gruppen und weitere Institutionen bei Projekten und Veranstaltungen durch die Gewährung von Zuwendungen unterstützt. Veranschlagt sind dafür im Haushaltsjahr 3000 Euro.

Gefördert werden Ausstellungen, Lesungen und Vorträge, Kabarett, Theater, Puppentheaterveranstaltungen, kulturelle Gruppen, Weiterbildungsmaßnahmen und materielle Ausstattungen. Die maximale Anteilsfinanzierung ist festgelegt. Die Höhe der zweckgebundenen Zuschüsse beträgt grundsätzlich maximal 400 Euro pro Jahr und Kulturträger. Ausnahmen sind möglich, müssen aber gesondert entschieden werden. Die Förderung muss im Regelfall acht Wochen vor Beginn der Maßnahme schriftlich per Formular bei der Stadtverwaltung Herzberg beantragt werden. Diese prüft die formellen Voraussetzungen und die haushalterischen Möglichkeiten. Die Verwaltung leitet die Anträge dann an den Ausschuss für Bildung und Kultur sowie Sport und Soziales weiter, wo die sie beraten, bestätigt und die Mittel frei gegeben werden. Über den Zuwendungsbescheid entscheidet letztendlich die Stadt, die ihn auch erstellt und versendet. Mit diesem Prozedere soll eine enge und transparente Zusammenarbeit von Verwaltung und Abgeordneten gewährleistet werden. Bürokratische Hürden wie zum Beispiel die Fertigung von Beschlussvorlagen sollen so entfallen.