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| 15:14 Uhr

Gedenken
Staatssekretärin mahnt: „Lassen Sie uns wach bleiben“

Der Gedenkmarsch „Zug des Lebens und der Hoffnung“ durch Schlieben, initiiert von Finsterwalder Christen, fand am Samstag 15 Teilnehmer.
Der Gedenkmarsch „Zug des Lebens und der Hoffnung“ durch Schlieben, initiiert von Finsterwalder Christen, fand am Samstag 15 Teilnehmer. FOTO: Reinhard Wild
Schlieben. Ein Tag der offenen Tür fand am Samstag in der Gedenkstätte „KZ-Außenlager Schlieben-Berga“ statt – 73 Jahre nach der Befreiung. Von Rico Meißner

Es ist jetzt 73 Jahre her, dass es der Roten Armee gelang, die Häftlinge des KZ Außenlagers Schlieben-Berga zu befreien. Aus diesem Anlass wurde im Rahmen einer Kranzniederlegung und einer weiteren Ausstellungseröffnung im Gebäude des Vereins „Gedenkstätte KZ Außenlager Schlieben-Berga e.V.“ am Samstag der Opfer gedacht. Auch zwei neue Informationstafeln des Wegeleitsystems wurden enthüllt.

Uwe Dannhauer (r.) und Jean-Louis Reg weihen die Stele zum Munitionsbunker ein.
Uwe Dannhauer (r.) und Jean-Louis Reg weihen die Stele zum Munitionsbunker ein. FOTO: Rico Meißner

Neben den Vertretern der Stadt Schlieben und weiteren Kommunalpolitkern nahm Staatssekretärin Dr. Ulrike Gutheil in Vertretung der Landesregierung an der Zeremonie teil. Sie dankte in einer kurzen Rede ausdrücklich den Vereinsmitgliedern für ihre ehrenamtliche Tätigkeit. „Ohne Ihre Arbeit wäre das ganze Ausmaß der Außenlager vielleicht niemals so präsent geworden, wie es ist.“ Außerdem machte sie deutlich, wie wichtig das Erhalten der „steinernen Zeugen des Schreckens“ für zukünftige Generationen sei. „Wir brauchen diese Erinnerung für die nächsten Generationen; als Mahnmal dafür, dass so etwas nie wieder geschehen darf.“ Denn es gibt auch immer weniger Zeitzeugen. Das Lagersystem sei nicht „unsichtbar“ für die Bevölkerung, sondern im „Alltag erkennbar“ gewesen. Gutheil mahnte: „Lassen Sie uns wach bleiben“ und  warnte davor, Gedenktage nur zu starren Symbolen werden zu lassen.

Im Flur des Vereinsgebäudes stehen jetzt auch zwei ehemalige Säulen des Lagers, inklusive Stacheldraht. Dazwischen befindet sich ein großes Bild der ehemaligen Krankenbaracke vom Konzentrationslager Buchenwald.

Bei einem anschließenden Rundgang wurden die zwei neuen Informationsstelen für die Schießbahn und den Munitionsbunker eingeweiht. „Das gesamte Gelände ist nun mit Schautafeln ausgestattet“, ist Vereinsvorsitzender Uwe Dannhauer erfreut. „Das ist wichtig für jene Leute, die sich für die Gedenkstätte interessieren und diese auf eigene Faust besichtigen möchten, auch wenn es keine Führungen gibt. So können sich die Leute dennoch ein Bild machen“.

Bei der Einweihung der Stele zum Munitionsbunker war auch ein direkter Nachfahre der Opfer involviert. Jean Louis Reg zog gemeinsam mit Dannhauer das Tuch nach unten. An jenem Ort, an dem einst seine Großmutter hatte leiden müssen.