Von Birgit Rudow

Im Kreistag am Montag diskutierten die Abgeordneten nochmals über die Übungsleiterpauschale für Sportvereine. Ende März hatte die Verwaltung im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport des Kreistages über die Umsetzung der Richtlinie des Kreises zur Förderung des Sports im Jahr 2018 berichtet. 110 000 Euro hat der Landkreis für die Sportförderung bereit gestellt, 76 000 Euro davon für den Nachwuchssport, in den die Übungsleiterpauschale fällt. Laut Verwaltung wurde die Pauschale von 120 auf 89,50 Euro bei Übungsleitern mit und von 60 auf 44,75 Euro für Übungsleiter ohne Lizenz gekürzt. Begründung: Die verfügbaren Mittel wären sonst um etwa 10 000 Euro überschritten worden. Die Kürzung wurde schon im Ausschuss kritisiert. Dezernent Roland Neumann kündigte an, das Thema in der nächsten Ausschusssitzung noch einmal zu behandeln.

Kürzung schwächt Ehrenamt

So viel Zeit ließen ihm die Abgeordneten aber nicht, denn es brodelt in den Sportvereinen. Die SPD/FDP-Fraktion hat deshalb im Kreistag eine entsprechende Anfrage gestellt. Mit der Kürzung würde das Ehrenamt geschwächt, so der Fraktionsvorsitzende Lutz Kilian. „Die Arbeit der Übungsleiter sollte uns die 10 000 Euro wert sein“, sagte er.

Roland Neumann hatte sich auf die Anfrage vorbereitet. Von einer „Kürzung“ der Pauschale zu sprechen, sei nicht ganz richtig, so Neumann. Vielmehr sei die in der Richtlinie des Landkreises definierte und 2016 vom Kreistag beschlossene Spannbreite der Pauschale angewandt worden. Die Richtlinie sagt aus, dass die Pauschalen bis zu 120 Euro bzw. bis zu 60 Euro betragen können. Die Entscheidung, den Betrag zu verringern, habe der zuständige Bereich der Verwaltung getroffen. Da sie rechtskonform mit der Richtlinie ist, sei dazu auch kein Beschluss im Kreistag notwendig gewesen, sagte der Dezernent.

Zahl der Übungsleiter steigt

Der Kreis fördere die Vereine mit drei Pauschalen: der Nachwuchspauschale, der Übungsleiterpauschale und der für Mannschaften und Einzelsportler. Die Pauschale pro Sportler bis 21. Jahre wurde 2016 von 3 Euro auf bis zu 6 Euro angehoben, die Übungsleiterpauschalen von 80 auf bis zu 120 Euro und von 40 auf bis zu 60 Euro, so der Dezernent. Seit 2016 sei die Zahl der Nachwuchsmitglieder in den Vereinen aber von 3888 auf 4132 angestiegen, die der Übungsleiter mit Lizenz von 182 auf 197 und der ohne Lizenz von 185 auf 249. Das Budget von 76 000 Euro sei deshalb trotz geringerer Pauschale 2018 um 1400 Euro überschritten worden. Ohne die Verringerung hätte man Anträge ablehnen müssen, so Neumann. In der Verwaltung werde eine Veränderung der Sportförderrichtlinie bereits diskutiert. Es sei geplant, sie bis Jahresende anzupassen.

Lutz Kilian zeigte sich mit der Antwort nicht zufrieden. Er forderte die volle Summe für die Pauschalen. Nach dem Kreistag zeigte sich auch der CDU-Abgeordnete und Vorsitzende des VfB Doberlug-Kirchhain Thomas Boxhorn enttäuscht. „Was Roland Neumann vorgetragen hat, ist in Ordnung. Aber warum hat er eine Aufstockung der Sportförderung nicht jetzt schon in der Haushaltsdiskussion gefordert?“, fragt er.