| 17:48 Uhr

Fussball
Schlieben lässt die Muskeln spielen

Mit breiter Brust ging der Gastgeber in die Partie und zeigte sehr schnell, wer an diesem Spieltag das Sagen hat.
Mit breiter Brust ging der Gastgeber in die Partie und zeigte sehr schnell, wer an diesem Spieltag das Sagen hat. FOTO: Sven Bock
Beim TSV ist der Knoten geplatzt: Nach jahrelanger Durststrecke gewann die Elf in der Landesklasse mit einem Paukenschlag das traditionsreiche Elbe-Elster-Derby gegen den bis dato ungeschlagenen Nachbarn VfB Herzberg. Von Sven Bock

So gingen beide Teams ins Spiel: Bei den Hausherren konnte Trainer Mike Urban auf seine beste Elf zurückgreifen. Den Schliebenern fehlte nur der Spielrythmus: Alle bislang nach der Winterpause angesetzten Partien fielen dem Wetter zum Opfer. Und obwohl am Mittwoch noch fast acht Zentimeter Schnee auf dem Platz an der Steigemühle lagen, hatten beide Mannschaften am Samstag faire Bedingungen. Herzbergs Trainer Helmut Brenner musste vier Spieler ersetzen, darunter unter anderem die torgefährlichen Offensivkräfte Rocco Schwonke und Bruce Dosseh. Im Hinspiel gab es einen knappen 2:1-Erfolg der Kreisstädter, die in dieser Landesklasse-Saison noch als einziges Team ungeschlagen waren.

So fielen die Tore: Schlieben ging früh in Führung. Einen von Robert Dehne mustergültig per Kopf abgelegten hohen Freistoß versenkte Tim Meusel schon in der 10. Minute aus kurzer Distanz in den Herzberger Maschen. Auch direkt nach der Halbzeit trafen die Hausherren zum psychologisch günstigen Zeitpunkt. Noch keine 60 Sekunden waren gespielt, da wurde ein erneut hoch hereingetretener Freistoß auf den zweiten Pfosten verlängert, wo Robert Schwager völlig ungedeckt Maß nehmen konnte und aus zehn Metern volley ins lange Eck traf. Dem 3:0 in der 56. Minute ging erneut ein weiter Freistoß in den Herzberger Strafraum voraus, den VfB-Abwehrspieler Moritz Haase beim Rettungsversuch unglücklich ins eigene Tor einschob. Das 4:0 fiel nur drei Minuten später nach einer Ecke: Die Herzberger Hintermannschaft konnte in mehreren Versuchen den Ball nicht entscheidend aus der Gefahrenzone klären und Marco Fitzke drosch die Kugel von der Strafraumgrenze kompromisslos ins Netz. Mit dem 5:0 belohnte sich TSV-Kapitän Robert Dehne in der 61. Minute selbst für seine überragende Leistung. Am Mittelkreis erkämpfte er sich im Zweikampf den Ball und zog aus gut 20 Metern ab. Der tückische Aufsetzer schlug im linken unteren Eck ein. Auch am 6:0-Endstand hatte Dehne große Anteile. Mustergültig angespielt von Max Drößigk zog der Schliebener Spielmacher auf die Grundlinie und passte von dort scharf vor das Herzberger Tor, wo Philipp Schneider nur noch den Fuß hinhalten musste und das halbe Dutzend voll machte.

So verlief die Partie: Die Gastgeber waren von Beginn an das spielbestimmende Team an der Steigemühle. Dem TSV war deutlich anzumerken, dass nach der jahrelangen Durststrecke ohne Dreier endlich wieder ein Erfolg gegen den VfB Herzberg gelingen sollte. Schlieben kaufte mit seiner körperlich robusten, aber nicht unfairen Spielweise den Gästen früh den Schneid ab. Die schnellen Gegenstöße der Gastgeber waren immer wieder gefährlich und eigentlich hätte zur Pause die Führung schon höher ausfallen können. Herzberg dagegen tat sich im Spielaufbau sehr schwer. In den Offensivaktionen fehlte zumeist das nötige Tempo und die Präzision. Die Einzelaktionen von Mittelfeldmotor Godwin Essien konnten von der sicher stehenden TSV-Abwehr konsequent gestoppt werden. Die erste richtige Torchance hatte der VfB entsprechend erst in der Schlussphase, als die Partie schon lange entschieden war. Denn spätestens nach dem unglücklichen Eigentor zum 3:0 aus Schliebener Sicht war das Derby vor den 350 Zuschauern eine einseitige Angelegenheit: Innerhalb von zehn Minuten schraubte der TSV das Ergebnis auf 6:0 hoch.

Das sagen die Trainer:
Mike Urban (TSV Schlieben): „Heute heißt es feiern, feiern, feiern. Es war ein verdienter Sieg. Die Jungs haben alles reingehauen. Endlich konnten wir den Bock wieder umstoßen. Die Mannschaft hat sich für den Aufwand belohnt, den wir betreiben. Ich bin stolz auf die Jungs. Das war ein wichtiger Derbysieg, der hoffentlich auch Selbstvertrauen gibt für die weiteren Aufgaben. Wir wollen noch die eine oder andere Mannschaft oben ärgern. Das wir dazu in der Lage sind, haben wir heute gezeigt.“

Helmut Brenner (VfB Herzberg): „Ein 0:6 ist sehr schmerzhaft. Für uns war heute extrem wenig drin, dafür haben wir zu schlecht gespielt. Schlieben hat es gut gemacht und wir müssen uns überlegen, was wir verändern müssen, damit wir nächste Woche wieder besser spielen.“
Statistik: TSV 1878 Schlieben – VfB Herzberg 6:0 (1:0). Tore: 1:0 Tim Meusel (10.), 2:0 Robert Schwager (47.), 3:0 Moritz Haase (55./Eigentor), 4:0 Marco Fitzke (58.), 5:0 Robert Dehne (60.), 6:0 Philipp Schneider (67.), SR: Alexander Kühling (Luckenwalde), Gelb-Rote Karte: Walid Hamo (78./Herzberg), Zuschauer: 350.

FuPa Logo 90 Minuten 2c spo
FuPa Logo 90 Minuten 2c spo FOTO: FuPa / LR