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| 16:13 Uhr

Orgelsanierung
Spenden sammeln für die Rühlmann-Orgel in St. Marien

Herzbergs Kantorin Solveig Lichtenstein vor der Rühlmann-Orgel in der Stadtlkirche St. Marien.
Herzbergs Kantorin Solveig Lichtenstein vor der Rühlmann-Orgel in der Stadtlkirche St. Marien. FOTO: Sylvia Kunze
Herzberg. Auch an anderen Kirchen sind Sanierungsvorhaben geplant. Von Birgit Rudow

Es war das erste Konzert am Sonntag in der diesjährigen Reihe „Musik in der Kirche“ in ­Herzberg. Da es in der Stadtkirche St. Marien im Winter zu kalt ist, fand es im Gemeindesaal statt. Johannes Pietzonka (Tenor), Kantorin Solveig Lichtenstein und ihr Mann, der Organist Christopher Lichtenstein, sangen und spielten Lieder und Klaviermusik (auch vierhändig) von Franz Schubert. Es war ein wunderbares Konzerterlebnis zum Auftakt des Jahres. Es war aber auch ein Benefizkonzert zu Gunsten der Rühlmann-Orgel in der Stadtkirche. Denn die hat einige Erneuerungen nötig.

Die Orgel wurde 1896 von Wilhelm Rühlmann gebaut und in den 1990er-Jahren einer umfangreichen Sanierung unterzogen. „Einige Dinge sind damals außer Acht gelassen worden. Sie waren zwar schon absehbar, aber noch nicht dringend“, sagt Kantorin Solveig Lichtenstein. Doch jetzt wird es Zeit, auch sie in Angriff zu nehmen. „Die Rühlmann-Orgel klingt noch wunderbar. Aber das kann sich sehr schnell ändern. Da reichen schon kleine Sachen, wie hohe Luftfeuchtigkeit. Bestimmte Töne sind ab und an schon hängen geblieben“, erläutert die Kantorin. Der ungeübte Zuhörer wird das noch nicht bemerkt haben. Die Organisten allerdings schon.

Deshalb müssen an der Bälganlage die Lederteile, die die Luft führen, ausgetauscht und ersetzt werden. Sie sind brüchig und rissig. Auch die Verbindungsstücke zwischen Tasten und Pfeifen, die pneumatisch Luft erzeugen, zeigen mittlerweile Risse. „Das sind sehr viele Verbindungsteile, und es ist ein großer Aufwand, alles auseinanderzubauen und zu ersetzen. Das ist zeit- und auch sehr kostenaufwendig. Aber wenn es gemacht wird, dann komplett“, so Solveig Lichtenstein.

Für Sanierungsarbeiten an der wertvollen Orgel können Fördermittel beantragt werden. Dennoch wird die Kirchengemeinde einen großen Eigenanteil leisten müssen. „Das ist viel Handarbeit und nicht billig“, sagt die Kantorin. Deshalb bitten die Kirchenmusiker jetzt bei Konzerten auch immer wieder um Spenden für die Orgelsanierung. Im Frühjahr, wenn es etwas wärmer ist in der Stadtkirche St. Marien, wird die Kantorin wieder Orgelführungen anbieten und den interessierten Besuchern dabei auch erklären, was nicht mehr so gut funktioniert, sagt sie.

Neben den Orgeln, für die sich die Kirchengemeinden immer wieder stark machen, sind aber weiterhin auch bauliche Arbeiten in und an Kirchen in der Region ­Herzberg erforderlich. Nach Auskunft von Heiko Müller, Baureferent im Kreiskirchenamt, betreffen sie in diesem Jahr die Kirchturmsanierungen in Frauenhorst, in Jeßnigk (wo sie vor dem Abschluss stehen) und in Bernsdorf (wo die Ausschreibungen vorbereitet werden). „Bei solchen Projekten gibt es immer eine sehr gute Zusammenarbeit mit der unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises, was die Förderung, aber auch technische Belange betrifft“, sagt Heiko Müller.

In der Vorplanung sind Arbeiten an der Katharinen-Kapelle in Herzberg sowie an den Kirchen in Gräfendorf und Uebigau. Allerdings ist hier eine Förderung noch nicht zugesagt, so der Baureferent.

In einem kritischen Zustand sind im Bereich Herzberg zum Beispiel die Dorfkirchen in Drasdo, Grassau, Buckau und Werchau. Bauliche Hauptmängel sind vor allem Feuchteschäden in Putz und Mauerwerk, Schäden an den Dachtragwerken, Kirchendecken und Dacheindeckungen sowie Hausschwamm und Insektenbefall. Für eine kontinuierliche Unterhaltung der kirchlichen Gebäude fehle es aber an nachkommenden Gemeindemitgliedern und trotz Unterstützung von verschiedenen Stellen auch an einer größeren Finanzausstattung, schätzt der Kirchenkreis Bad Liebenwerda ein.