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| 02:42 Uhr

Spechte trommeln ihre Liebeslust, Kraniche faszinieren mit Balztänzen

Ein Kranichpaar bei seiner faszinierenden Balz.
Ein Kranichpaar bei seiner faszinierenden Balz. FOTO: D. Lehmann
Herzberg. Der Winter 2013/2014 ist ein Winter gewesen, der seinen Namen eigentlich nicht verdient. Nur wenige Frosttage, fast kein Schnee, dafür oft Sonnenschein pur. Dieter Lehmann/dlh1

Dieser außergewöhnlich milde Winter gab der Pflanzenwelt nicht die gewohnte und nötige Zeit der Winterruhe. Phänologisch betrachtet konnte sich die Vegetation nahezu kontinuierlich weiter entwickeln. Nachdem Ende Januar/Anfang Februar eine kurze Kälteperiode nach nur wenigen Tagen schon wieder gewichen war, setzte sich die trockene und ungewöhnlich milde Witterung der ersten Winterhälfte fort.

Zum Monatsende Februar zeigte das Dauergrünland langsam Farbe. Diese Phase hatte in diesem Jahr in unser Region einen Vorsprung von gut drei bis vier Wochen, verglichen mit dem Mittelwert seit dem jahr 1991. Die fehlenden Niederschläge sorgten außerdem dafür, dass die Böden bis Mitte März rasch abtrockneten. Für die Landwirtschaft war das eine äußerst schwierige Situation!

Auch in der Tierwelt geschah Außergewöhnliches. Bereits Mitte Februar beobachtete ich den ersten Star, der jubilierend auf seinem Starkasten saß. Im Waldgebiet des Schweinert trommelten Bunt- und Schwarzspechte ekstatisch ihre Liebeslust, und die Kolkraben taumelten paarweise mit ihren vielstimmigen Rufen über die Kiebitzer Bruchwiesen. Bereits in den ersten Märztagen waren alle Kranichpaare wieder in ihren Brutgebieten und vollführten laut trompetend faszinierende Balztänze.

Als ich am 10. März am späten Nachmittag auf einem Jägerhochsitz im Gebiet der Falkenberger Wallberge saß, machte ich jedoch eine unangenehme Beobachtung. Ein in Leder gehüllter jugendlicher Motorradfahrer näherte sich unter Motorengeheul auf einem Waldweg, überquerte abseits aller Wege eine ausdehnte Wiesenfläche und verschwand im seitigen Wald. Die beiden Kraniche, die in ihrem Brutgebiet auf eben jener Wiese gestanden hatten, waren unter aufgeregtem Trompeten geflüchtet. Ich sah sie an diesem Abend nicht wieder.

Nur wenige Tage später gab es einen ähnlichen Zwischenfall auf der Rekultivierungsfläche am Nordufer des Kiebitzer Sees. Diesmal waren es sogar zwei Motorradfreaks, die mit ihrem Motorenlärm die Ruhe der in dieser Jahreszeit so sensiblen Natur störten. Als ich mit meinem Fahrrad dort ankam, um sie zu belehren, waren sie leider schon wieder im Wald verschwunden und donnerten in Richtung Großrössen davon.

In beiden Fällen verstießen die Motorradfahrer gegen die Bestimmungen des Brandenburger Naturschutzgesetzes (BbgNatSchAG) und dessen Ausführungsbestimmungen vom 21. Januar 2013. Gemäß Paragraf 22, Absatz 1 bis 3, ist es verboten, außerhalb von Wegen, die nicht mit zwei- oder mehrspurigen Fahrzeugen befahren werden können, mit motorisierten Fahrzeugen zu fahren. Von diesem Verbot ist der land-, forst-, fischerei- und wasserwirtschaftliche Verkehr sowie der auf die berechtigte Jagdausübung bezogene Verkehr ausgenommen.

Auch Erholungssuchende, die zu Fuß oder mit Fahrrädern unterwegs sind, haben besondere Rücksicht auf Natur, Landschaft, Vegetation und wild lebende Tiere zu nehmen.

Dazu eine Anregung: Städte und Gemeinden sollten für Motocross- und Quadfahrer geeignete Geländeflächen zur Verfügung stellen, damit diese ihre sportlichen Aktivitäten ausüben können, ohne Natur und Landschaft zu beeinträchtigen.