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| 20:27 Uhr

Ministerpräsident in Herzberg
Woidke stärkt Gräfendorfern moralisch den Rücken

 Ingrid Kasper und Wilfried Haase (2.v.r.)  von der Gräfendorfer Bürgerinitiative diskutierten mit Dietmar Woidke zum Thema Windkraftanlagen.
Ingrid Kasper und Wilfried Haase (2.v.r.)  von der Gräfendorfer Bürgerinitiative diskutierten mit Dietmar Woidke zum Thema Windkraftanlagen. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. SPD-Veranstaltung mit dem Ministerpräsidenten und der Landtags-Kandidatin Barbara Hackenschmidt in Grochwitz. Von Birgit Rudow

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat am Donnerstagabend Barbara Hackenschmidt, SPD-Landtagsabgeordnete und Direktkandidatin im Wahlkreis 36 (Städte Falkenberg, Finsterwalde, Herzberg, Schönewalde, Sonnewalde, Uebigau-Wahrenbrück sowie Ämter Kleine Elster und Schlieben), in ihrem Wahlkampf in Herzberg unterstützt. Bänke, Sonnenschirme, ein Getränke- sowie ein Bratwurststand  und eine Bühne für das Falkenberger Jugendblasorchester waren neben der Bauernscheune in Grochwitz aufgestellt.

Als fleißige Abgeordnete, die sich für den ländlichen Raum einsetze und vor allem um Themen wie Daseinsfürsorge, Gesundheit, die Belange älterer Menschen und Infrastrukturprobleme kümmere, hat Woidke seine SPD-Kollegin im Landtag charakterisiert. Barbara Hackenschmidt erzählte über ihre Arbeit im Landtag, gab auch etwas aus ihrem Privatleben preis, signierte ihr „Rotes Kochbuch“ und würdigte vor allem das Ehrenamt als „Kit in der Gesellschaft“. In Elbe-Elster seien viele Ehrenamtliche unterwegs, aber sie wünsche sich davon noch mehr, sagte sie.

Der Ministerpräsident ging auf seine zentralen Themen ein wie Feuerwehr, Polizei, erneuerbare Energien, Grundrente oder medizinische Versorgung. Er wolle alle Krankenhausstandorte in Brandenburg erhalten, sagte er. Die Studie der Bertelsmannstiftung gehe an der Realität vorbei. In Sachen Klimaschutz forderte er Ehrlichkeit.

Dietmar Woidke mischte sich dann unter das Volk, diskutierte mit Gästen die Rentenbesteuerung oder die Arbeitsplatzproblematik. Zielstrebig steuerten Ingrid Kasper und Wilfried Haase aus Gräfendorf auf Woidke zu. Seit Jahren kämpfen sie in einer Bürgerinitiative gegen Windräder direkt vor ihrer Haustür und kritisieren, dass weder der Ortsteil Gräfendorf noch die Stadt Herzberg ein Mitspracherecht hätten. Woidke gab ihnen recht und verwies auf einen entsprechenden Paragrafen im Bundesbaugesetz, das in diesem Zusammenhang die im Grundgesetz festgelegte kommunale Planungshoheit aushebele, so Woidke. Wenn jemand dagegen vor dem Bundesverfassungsgericht klagen würde, wäre der Paragraf wahrscheinlich weg, meinte er zu den Gräfendorfern. Er sei mit ihnen einer Meinung. Mit Demokratie habe das nichts zu tun.

Vor der Wahlkampfveranstaltung in Grochwitz hat sich der Ministerpräsident mit dem Kreisseniorenrat Elbe-Elster getroffen. Wie die Vorsitzende des Rates Petra Hollstein auf Rundschau-Nachfrage informierte,  ging es vor allem um die personelle und finanzielle Absicherung der Pflege. Angesprochen wurde auch die Problematik Räumlichkeiten für Zusammenkünfte der Senioren. In den Dörfern sei das in Feuerwehrhäusern, ehemaligen Schulen oder Kitas kein Problem, so Petra Hollstein. In den Städten aber, wo 40 bis 60 Senioren zusammenkommen, seien passende Räumlichkeiten knapp oder müssten sogar bezahlt werden.