Mit Abstand treffen – Kultur genießen. So umschrieb Herzbergs Bürgermeister Karsten Eule-Prütz am Freitagabend die Veranstaltung im Botanischen Garten. Endlich. Endlich mal wieder in größerem Rahmen beieinander sein und gemeinsam etwas erleben.
Die Freude auf den „Zerbrochnen Krug“ mit dem in Herzberg schon gut bekannten Theater 89 war überall zu spüren. 210 Besucher hatten im Garten Platz gefunden. So mancher gönnte sich ein Bier, hatte Wein oder gar Sekt mitgebracht. Wohl kaum jemand hätte vor ein paar Monaten für möglich gehalten, wie befreiend so ein Theaterabend sein konnte.

Viel Beifall für Theaterleute

Das Spiel auf der Bühne zog die Zuschauer im grünen Ambiente etwa eineinhalb Stunden in seinen Bann. Dorfrichter Adam (Matthias Zahlbaum) muss über eine Tat zu Gericht sitzen, die er selbst begangen hat. Viel Wortwitz und Komik sorgten für Heiterkeit auf den Zuschauerplätzen. Kleists „Zerbrochner Krug“ gilt als als Musterbeispiel eines analytischen Dramas. In der Figur des Dorfrichters lassen sich Parallelen bis ins Heute erkennen.
Mit Beifall haben die Herzberger am Ende nicht gespart und honorierten so respektvoll die Leistung der Theaterleute. Die mussten schließlich ganz ohne Technik auskommen und ab und an auch mal gegen Flugzeuglärm oder Motorradgeknatter ankämpfen. Insgesamt war es wieder ein wunderbares Theatererlebnis, wie es sich viele Herzberger öfter in der Stadt wünschen. Doch am Freitag waren alle erst einmal froh, dass ihnen dieser Abend überhaupt vergönnt war. In Doberlug-Kirchhain ist das Theater 89 mit seinem Stück am 21. August zu sehen.