Dicht gedrängt tanzen Jugendliche zu Elektro-Musik, heben ihre Arme in die Luft, springen in die Höhe und singen lautstark mit. Seit drei Jahren findet die Open-Air-Veranstaltung bereits auf dem Sportplatz in Domsdorf statt, doch nun ist das für den 15. und 16. Juli geplante Festival in Gefahr. Der Ortsvorsteher von Domsdorf, Peter Kroll, hat dem Veranstalter eine Absage erteilt.

"Zunächst schien alles perfekt zu laufen", sagt Veranstalter David Bönick. "Das Festival wurde im August wie gewohnt genehmigt." Die plötzliche Absage ist für ihn unverständlich.

"In all den Jahren gab es mächtige Beschwerden der Stadt Uebigau und der Gemeinde Tröbitz. Die Lautstärke war wirklich extrem und sogar die Polizei musste zugeschaltet werden", erklärt Ortsvorsteher Peter Kroll. "Weiterhin haben sich die Jugendlichen nie an die vorgegebenen Zeiten des Ordnungsamtes gehalten."

Dort habe nämlich nur für Samstag eine Genehmigung zum Spielen von Musik vorgelegen. "Es wurde aber bereits am Freitag und dazu auch noch am Sonntag Musik gespielt", sagt der Ortsvorsteher weiter. In der Absage wird nun allerdings nicht die Lärmbelästigung als Begründung angeführt. "In dem Brief heißt es, dass das Festival aus verkehrstechnischen Gründen nicht stattfinden kann", sagt Veranstalter David Bönick.

Ortsvorsteher Peter Kroll erwidert darauf: "In der Ortslage und der Straße zur Louise sind in den letzten Monaten mehrfach Bäume umgestürzt, wodurch große Schäden entstanden sind." Dies stelle einfach zu hohes Risiko für die Veranstaltung dar und daher kann das Festival nicht stattfinden.

Diese Begründung ist für den Veranstalter schwer zu glauben. "Für mich klingt das nicht nach einem plausiblen Grund, sondern eher nach einem Vorwand", findet David Bönick und verweist auf andere geplante Veranstaltungen.

"Es ist für mich ebenfalls komplett unverständlich, dass mehrere andere Veranstaltungen in dieser Straße stattfinden sollen", so Peter Kroll. "Allerdings ist einzig der Stadtfeuerwehrausscheid im September genehmigt."

Mittlerweile hat sich Uebigau-Wahrenbrücks Bürgermeister Andreas Claus eingeschaltet und zeigt sich kooperativ. "Ich habe den Veranstalter am 29. April zum Gespräch eingeladen", sagt Andreas Claus. "Dann werden wir alle Fragen abwägen."

David Bönick organisiert das Open-Air-Festival zusammen mit 20 Jugendlichen. "Wir wollten den Leuten zeigen, dass es eben nicht nur ein Wochenende mit Krach und lauter Musik ist", sagt David Bönick. "Mit viel Mühe und Arbeit stellen Jugendliche hier etwas Großes auf die Beine." Ein Teil der Einnahmen soll außerdem für einen wohltätigen Zweck gespendet werden.