Schon Stunden vor Konzertbeginn flanieren am Sonnabend Besucher durch den Park, genießen die kulinarischen Angebote wie den leckeren Schliebener Wein. Den lassen sich auch Irmela und Detlef Schulze aus Berlin schmecken, die ,,wegen der besonderen Konzertatmosphäre" schon zum zweiten Mal beim Stechauer Open-Air zu Gast sind. Hergelockt hat sie Anita Grothe, die das Stechauer Sommerkonzert nicht missen möchte. Direkt am Wasser breiteten nicht nur Freunde des Finsterwalder Tanzsportvereins Decken und Picknickkörbe aus. Schließlich hatte Schlossherr und Gastgeber Dr. Bardia Khadjavi-Gontard wieder bestes Open-Air-Wetter ganz ohne Regen organisiert, wie er die Besucher schmunzelnd begrüßt. Sogar den Rasen im weitläufigen Parkgelände mähen heutzutage Schlossherren selbst, verrät er.

,,Beste Willkommenskultur" also für die ,,Italienische Nacht". Gemeinsam mit Prof. Dr. Wienand Schruff, Vorstand der Sommerkonzerte, verweist er darauf, dass dieses tolle Erlebnis nur mit der besonderen Unterstützung der Sparkasse Elbe-Elster möglich sei. Immerhin etwa 25 000 Euro Fördermittel sind geflossen. Ein Lob gilt auch der Feuerwehr und allen Helfern im Ort. Die Parklogistik ist bewundernswert.

Die Liebe in all ihren Facetten mit großer Leidenschaft, mit Entsagung und Katastrophen beherrscht den Schlosspark, nachdem Stefan Britvik den Dirigentenstab erhebt und die mehr als sechzig Musiker aus großen Prager Orchestern zu musizieren beginnen. Im Banne der Liebe zu Italien und zum schönen Geschlecht schrieben Johann Strauss, Giuseppe Verdi, Vincenco Bellini, Pietro Masagni, Gioacchio Rossini, Giacomo Puccini und Peter Tschaikowsky ihre Opern, Operetten und sinfonischen Werke.

Die Ouvertüre zur ,,Nacht in Venedig" lässt das Thema aufleuchten, bevor Sopranistin Jitka Burgetová als Kurtisane Violetta aus ,,La Traviata" die Tränen fließen lässt, mit Puccinis Selbstmordarie aus ,,Gioanni Schicci" und als Sklavin Liu aus ,,Turandot" berührt. Das Orchester spielt einfühlsam, und temporeich jenseits von Hollywood-Kitsch Rossinis Intermezzo aus ,,Der Barbier von Sevilla" und hinterfragt musikalisch ,,Wilhelm Tell".

Nach der Pause führt Moderator Peter Claus von rbb Kulturradio eloquent und wissensreich von der Arie der unglücklich liebenden Näherin Mimi aus ,,La Boheme" bis zum Finale mit Tschaikowskis Liebeserklärung ,,Capriccio Italien".

,,Wir kommen sehr gern an diesen besonderen Konzertort mit tollen Gastgebern und Konzertbesuchern", lässt Dirigent Britvik seiner Begeisterung in der Pause freien Lauf und macht mit toller orchestraler Leistung seiner Musiker Verdis Schicksalsmelodien hörbar. Die Musiker nehmen langen Beifall mit auf die Heimfahrt und die Besucher noch ein leuchtendes Feuerwerk am Abendhimmel.

Schlossherr Bardia Khadjavi-Gontard darf auch im nächsten Jahr Rasen mähen. Am 5. August 2017 werden die Brandenburgischen Sommerkonzerte mit vielen Musikfreunden wieder in seinem Park zu Gast sein.