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| 07:50 Uhr

Die Diskussion ist eröffnet
Soll Schlieben einen Zusatznamen erhalten?

Schlieben. Amtsdirektor hat die ersten Vorschläge vorgestellt. Die Abgeordneten sollen darüber befinden. Von Sylvia Kunze

Das Thema der Zusatznamen ist nicht neu. Einige Städte in der Region tragen diese. Beispielsweise setzt Falkenberg Eisenbahnstadt hinzu. Forst nennt sich Rosenstadt, Beelitz Spargelstadt. Vielleicht hat auch bald Schlieben so einen Zusatz. Amtsdirektor Andreas Polz hat diesbezüglich erste Vorschläge unterbreitet und will die Marketingstrategie für Schlieben und das Schliebener Land damit um einen weiteren Aspekt erweitern.

Für ihn ist klar, dass ein solcher Name nur Sinn macht, wenn er auf regionale Besonderheiten hinweist. Also Moienstadt? „Wer weiß schon gleich was mit dem Namen Moie anzufangen, wenn er nicht von hier ist? Das würde eher verwirren“, wiegelt Andreas Polz eine naheliegende Überlegung ab. Und packt stattdessen seinen Vorschlag auf den Tisch: „Wein- und Kellerstadt Schlieben“.

Er begründet: Weinstadt allein würde aus seiner Sicht nicht reichen. Da reihe sich Schlieben in eine Reihe vieler, zumeist westdeutscher Städte ein. Heißt, der Ortsunkundige würde Schlieben anhand des Zusatzes womöglich in der falschen Himmelsrichtung suchen. Komme aber noch „Kellerstadt“ dazu, wäre es deutlicher und das Alleinstellungsmerkmal gegeben.

Die an die 35 im Mittelalter angelegten Keller im Stadtgebiet mit der Konzentration in der Kellerstraße seien ein wahrer Schatz, ist Polz überzeugt, „denn sie sind etwas, was es in keiner anderen Stadt der Region gibt. Damit müssen wir viel mehr wuchern“, treibt Amtsdirektor Andreas Polz an. Es heißt Image polieren, und das kräftig. „Wir haben da viele kleine Sachen, die wir zum Moienmarkt am ersten Juliwochenende angehen wollen, um dem Gast zu vermitteln, dass da unten, nach den Treppen, etwas Tolles auf ihn wartet. Nicht jeder gibt dem Überraschungsmoment eine Chance. Viele gehen weiter, nachdem sie nur den engen Gang nach unten in den Keller gesehen haben und nicht wissen, was danach kommt“, hat Polz das Engagement schon einmal jüngst begründet.

Nun legt er sich in anderer Art für die Keller ins Zeug und hat den Schliebener Stadtverordneten den Vorschlag des Zusatznamens „Wein- und Kellerstadt“ unterbreitet. „Einen Zusatznamen zu vergeben, ist generell auf Zustimmung gestoßen. Über den Namen selbst gilt es noch zu reden“, berichtet er. „Vielleicht hat ja jemand eine ganz andere Idee. Vorschläge sind willkommen. Auch die Bürger können sich natürlich an der Diskussion zur Namensfindung beteiligen. In der Amtsverwaltung werden Vorschläge für den Zusatznamen für Schlieben und Gedanken dazu gern entgegen genommen“, macht Andreas Polz deutlich, dass es ein mehrheitlich getragener Vorschlag sein muss.