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| 16:46 Uhr

Bundeswehr hilft Feuerwehr
„Smokey“ half in der Lieberoser Heide

Piloten und Bordtechniker vom Fliegerhorst Holzdorf beteiligen sich diesen Sommer aktiv an der Brandbekämpfung.
Piloten und Bordtechniker vom Fliegerhorst Holzdorf beteiligen sich diesen Sommer aktiv an der Brandbekämpfung. FOTO: Sven Gückel
Holzdorf. Hubschrauber der Bundeswehr aus Holzdorf helfen aktiv bei der Brandbekämpfung in der Region. Auch in der Lieberoser Heide haben sie reichlich Wasser über der Fläche abgesetzt, um das Umland zu schützen. Von Sven Gückel

Wenn in diesen Tagen Feuerwehren Großbrände bekämpfen, kommen ihnen mitunter auch Bundeswehrsoldaten des Standortes Holzdorf zu Hilfe. Transporthubschrauber des Typs CH-53 GA greifen vor Ort aktiv in das Geschehen ein und setzen pro Anflug 5000 Liter Löschwasser frei, die gegen die alles vernichtenden Flammen ankämpfen sollen.

Jeder Sommer hinterlässt im Geschichtsbuch besondere Spuren. Es gibt Jahre, die waren übernatürlich heiß, andere bleiben wegen ihres Dauerregens im Gedächtnis haften. Der Sommer 2018 wiederum macht sich bereits jetzt einen Namen als der mit Abstand trockenste seiner vielen Vorgänger. Besonders hier im Osten Deutschlands dörrt der Boden aus, Ernten vertrocknen, Wälder und Äcker brennen immer wieder lichterloh. Heftige Winde sorgen zudem noch dafür, dass die Brandbekämpfung für die Feuerwehren vor Ort zu einem echten Kampf wird. Immer öfter greift man in derartig brenzligen Situationen deshalb auf die Möglichkeiten und technischen Fähigkeiten der Bundeswehr zurück. Mit ihren Transporthubschraubern CH-53 ist sie in der Lage, wo immer gewünscht bis zu 5000 Liter Wasser mit einem Mal abzulassen.

Erstmals angefordert wurde die Truppe in diesem Jahr am 3. Juli in Serno, einem Ort nördlich der Stadt Coswig/Anhalt. Im Badesee „Flämingbad“ tankte ein Helikop­ter der Lufttransportgruppe Hubschraubergeschwader 64 mehrfach Wasser auf und gab es am Brandort wieder frei. Schon zwei Tage später wurde diese Hilfe nahe Ludwigslust gebraucht. Innerhalb von vier Stunden nahm die Besatzung des Helikopters 45000 Liter Wasser auf und wirkte in bedeutendem Maße an der Bekämpfung des Brandes vor Ort mit.

Den bislang intensivsten Einsatz galt es für die Holzdorfer Kameraden vor wenigen Tagen nördlich Cottbus, im brandenburgischen Lieberose zu absolvieren. Schon beim Anflug habe man gesehen, dass dieser Brand heftige Ausmaße angenommen hatte, berichten Soldaten, die dort fünf Tage lang im Einsatz waren und dabei insgesamt 305 000 Liter Wasser aus der Luft absetzten. Normalerweise arbeitet der Hubschrauber bei der Brandbekämpfung in einer Höhe zwischen 50 und 100 Metern. Aufgrund hoher Munitionsbelastung des Terrains in Lieberose sei das aber nicht möglich gewesen. Man sei stattdessen auf eine Mindesthöhe von 500 Metern gegangen, um sich in Sicherheit zu befinden, falls das auf dem Erdboden aufprallende Wasser eventuell herumliegende Munition detonieren lasse. Allerdings sei die Wirkung der Wassermasse damit auch kleiner gewesen, ist von den Einsatzkräften weiter zu erfahren.

Voraussetzung zum Befüllen des Feuerlöschbehälters „Smokey“, der 5000 Liter Wasser fasst und an einer Winde unterhalb des Helikop­ters befestigt ist, ist eine Wassertiefe von mindestens drei Metern. Im langsamen Anflug nähert sich die CH-53 im Einsatz dann dem Gewässer, taucht den „Smokey“ vollständig ein und hebt mit dem prall gefüllten Behälter wieder ab. Kleinere Teiche in Brandnähe konnten die geforderte Tiefe nicht aufbieten, weshalb die Crew im Fall des Brandes in der Lieberoser Heide vor jedem neuen Löschgang den Schwielochsee ansteuern musste.

Wann der Behälter geleert wird, entscheidet der Pilot. Ein Bordtechniker, der den feuerroten Behälter durch eine Sichtluke im Blick hat, erhält aus dem Cockpit das Signal, wann er die Wassermasse freizugeben hat. Hydraulisch öffnet sich daraufhin der Boden des „Smokey“, das Wasser prasselt nieder und kämpft gegen die Flammen an. In Lieberose ging es für die Besatzung weniger um die eigentliche Brandbekämpfung, als vielmehr darum, den umliegenden, noch nicht betroffenen Baumbestand vor dem Übergreifen des Feuers zu schützen.

Alle Einsätze des Helikopters geschehen in enger Abstimmung mit den Einsatzkräften am Boden. Feuerwehr, Polizei und gegebenenfalls der Munitionsbergungsdienst arbeiten hier mit der Bundeswehr zusammen.