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| 10:20 Uhr

Skaterpark oder Calasthenic-Anlage?
Skaterstrecke an der Lapine: Anwohner befürchten Krach

 Hier entlang der Lapine vor der Lapinebrücke in der Karl-Liebknecht-Straße soll das Sportband entstehen. Es grenzt im Hintergrund an den Sportplatz der Elsterlandgrundschule.
Hier entlang der Lapine vor der Lapinebrücke in der Karl-Liebknecht-Straße soll das Sportband entstehen. Es grenzt im Hintergrund an den Sportplatz der Elsterlandgrundschule. FOTO: LR / Rudow
Herzberg. Die Jugendlichen im Ort wünschen sich einen Skaterpark in Herzberg. Anwohner protestieren. Nun müssen die Herzberger Stadtverordneten eine Entscheidung treffen. Von Birgit Rudow

Entlang der Lapine in der Karl-Liebknecht-Straße soll ein Sportband entstehen. Dass angrenzend an den jetzigen Sportplatz der Elsterlandgrundschule ein umzäunter aber öffentlich zugänglicher Soccerplatz mit Basketballkörben gebaut wird, ist klar. Doch was kommt in den Bereich bis zur Straße? Ein Skaterpark mit Rampen, Geländern und Kanten oder eine Trimm-Dich-Strecke, zu der man heute Calasthenic-Anlage sagt.

In den vergangenen beiden Wochen haben sich die Fachausschüsse der Stadtverordnetenversammlung mit der Frage beschäftigt, welche Variante bevorzugt wird und deshalb weiter geplant werden soll. Grundsätzlich herrscht Einigkeit darüber, dass hier eine Sportanlage hin soll und kein weiterer (wie von einigen vorgeschlagen) Kinderspielplatz. Und obwohl auch vieles für eine Calasthenic-Anlage spricht, gibt es bei einigen Zweifel, ob diese gerade von Älteren wirklich intensiv genutzt wird, wenn sich die Jugend nebenan tummelt. Die Zeichen stehen also auf Skaterpark.

Lärm durch Bretter auf Beton

Am Donnerstag soll die Stadtverordnetenversammlung eine Entscheidung treffen. Die fiele auch gar nicht schwer, wenn nicht Anwohner sowohl im Bauausschuss als auch Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport massive Bedenken angemeldet hätten. Sie befürchten Lärmbelästigungen durch die Skater, die mit ihren Brettern auf dem Beton rumkrachen.

Matthias Poese vom Planungsbüro „GFSL – gruen fuer stadt + leben“ hat in den Ausschüssen erläutert, dass auf jeden Fall eine etwa drei Meter hohe Boulderwand zum Klettern vorgesehen ist, die auch dem Schallschutz dient. Ein Schallgutachter habe zwei Messungen vorgenommen. „Wir können die Schallentwicklung vor Ort simulieren“, sagte er. Eine unmittelbare Anwohnerin hat das aber nicht überzeugt. Schule, Kindergarten und Busplatz in direkter Nähe, „Partys“ an den Garagen und jetzt auch noch ein Skaterpark, das sei zu viel. Man habe sich bisher nie beschwert, aber jetzt sei Schluss, meinte sie und bat die Abgeordneten inständig, sich für die Calasthenic-Anlage zu entscheiden.

Freizeitangebote für Sechs- bis 19-Jährige

Bei Antonia Weber und Ronny Maier, beide aus der Herzberger Skaterszene und in den Ausschüssen ebenfalls anwesend, rief das Enttäuschung hervor. Sie boten an, sich um die Jüngeren zu kümmern und Anprechpartner für die Anwohner zu sein. Bürgermeister Karsten Eule-Prütz stellte im Hauptausschuss noch einmal die Frage, wie man mit den Kindern und Jugendlichen in der Stadt grundsätzlich umgehen will. Vor allem für die 6- bis 19-Jährigen fehlten Angebote. Er warf auch ein, dass vom Skaterpark bis zur Wohnbebauung 160 Meter liegen.

Das letzte Wort haben nun die Abgeordneten. Eine Entscheidung muss her, denn die Fördermittel stehen bereit. Ende 2020 muss der gesamte Sportpark an der Lapine fertig sein.

 Hier entlang der Lapine vor der Lapinebrücke in der Karl-Liebknecht-Straße soll das Sportband entstehen. Es grenzt im Hintergrund an den Sportplatz der Elsterlandgrundschule.
Hier entlang der Lapine vor der Lapinebrücke in der Karl-Liebknecht-Straße soll das Sportband entstehen. Es grenzt im Hintergrund an den Sportplatz der Elsterlandgrundschule. FOTO: LR / Rudow