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| 19:00 Uhr

Falkenberg
Sinnloses Spiel mit dem Notruf-Knopf

 Drei dieser Aufzüge gibt es am Bahnhof in Falkenberg. Jeder ist froh, wenn sie ordentlich funktionieren. Sollte es Probleme geben, kann mit den Notruftasten Hilfe geholt werden. Ihr Missbrauch ist nicht nur ärgerlich für die Kameraden der Feuerwehr, sondern wird auch geahndet.
Drei dieser Aufzüge gibt es am Bahnhof in Falkenberg. Jeder ist froh, wenn sie ordentlich funktionieren. Sollte es Probleme geben, kann mit den Notruftasten Hilfe geholt werden. Ihr Missbrauch ist nicht nur ärgerlich für die Kameraden der Feuerwehr, sondern wird auch geahndet. FOTO: Dieter Müller
Falkenberg. Unbekannte(r) hält Falkenberger Feuerwehr seit Wochen in Atem. Der Missbrauch ist strafbar. Von Birgit Rudow

So langsam ist es nicht mehr lustig. Seit Anfang Dezember musste die Falkenberger Feuerwehr vier Mal ausrücken, weil angeblich Menschen in einem der drei Fahrstühle am Bahnhof festsaßen. Doch jedes Mal, wenn die Kameraden und zum Teil auch der Rettungsdienst am Bahnhof eintrafen, war niemand zu sehen und die Aufzüge funktionierten einwandfrei. So geschehen auch wieder am Donnerstag vergangener Woche gegen 21 Uhr und am Dienstag dieser Woche gegen 23 Uhr.

Nun haben die Fahrstühle nicht gerade ein „rühmliche“ Vergangenheit. Seit 2013 mussten am Bahnhof Falkenberg bei 15 Einsätzen insgesamt mehr als 50 eingeschlossene Personen aus defekten Auszügen befreit werden. Wie Falkenbergs Stadtbrandmeister Sören Diecke erläutert, sind deshalb auch sechs Kameraden zu einer Notbedienung der Aufzüge befähigt. Sie sind von der Herstellerfirma Otis in eine sachkundige Befreiung von Menschen aus Personenaufzügen eingewiesen.

Seit geraumer Zeit aber ist „Ruhe“ in Sachen festsitzender Personen. Dafür wird die Feuerwehr jetzt mit Fehlalarmen in Schach gehalten. Die RUNDSCHAU hat sich bei der Firma Otis informiert, wie verfahren wird, wenn jemand den Aufzug-Notruf betätigt. Wie die Pressestelle der Firma mitteilt, ist der Notruf dieser Anlagen bei einer externen Leitzentrale aufgeschaltet und läuft nicht in die Otis-Notrufzentrale ein. Otis wird durch die externe Leitstelle informiert und leitet einen Befreiungseinsatz ein. „Grundsätzlich gilt, dass auch nur beim Verdacht einer eingeschlossenen Person reagiert wird. Sollte kein Techniker innerhalb kurzer Zeit an den Anlagen sein können, wird die Feuerwehr informiert, um die Person nicht zu lange in der Kabine warten zu lassen“, so Yasar Ergec von der zuständigen Pressestelle.

Es gibt Anlagen, die einen Notruf nur zur Leitstelle durchlassen, wenn auch wirklich eine Funktionsstörung des Aufzuges vorliegt. Die Aufzüge am Falkenberger Bahnhof sind allem Anschein nach aber nicht mit dieser sogenannten Missbrauchsunterdrückung ausgerüstet. Dann komme ein Missbrauch immer mal vor, so die Pressestelle. Grundsätzlich gelte aber auch hier die Regel, lieber einmal mehr einen Techniker bzw. die Feuerwehr zu schicken, als gegebenenfalls einer tatsächlich eingeschlossenen Person nicht zu helfen. Auch wenn sich bei einem Rückruf in die Kabine niemand meldet, könne es sein, dass die Person einfach nicht mehr in der Lage ist zu antworten.

Für die Falkenberger Feuerwehr heißt das, bei jedem Notruf, ob Missbrauch oder nicht, schnell mit einem Löschfahrzeug auszurücken. Sören Diecke bittet Bürger, die zur Aufklärung des Notrufmissbrauchs beitragen können, sich an Polizei oder Feuerwehr zu wenden. Demjenigen, der die Notrufe grundlos auslöst, sei gesagt, dass die Gebühren der Stadt Falkenberg für den Einsatz eines Löschfahrzeuges 136,30 Euro betragen, die für den Einsatz eines Feuerwehrmanns (oder Frau) stündlich 22,20 Euro. Das Strafgesetzbuch sieht für den Missbrauch eines solchen Notrufs eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vor.