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| 02:37 Uhr

"Sie steht noch immer voll unter Dampf!"

Falkenbergs quirlige Eisenbahn-Omi Hildegard Lehmann feiert am heutigen 16. Januar ihren 100. Geburtstag. Die Berlinerin hatte bis 1942 im hiesigen Bahnhof gearbeitet und besucht häufig das Museum. So wie hier im vergangenen Herbst zum Aktionstag ist sie dann stets für jeden Spaß zu haben.
Falkenbergs quirlige Eisenbahn-Omi Hildegard Lehmann feiert am heutigen 16. Januar ihren 100. Geburtstag. Die Berlinerin hatte bis 1942 im hiesigen Bahnhof gearbeitet und besucht häufig das Museum. So wie hier im vergangenen Herbst zum Aktionstag ist sie dann stets für jeden Spaß zu haben. FOTO: Gabi Zahn/gzn1
Falkenberg. Im Eisenbahnmuseum wird Geschichte lebendig – im alten Fahrkartendrucker, in Uniformen, Schautafeln und in Geschichten, die auf harten Fahrgast-Bänken erzählt werden. Wer Glück hat, trifft dabei auf Hildegard Lehmann. Sie ist Falkenbergs "Eisenbahn-Omi" und feiert heute in Berlin ihren 100. Geburtstag. Gabi Zahn / gzn1 gzn1

Es verging bisher kaum ein Aktionstag im Museum, den Hildegard Lehmann nicht besucht hätte. Noch im Herbst nahm sie im feschen braun-karierten Kostüm flink auf dem Waggon der Miniaturbahn Platz. Quietschvergnügt ließ sie sich mit anderen Besuchern über den Museumshof chauffieren. Dass Lokführer Heiko Gunkel dabei seinem "eisernen Ross" mehrfach zischende weiße Dampfwolken entlockte, war Ehrensache.

Bis 1942 hat Hildegard Lehmann im Falkenberger Bahnhof am Fernschreiber gearbeitet, dann wurde sie nach Warschau versetzt. Möglicherweise hat ihr dieser Wechsel das Leben gerettet, denn der Bombenhagel, der am 18. und 19. April 1945 über Falkenberg niederging, hat ihre einstige Arbeitsstätte und die Gleisanlagen nahezu zerstört. Nach Kriegsende wohnte sie bis 1948 in Falkenberg, zog dann aber nach Westberlin. "Ihren Bahnhof" und "ihre Eisenbahner" hat sie jedoch über alle Jahrzehnte und Geschehnisse hinweg im Blick behalten. "Ohne Euch würde Falkenberg um vieles ärmer sein. Das Museum ist ein echter Schatz", sagt sie. Das Lob gilt Heinz Welisch, Helmut Schirrmeister, Werner Schubert, Markus Winter, Rosel Zschietzschker und allen Fördervereinsmitgliedern und Helfern, die das Museum ehrenamtlich und mit Herzblut betreuen.

Bei ihrem jüngsten Besuch hält die (noch) 99-jährige Hildegard, redegewandt wie immer, Smalltalk mit Bürgermeister Herold Quick und Hauptamtsleiterin Andrea Wagenmann. Museumsleiter Heinz Welisch frohlockt wiederholt: "Sie steht noch immer voll unter Dampf!" Ganz genau will sie wissen, welche Ereignisse das Museum für 2016 plant: "Ich muss ja meinen Terminplan machen", begründet sie. Was Hildegard Lehmann erfährt, gefällt ihr sehr, auch wenn sie vermutlich nicht mehr jedem Ereignis persönlich beiwohnen wird:

Am 24. März flackert ab 18 Uhr das traditionelle Osterfeuer am Museum. Schon jetzt bereiten Welisch und seine Mitstreiter den Tag des Eisenbahners am 12. Juni vor. Er rückt die einstigen Schwerlasttransportwagen der Deutschen Reichsbahn ins Blickfeld. Federführend dabei ist Hans-Joachim Bedrich. Der 80-Jährige war als Wagenmeister tätig: "Das sind die, die mit dem langen Hammer rumgelaufen sind und auf die Räder geklopft haben", verrät er schmunzelnd. Bedrich hat eine Spezialausbildung absolviert und konnte auf den 20- und 32-Achsern fahren: "Vor allem Großtransformatoren wurden damit in die Umspannwerke transportiert, unter anderem nach Bad Lauchstädt und Sußenburg bei Magdeburg", erklärt er.

Ein interessantes Programm verheißen auch die Erlebnistage am 8. und 9. Oktober: "50 Jahre Diesellokbetrieb im Dienstort Falkenberg" lautet das Thema. Eine Ausstellung erklärt wichtige Ereignisse und Fakten. Dazu organisiert der Förderverein eine Fahrzeugausstellung mit Dieselloks und SVT-Lok-Mitfahrten.

Ein Museumsrundgang ist jedoch zu jeder Jahreszeit empfehlenswert: "Im Vorjahr kamen etwa 1800 Besucher. Vor allem die Anzahl der Schulklassen hat sich nahezu verdoppelt. Trotz moderner ICE-Züge - die gute alte Eisenbahn begeistert auch den Nachwuchs", freut sich Heinz Welisch.

Zum Thema:
Für die Ausstellung am 12. Juni zu "Schwerlasttransportwagen der Deutschen Reichsbahn" bittet der Förderverein Brandenburgisches Eisenbahnmuseum Falkenberg um Mithilfe. Hans-Joachim Bedrich: "Wir wenden uns an Fotografen, die hobby- oder berufsmäßig die Eisenbahn im Visier hatten. Wir suchen Bilder der damaligen 20- und 32-achsigen Schwerlasttransportwagen der Deutschen Reichsbahn. Sie waren immer ein spannendes Fotomotiv - unterwegs auf der Strecke ebenso wie beim Be- und Entladen." Offiziell hätten zu DDR-Zeiten jedoch nur wenige Leute die Berechtigung gehabt, diese Transporte zu fotografieren. Kontakt über Heinz Welisch, Tel. 035365 2920, Fax: 449475, E-Mail: kontakt@eisenbahnmuseum-falkenberg.de gzn1