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| 01:36 Uhr

SG Friedersdorf macht das Double

Fußball. Die Friedersdorfer Kicker machten am Samstag die Sensation perfekt. In einem spannenden Finale vor rund 550 Zuschauern im Herzberger Stadion schnappten sie der Linde-Elf mit einem 2:1-Sieg den Pokal vor der Nase weg. Nur eine Woche nach der vergeigten Meisterschaft hatte der Pokalverteidiger somit erneut das Nachsehen. red/kn/Schmidt

Während bei den jungen Fußballern des SV Linde Schönewalde nach einer Saison ohne einen Titelgewinn der Stachel tief sitzt, feiern die Friedersdorfer den dritten Pokalgewinn in vier Jahren. Einen würdigen Rahmen für das diesjährige große Saisonfinale bot Gastgeber VfB Herzberg in der Werner-Seelenbinder-Sportstätte. Feierlich allein war der Beginn mit einem Fahneneinmarsch der D-Junioren. Zweifellos machte der VfB beste Werbung in eigener Sache, sind die Kreisstädter doch daran interessiert, wenigstens ein hochkarätiges Fußballspiel pro Jahr ins heimische Stadion zu holen.

Weniger festlich, dafür überaus kämpferisch zeigten sich schließlich vor der vollbesetzten Tribüne die Mannschaften auf dem Platz. Dass sich mit Schönewalde und Friedersdorf ausgerechnet die zwei Teams gegenüberstanden, die sich auch in der Kreisliga ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert hatten, verlieh der Begegnung viel Brisanz und ließ das Pokalfinale zu einem echten Fußball-Kracher werden.

Schönewalde mit einer imposanten und lautstarken Fankulisse im Rücken begann druckvoll und hatte im ersten Durchgang mehr vom Spiel, schaffte es aber nicht die sich bietenden Möglichkeiten zu nutzen. Da sich aber auch die SG nicht versteckte, entwickelte sich ein abwechslungsreiches Spiel, mit Feldvorteilen für Schönewalde.

Zehn Minuten waren im zweiten Abschnitt gespielt, als den Linde-Kickern die bis dahin verdiente Führung gelang. Im Anschluss an eine Ecke, die eigentlich “nur„ ein Einwurf war, was der sonst gut leitende Referee Neubert nicht sah, war es der Torschützenkönig Andreas Schmidt, der per Kopf traf. Dieser Führungstreffer war dann so etwas wie die Initialzündung für den Kreismeister. Während Schönewalde konditionelle Probleme zu bekommen schien, konnte die SG noch mal nachsetzen. Zielstrebig spielte die Mannschaft jetzt Richtung Linde-Tor und wurde in der 68. Minute mit dem Ausgleich vom erst zehn Minuten zuvor eingewechselten Kevin Müller belohnt.

Es sah nach einer Verlängerung aus, weil keine Mannschaft mehr das ganz große Risiko einging, jedoch hatte der Friedersdorfer “Flügelflitzer„ Chris Borchardt etwas dagegen und traf in der 80. Minute mit einem Fernschuss der Marke Traumtor zur Entscheidung. In der Schlussphase warf die Linde-Elf zwar noch einmal alles nach vorn, hatte aber selbst mit zahlreichen Standardsituationen keinen Erfolg.

Am Ende siegten die Friedersdorfer aufgrund der Effektivität und Cleverness nicht ganz unverdient. Linde Schönewalde muss sich den Vorwurf gefallen lassen, aus der anfänglichen Überlegenheit kein Kapital geschlagen zu haben.

Schiedsrichter Neubert, der zukünftig nicht mehr für den Elbe-Elster-Kreis pfeifen wird, bot mit seinen beiden Assistenten Karsten Herrmann und Lars Kunitz eine souveräne Vorstellung.